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Stand: September 2007


Verkehr und Umwelt - Herausforderungen

Bessere Technik und mehr Effizienz vermindern Energieverbrauch


Bereits das heutige Ausmaß des Verkehrs ist nicht umweltverträglich. Ein weiterer Anstieg im Güter- und im Flugverkehr scheint unvermeidbar zu sein. Somit müssen neben der Verlagerung auf tendenziell umweltfreundlichere Verkehrsträger umso energischer auch technische Maßnahmen realisiert werden, die die Luftschadstoff- und Klimagasemissionen vermindern. An späterer Stelle dieser Broschüre werden Maßnahmen betrachtet, die andere Umweltprobleme des Verkehrs wie. z.B. die Zerschneidung von Flächen adressieren. Die Lärmemissionen des Verkehrs konnten in dieser Übersicht nicht vertieft werden.

Der Katalysator hat die Schadstoffemissionen der Benzin-Pkw drastisch reduziert und sie von diesem Makel befreit. Die heute vorrangigen Luftverschmutzungsprobleme des Verkehrs, Feinstaub und Stickoxide, stammen zumeist aus der Dieselverbrennung. Der Partikelfilter gilt als ausgereift und reduziert Feinstaub mit sehr großer Effizienz über das gesamte Größenspektrum der Partikel. Die kommende Pkw-Grenzwertstufe Euro 5 (ab 2009/2011) verlangt die Absenkung der Partikelemissionen um 80% gegenüber Euro 4 (ab 2005 gültig) und somit implizit den Partikelfilter. Er wird seit dem Modelljahr 2007 bei den meisten Diesel-Pkw als Basis-, gelegentlich als Zusatzausstattung angeboten. Allerdings wird für kleinere, niedrig verbrauchende Diesel-Pkw der Partikelfilter seitens der Hersteller oft noch nicht einmal als Kaufoption angeboten. Städtische Busse werden bereits häufig mit Partikelfilter betrieben.

Eine effektive Senkung der Stickoxide wird bei den neuen Nutzfahrzeugen bereits praktiziert. Die Einhaltung der Grenzwertstufe Euro V (ab 2008/2009) wird durch eine Abgasnachbehandlung der Stickoxide (SCR-Technik) gewährleistet und seit 2006 serienmäßig angeboten. Eine für Partikel und NOx verschärfte Euro VI-Stufe wird in Brüssel vorbereitet. Sie wird z.B. mit der Kombination Partikelfilter und SCR einhaltbar sein. Eine solche Technik wird bereits bei einigen Diesel-Pkw in den USA eingesetzt. Sie kann genutzt werden, um die Stufe Euro 6 (ab 2014/ 2015) zu erfüllen. Sie ist prinzipiell auch auf Dieselmotoren in Lokomotiven, Schiffen oder mobilen Maschinen anwendbar und bedarf entsprechender Kraftstoffqualitäten.

Graph mit fünf Linien, gelb, grün, rot, blau und schwarz; An den Achsen die Jahreszahlen und die Schadstoffemissionen in Prozent.

Luftschadstoffemissionen aus dem Verkehr sinken deutlich, aber CO2 verändert sich kaum

Im Trend-Szenario sinken Feinstaub und Co. weiterhin deutlich. CO2-Emissionen hingegen werden ohne weitere Maßnahmen eher konstant bleiben oder sogar steigen.

Tabellenblatt (PDF, 111 KB)


Die Einsparung von CO2-Emissionen aus dem Fahrzeug erfolgt über die Kraftstoffeigenschaften und den Kraftstoffverbrauch. Die Möglichkeiten zur Verbrauchsminderung reichen vom verbesserten motorischen Wirkungsgrad über die Reduzierung von Luft- und Rollwiderstand bis zum Leichtbau. Hauptansatzpunkt sind die Pkw, die rund 70% des CO2 des Straßenverkehrs verursachen.

Eine spürbare Verbrauchsreduktion ist am besten mit einem Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen zu erreichen. So wird ab Herbst 2007 die komplette Modellpalette von BMW standardmäßig mit dem Paket EfficientDynamics ausgestattet. Hier werden Bremsenergierückgewinnung, Start-Stopp-Automatik und andere Maßnahmen miteinander kombiniert. Das führt gegenüber den Vorjahresmodellen zu CO2-Einsparungen von rund 15 bis 20%. Auch der VW Polo BlueMotion, ein Diesel-Pkw der unteren Mittelklasse mit Partikelfilter, spart mit einem Optimierungspaket 17% Kraftstoff und emittiert nur noch 99 g CO2/km. Mit Direkteinspritzung und doppelter Aufladung werden bei Benzinmotoren ca. 20% Kraftstoff eingespart. Diese neue Technik ist bisher noch nicht für kleinere Leistungsklassen verfügbar.

Im Takt der zwei Herzen - Hybridfahrzeuge sind in… und Brennstoffzellenfahrzeuge noch lange nicht out. weiter

Komplexer ist die Hybridisierung der Pkw. Hier wird der Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb und einer Batterie gekoppelt. Der Toyota Prius, ein Pkw der oberen Mittelklasse, emittiert im Testzyklus 104 g CO2/km. Die einfachste und preiswerteste CO2-Minderung für Hersteller, Kunden und Umwelt resultiert aus einem Down-Sizing des Pkw. Neue Pkw könnten leistungsärmer, leichter und/oder kleiner sein als die bisher angebotenen und gekauften schweren und leistungsstarken Fahrzeuge.

Im Trend werden die Luftschadstoffemissionen aus dem Verkehr weiterhin spürbar zurückgehen. Um entscheidende Fortschritte auch bei den CO2-Minderungen zu erzielen, müssen Technik und Effizienzsteigerungen bei allen Verkehrsträgern mehr herausholen. Dass dieses ein zwar unverzichtbarer, aber wohl nicht ausreichender Beitrag zur CO2-Reduktion ist, wird angesichts hoher Minderungsanforderungen und nicht absehbarer Fahrleistungsreduktionen deutlich.

Weitere Informationen:

  • EU-Internetseite zu neuen EURO 5 und 6 Grenzwertstufen (mit verwandten Rechtsakten)
  • UBA: Übersicht zu Schadstoffgrenzwerten EURO 1-4 für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (PDF, 13 KB)
  • UBA: Übersicht zu Schadstoffgrenzwerten für Lkw und Busse (PDF, 10 KB)

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