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Stand: September 2007


Verkehr und Umwelt - Herausforderungen

Alternative Kraftstoffe tragen schon heute zur Einsparung von Klimagasen bei


Der Verkehr nutzt überwiegend Kraftstoffe, die aus Erdöl hergestellt wurden. Die Klimaprobleme, die Begrenztheit der Erdölvorkommen und die politischen Abhängigkeiten vom Zugang zu Ressourcen sind drei starke Argumente, um mit der fossilen Energie sehr sorgfältig umzugehen, nach Kraftstoffalternativen zu suchen und deren Verwendung zu fördern.

Am interessantesten sind Energieträger, auf deren Lebensweg kein oder zumindest nur wenig fossiles Kohlendioxid entsteht. Bestes Beispiel ist Strom, der z.B. aus Wasser-, Windkraft oder Sonnenstrahlung regenerativ hergestellt wird. Er kann u. a. über einen Stromabnehmer (Eisen- und Straßenbahn, Trolley-Bus) oder einen Batteriespeicher zum Fahren mit Elektromotoren verwendet werden. Die Energie des Stroms kann auch als Wasserstoff gespeichert werden. Im Fahrzeug wird der Wasserstoff in einem Otto-Motor verbrannt oder über eine Brennstoffzelle zum elektrischen Fahren genutzt. Alle Wege haben Vor- und Nachteile. Der Speicher "Batterie" krankte bisher an hohen Kosten, hohem Gewicht oder Verlusten. Allerdings werden jetzt im Zuge der Hybridisierung die batterie-elektrischen Komponenten besser erforscht und günstiger produziert, was den Weg zum reinen Elektro-Kfz erleichtert. Die regenerative Wasserstofferzeugung ist erst im Aufbau. Die Effizienz der Prozesskette ist bisher gering, die Kosten sind sehr hoch.

Das CO2 aus der Verbrennung von Biokraftstoffen ist klimaneutral, weil es zuvor von den Pflanzen aus der Luft aufgenommen wurde. Klima und Umwelt werden jedoch durch die Erzeugung der Kraftstoffe belastet: Durch Anbau und Ernte der Pflanzen, durch Düngemittel, Pestizide und die Kraftstoffproduktion werden fossile Energie verbraucht und CO2 emittiert; die Gesamtbilanz ist zumeist positiv. Wegen der chemischen und physikalischen Nähe, die insbesondere die Biokraftstoffe aus Raps- oder Palmöl zum fossilen Kraftstoff haben, bedarf ihr Einsatz nur geringer Anpassung von Fahrzeug, Infrastruktur und Tankverhalten der Kunden.

Die verwendete Biomasse wie Raps, Sonnenblume, Weizen und Zuckerrübe kann auch in Deutschland bzw. in der EU angebaut werden. Die EU verlangt von den Mitgliedsstaaten, dass der auf den Energiegehalt bezogene Marktanteil der Biokraftstoffe 2% im Jahr 2005 und 5,75% im Jahr 2010 beträgt. Heute ist Deutschland der größte Biokraftstoffproduzent und -verbraucher in Europa.

Die Produktion von Biokraftstoffen aus Nahrungspflanzen im europäischen Anbau ist gegenüber dem heutigen Ölpreis gegenwärtig nicht wettbewerbsfähig. Allerdings werden zurzeit größere Mengen an Rapssamen aus Übersee importiert. Zudem ist mit umfangreichen Importen von Bio-Ethanol aus Brasilien zu rechnen. Aktuell drängen Palmölprodukte aus Südostasien auf den Energiemarkt. Über beginnende "Food-Fuel-Konkurrenzen" wird berichtet. Zur Versorgung mit Lebensmitteln gesellt sich die Versorgung mit Treibstoff. So stieg im ersten Halbjahr 2007 der Palmölpreis auf dem Weltmarkt um rund 50%. Biomasse ist in vielen Sektoren begehrt: Neben der Kraftstoffproduktion auch in der Erzeugung von Strom und Wärme. Zudem wird sie in der Chemischen Industrie stofflich genutzt. Somit bekommt die ökologische Qualität einiger Erzeugungslinien besonderes Gewicht. In der EU sowie in Deutschland werden Kriterien erarbeitet, um eine nachhaltige Erzeugung zu garantieren bzw. zu zertifizieren.

