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Herausforderung Verkehr und Umwelt
Stand: September 2007
Verkehr und Umwelt - Herausforderungen
Mit der Wahl des Verkehrsmittels können Energie, Schadstoffe und Klimagase eingespart werden
Wenn mehrere Menschen oder Güter zusammen befördert werden, ist dieses umweltverträglicher als der einzelne Transport. Das weiß man, und auch, dass der Transport auf der Schiene im Grundsatz günstiger ist als auf der Straße. Denn der geringe Rollwiderstand bei Rad-Schiene, die kreuzungsfreien Strecken und die vielen Möglichkeiten, die Stromerzeugung CO2-ärmer und die Kraftwerke emissionsärmer zu gestalten, alles das wirkt sich zu Gunsten der Schiene aus.
Doch gibt es Situationen, in denen solche eher systembedingten Unterschiede nicht zum Tragen kommen: Wenn z.B. ein Verkehrsmittel den direkten Weg nehmen kann, das andere einen geografisch bedingten Umweg nehmen muss. Oder wenn ein Verkehrsmittel wegen des bestehenden Fahrplans sowieso fährt, das andere zusätzlich in Betrieb genommen werden muss. Ist es ökologisch günstiger, im ausgebuchten Flugzeug von München nach Berlin zu fliegen oder mit einem halbbesetzten ICE auf dieser Strecke zu fahren oder gar ein sparsames Auto zu viert zu nutzen? Und wenn noch Vor- und Nachläufe mit dem Taxi oder der S-Bahn hinzukommen?
Diese Fragen zeigen die Schwierigkeiten einer Generalisierung. Einige Softwaretools versuchen, genauere und aktuelle Informationen zu geben, so "UmweltMobilCheck" der Deutschen Bahn (Personenverkehr) oder "EcoTransit" mehrerer europäischer Bahngesellschaften (Güterverkehr). Beide Programme sind im Internet zugänglich. Auf der gegenüberliegenden Seite werden die ökologischen Vor- und Nachteile von Verkehrsmitteln anhand typischer Verkehrssituationen genauer dargestellt.
Personennahverkehr - Bahn und Bus haben Vorteile wenn die Auslastung stimmt
Die Auslastung der Verkehrsmittel ist entscheidend für die Emission von CO2 bezogen auf die Personenkilometer (Pkm).
Personenfernverkehr - Bahn und Reisebus platzieren sich immer vor Pkw und Flugzeug
Im Vergleich der Verkehrsträger bei einer Städte- und einer Urlaubsreise zeigen sich deutlich die Vorteile von Bus und Bahn bei den CO2-Emissionen.
Güterfernverkehr - Eindeutiger Sieger ist die Bahn
Vor allem die elektrisch betrieben Bahn ist dem Lkw in allen Schadstoff- und Klimagasemissionen weit überlegen. Sogar beim Transport leichter Güter.
Dennoch liegt man in aller Regel mit folgenden Verallgemeinerungen richtig: Ökologisch verträglicher sind im motorisierten Personennahverkehr Bahn und Bus und nicht der Pkw. Beim Regionalverkehr gibt die konkrete Situation den Ausschlag. Beim Personenfernverkehr sind Bahn und Reisebus weit vor Flugzeug und Pkw. Im Güterverkehr hat die Bahn nicht nur im Massentransport, sondern auch im Containertransport die Nase vor dem Lkw. Aussagen für die Binnenschiffe hängen sehr stark vom konkreten Beförderungsfall ab, insbesondere von der Richtung (flussauf, flussab) und der real zurück gelegten Wegstrecke (starke Kurvigkeit mancher Flüsse) des Transports. Abgesehen davon sind Binnenschifftransporte der Dieseltraktion der Bahn ökologisch ähnlich.
Die ökologischen Achillesversen der Verkehrsträger sind schnell aufgezählt: So energetisch günstig die Dieseltraktion ist, so schlecht sieht ihre Schadstoffbilanz gegenüber einem Benzin-Pkw und erst recht gegenüber den strombetriebenen Bahnen aus. So glänzt der Reisebus in allen Gegenüberstellungen mit sehr niedrigem Energieverbrauch und CO2-Emissionen, verliert aber ohne Partikelfilter und Entstickung gegenüber der Schiene viele Punkte. Somit ist es auch für öffentliche Verkehre wichtig, anspruchsvolle Umweltstandards zu erfüllen. Sie sollen wichtige Kriterien für Ausschreibungen und Beschaffungen sein.
Zukünftig sind – wie in den Vorkapiteln dargestellt - technische Verbesserungen zu erwarten: Bei den Emissionen der konventionellen Schadstoffe durch die weiter verschärfte Abgasgesetzgebung und bei Verbrauch und den CO2-Emissionen durch Effizienzsteigerung. Gerade weil der Pkw heute so ineffizient ist, lässt sich seine Bilanz im Grundsatz relativ leicht verbessern. Damit wird der Abstand zu Bahnen und Bussen geringer, aber die Rangfolge bleibt. Bei allen anderen Verkehrsmitteln sind keine sehr großen Effizienzsteigerungen zu erwarten. Wird nicht nur der Fahrbetrieb, sondern auch der Aufwand zur Produktion und Entsorgung der Verkehrsmittel in den Vergleich einbezogen, erhöht sich der Vorteil der gemeinschaftlichen Verkehrsmittel, da sie gegenüber dem Pkw sehr hohe Laufleistungen aufweisen.
Weitere Informationen:
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Umweltmobilcheck bei der Deutschen Bahn
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