Wie engagiert sich das BMU für den Naturschutz?

Wandernde Tierarten wie Zugvögel oder Fledermäuse, das Weltnaturerbe Wattenmeer oder der Amazonas-Regenwald sind nur einige Beispiele dafür, dass Natur nicht an Ländergrenzen Halt macht. Sie national, auf europäischer Ebene sowie international gemeinsam mit unseren Partnern zu schützen ist daher unser größtes Ziel. Das Bundesumweltministerium engagiert sich für folgende Themen und Projekte über Grenzen hinweg:

International/Europa

EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 – Mehr Raum für die Natur in unserem Leben

Mehr Naturschutz ist unverzichtbar für den Weg aus der Corona-Krise. Die Pläne der Kommission sind ein mutiges und notwendiges Vorhaben, und das BMU wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, unter deutscher Ratspräsidentschaft beim Schutz der europäischen Biodiversität entscheidende Schritte voranzukommen.

Wilderei und illegaler Wildtierhandel

Tote Fledermäuse auf dem Markt zum Verkauf

Wilderei und illegaler Wildtierhandel bedrohen nicht nur die Existenz von unzähligen Arten. Sie können auch das Auftreten von Infektionskrankheiten begünstigen, wenn Wildtiere auf Märkten zum Verzehr angeboten werden. Das zeigt eindrücklich die gegenwärtige Corona-Pandemie. Das BMU setzt sich auf allen Ebenen – von konkreten Projekten bis zu internationalen Verhandlungen – dafür ein, dass Wilderei und der illegale Wildtierhandel entlang der gesamten Handelskette bekämpft werden.

Weiterentwicklung internationaler Ziele für den Schutz der Biodiversität

Im Jahr 2021 soll auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in China ein neuer globaler Rahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt für die Zeit nach 2020 verabschiedet werden. Das BMU setzt sich gemeinsam mit seinen europäischen und internationalen Partnern für ein ambitioniertes Rahmenwerk und eine verbesserte Umsetzung ein. Neben den politischen Prozessen fördert das BMU über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) direkt Projekte zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität weltweit.

Der Mensch und die Biosphäre (MAB) – schützen und nachhaltig wirtschaften in Modellregionen der UNESCO

Die 16 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate sind im Weltnetz von mehr als 700 Modellregionen der UNESCO global anerkannt und Vorreiter für nachhaltige Entwicklung. Deutschland – vertreten durch BMU und BfN – unterstützt weltweit die Einrichtung neuer UNESCO-Biosphärenreservate in Transformations- und Entwicklungsländern, insbesondere für das südliche Afrika.

UN-Dekade Ecosystem Restoration 2021-2030

Korallenriff

Die "UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen" 2021 bis 2030 kehrt den Trend der weltweiten Degradierung von Ökosystemen um und wird durch die Vereinten-Nationen-Organisationen UNEP und FAO konzeptionell umgesetzt. Mit Unterstützung des BMU und gemeinsam mit dem Global-Landscapes-Forum (GLF) und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) wird eine breite Öffentlichkeit informiert und für eine Mitarbeit gewonnen.

Bonn Challenge

Spreewald

Die "Bonn Challenge" verfolgt das Ziel, 350 Million Hektar Wald bis 2030 wiederherzustellen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Umsetzung der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen. Seit 2011 sind wichtige Erfahrungen mit dem Wiederaufbau von Wäldern gemacht worden und Selbstverpflichtungen von über 170 Million Hektar Wald zusammengekommen.

National

Grünes Band

Das "Grüne Band" zeichnet sich durch einen besonderen Reichtum an gefährdeten Arten und Lebensräumen aus und konnte entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens als national bedeutender Biotopverbund entwickelt werden. Im Rahmen des mit den Ländern begonnenen Prozesses zu einer möglichen gesamthaften Sicherung des Grünen Bandes in Deutschland haben Thüringen und Sachsen-Anhalt die ersten großflächigen "Nationalen Naturmonumente" entlang des Grünen Bandes ausgewiesen.

Nationales Naturerbe

Das "Nationale Naturerbe" ist eine herausragende Initiative des Bundes, bei der bundeseigene Flächen unentgeltlich an die Länder, an Naturschutzorganisationen –sowie Stiftungen übertragen werden, die künftig für die Pflege und Entwicklung der Flächen zum Schutze der Natur verantwortlich sind. Auf einem Teil des Naturerbes übernimmt der Bund selbst die Naturschutzaufgaben. Bislang konnten so rund 156.000 Hektar Naturerbe-Flächen für die Natur gesichert werden.

Aktuelle Highlights im Bereich Nationalparke

Blick auf einen Berg in der Sächsischen Schweiz

Seit der Ausweisung des ersten deutschen Nationalparks Bayerischer Wald im Jahr 1970 gibt es mittlerweile neben den Biosphärenreservaten und Naturparken insgesamt 16 Nationalparke als Teil der 138 Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Oberstes Schutzziel der deutschen Nationalparke ist die Gewährleistung einer ungestörten Dynamik der Naturprozesse, hier darf Natur wieder Natur sein.

Weltnaturerbe Wattenmeer

Gemeinsam soll das Weltnaturerbe Wattenmeer geschützt und erhalten werden. Unter deutscher Präsidentschaft in der trilateralen Wattenmeer-Zusammenarbeit von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden gilt es die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Akteuren zum Wohle des Ökosystems Wattenmeer und der Menschen in der Region weiter fortzuentwickeln und zu stärken.

Förderprogramm Auen im Bundesprogramm "Blaues Band"

Flusslandschaft

Mit dem "Förderprogramm Auen" fördert das Bundesumweltministerium die naturnahe Entwicklung von Auen entlang der Bundeswasserstraßen im Rahmen des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland. Mit diesem Bundesprogramm soll gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium bis 2050 ein Biotopverbund von nationaler Bedeutung geschaffen werden.

Masterplan Stadtnatur

eine Frau liegt auf einer Wiese und liest ein Buch

Das Ziel des Masterplans Stadtnatur ist es, die Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten zu erhöhen. Er enthält 26 Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunen, die unter anderem rahmengebende rechtliche Anpassungen, die Verbesserung der Förderung im Hinblick auf die Erhaltung und Entwicklung von Stadtnatur, innovative Formate der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erprobung neuer Ansätze und die Entwicklung von Arbeitshilfen für lokale Akteure umfassen.

Aktionsprogramm Insektenschutz

Mit dem "Aktionsprogramm Insektenschutz" hat die Bundesregierung auf Initiative des BMU den bisher umfangreichsten Maßnahmenkatalog zum Schutz von Insekten und ihrer Artenvielfalt vorgelegt. Mit diesem Aktionsprogramm soll der Insektenrückgang effektiv verlangsamt beziehungsweise gestoppt werden.

Wildnisfonds

Umgestürzte Baum in einem Wald

Das BMU stellt einen Wildnisfonds zur Verfügung mit dem Ziel, die Länder bei der Umsetzung des Zwei-Prozent-Ziels Wildnis zu unterstützen. Für die Sicherung von neuen Wildnisgebieten stehen jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Weltnaturerbe Buchenwälder

Luftaufnahme von Buchenwäldern

Trockenheit, Stürme und andere Wald-Kalamitäten wie etwa Schädlinge haben dem Wald in Deutschland in den letzten Jahren stark zugesetzt. Daher setzt sich das Bundesumweltministerium bei der Wiederbewaldung der degradierten Flächen und darüber hinaus für widerstandsfähige, klimastabile und ökologisch hochwertigere Waldökosysteme ein.