Zudem werden Erzeugungspfade mit höherem Wirkungsgrad und geringeren ökologischen Nebenwirkungen gesucht. So soll der Kohlenstoffgehalt der gesamten Pflanze genutzt werden. Dazu wird in Pilotanlagen aus cellulosehaltiger Biomasse wie Stroh oder Holz Ethanol bzw. synthetischer Dieselkraftstoff (BTL) gewonnen.

Schließlich werden auch CNG ("Erdgas") und LPG ("Autogas") als alternative Kraftstoffe bezeichnet. Beide sind fossilen Ursprungs, haben jedoch wegen ihres geringeren C-Gehalts pro Energieinhalt einen prinzipiellen CO2-Vorteil gegenüber Benzin und Diesel. Gasfahrzeuge mit Katalysator verursachen sehr geringe Luftschadstoffemissionen. Der Gesetzgeber fördert seit 2002 auf Initiative der Bundesregierung die Nutzung von Erdgas und Flüssiggas im Verkehr durch eine ermäßigte Mineralölsteuer. Die Steuerermäßigung gilt bis 2018. Biogas als Biokraftstoff der so genannten 2. Generation ist bis 2015 steuerbefreit und wird anschließend steuerlich wie Erdgas behandelt.

Blaues Balkendiagramm mit Aufwärtstendenz; An den Achsen die Jahreszahlen und der Biodieselverkauf.

Der Biokraftstoffverbrauch steigt kräftig

Der Anteil von Biodiesel, Pflanzenöl und Bioethanol am deutschen Kraftstoffabsatz stieg im Jahr 2006 von 3,75% auf 6%.

Tabellenblatt (PDF, 109 KB)


Balkendiagramm; An der Y-Achse die Klimagasemissionen.

"Well-to-Wheels" - Treibhausgasemissionen verschiedener Kraftstoffe

Damit die Biokraftstoffe auch bei Berücksichtigung der Klimagasemissionen während der Herstellung noch einen Emissionsvorteil bringen, muss ihre Erzeugung den Kriterien der Nachhaltigkeit genügen...

Tabellenblatt (PDF, 111 KB)


Biomasse ist in vielen Sektoren begehrt: Neben der Kraftstoffproduktion auch in der Erzeugung von Strom und Wärme. Zudem wird sie in der Chemischen Industrie stofflich genutzt. Somit bekommt die ökologische Qualität einiger Erzeugungslinien besonderes Gewicht. In der EU sowie in Deutschland werden Kriterien erarbeitet, um eine nachhaltige Erzeugung zu garantieren bzw. zu zertifizieren.

Biokraftstoffförderung in Deutschland weiter

Zudem werden Erzeugungspfade mit höherem Wirkungsgrad und geringeren ökologischen Nebenwirkungen gesucht. So soll der Kohlenstoffgehalt der gesamten Pflanze genutzt werden. Dazu wird in Pilotanlagen aus cellulosehaltiger Biomasse wie Stroh oder Holz Ethanol bzw. synthetischer Dieselkraftstoff (BTL) gewonnen.

Schließlich werden auch CNG ("Erdgas") und LPG ("Autogas") als alternative Kraftstoffe bezeichnet. Beide sind fossilen Ursprungs, haben jedoch wegen ihres geringeren C-Gehalts pro Energieinhalt einen prinzipiellen CO2-Vorteil gegenüber Benzin und Diesel. Gasfahrzeuge mit Katalysator verursachen sehr geringe Luftschadstoffemissionen. Der Gesetzgeber fördert seit 2002 auf Initiative der Bundesregierung die Nutzung von Erdgas und Flüssiggas im Verkehr durch eine ermäßigte Mineralölsteuer. Die Steuerermäßigung gilt bis 2018. Biogas als Biokraftstoff der so genannten 2. Generation ist bis 2015 steuerbefreit und wird anschließend steuerlich wie Erdgas behandelt.

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