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Verkehr
Herausforderung Verkehr und Umwelt
Stand: September 2007
Verkehr und Umwelt - Herausforderungen
Der Personenverkehr nimmt zu - vor allem in der Luft
Ebenso wie der Gütertransport hat der Personenverkehr in Deutschland in den letzten Jahrzehnten weiterhin kontinuierlich zugenommen und den höchsten Stand in der Geschichte erreicht. Allerdings veränderte sich die Verkehrsleistung in den letzten sieben Jahren kaum noch.
Der Anstieg der Personenverkehrsleistung in Deutschland betrug zwischen 1994 und 2005 rund 8% und war somit deutlich geringer als derjenige des preisbereinigten BIP-Wachstums (16% zwischen 1994 und 2005). Bei Berücksichtigung der Flugreisen ins Ausland ist die Verkehrsleistung größer, ihr Anstieg höher.
Wie im Güterverkehr gibt es im Personenverkehr Entwicklungen struktureller Art und andere, die eher von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängen. Als der wichtigste strukturelle Effekt auf die Erhöhung der Verkehrsleistung gilt nach wie vor das Zusammenspiel von "Zersiedelung der Fläche" und "Ausbau der Verkehrsinfrastruktur". Wird das Wohnen in die Peripherie verlagert, weil die Städte unwirtlicher und teurer werden, führt dies zu mehr Verkehr. Gleiches passiert, wenn das Einkaufen "auf der grünen Wiese" mit größerer Auswahl, niedrigeren Preisen und kostenlosen Parkplätzen attraktiv gemacht wird, oder wenn die Wege zwischen Randzonen und Zentren durch Auto- und Schnellbahnen geebnet werden.
So sorgen die zunehmenden Entfernungen zwischen Wohnort, Arbeitsplatz und den Orten der Grundversorgung sowie die höhere Freizeitmobilität für mehr und kleinteiligere Verkehre. Sie sind mit dem fahrplangebundenen Gemeinschaftsverkehr ökonomisch kaum rentabel zu bedienen. Nur in großen Städten kann der öffentliche Verkehr seine Vorteile auch umsetzen - oder auf langen Strecken, wo er mit hohem Komfort und hoher Geschwindigkeit nicht nur ökologisch dem Pkw überlegen ist.
Zusätzlich haben konjunkturelle Effekte und Energiepreise einen wichtigen Einfluss auf die Höhe der Verkehrsleistung. Geringeres verfügbares Einkommen und höhere Kraftstoffpreise führen zur Einsparung dort, wo es insgesamt am Verträglichsten erscheint: dem Bereich des Freizeit- und Urlaubsverkehrs. Eine wirtschaftliche Rezession führt zu weniger Berufsverkehr.
So zeigen die Verkehrsleistungen der vergangenen 10 Jahre ein insgesamt geringeres Wachstum als in den Jahren zuvor. Dabei ist es wahrscheinlich auch zu einem Rückgang des Freizeitverkehrs mit dem Pkw gekommen, während der Flugverkehr zu Urlaubszwecken stark zunahm. Demnach wurden die strukturellen Bedingungen, die zu mehr Personenverkehrsleistung führen, in den letzten Jahren überlagert von den konjunkturellen, eher den Verkehr dämpfenden Bedingungen.
Anhaltende Vorherrschaft des Pkw und Wachstum des Luftverkehrs
Der Personenverkehr stagniert mittlerweile bei rund 1050 Mrd. Personenkilometern (Pkm) pro Jahr. Diese Zahl schließt den grenzüberschreitenden Flugverkehr allerdings nicht mit ein. 2005 erreichte die Transportleistung der Flugabgänge ins Ausland 160 Mrd. Pkm.
Bei diesen Entwicklungen und den preislichen Verschiebungen zu Gunsten des Flugverkehrs wundert es nicht, dass sich - ebenso wie im Güterverkehr - der Zuwachs an Personenverkehrsleistung in der Vergangenheit überwiegend auf der Straße und aktuell vor allem in der Luft abspielte: Die Verkehrsleistung beim Schienenfernverkehr und beim öffentlichen Nahverkehr mit Bahnen und Bussen blieb im Zeitraum 1994 bis 2005 in etwa unverändert. Der Pkw-Verkehr nahm nur noch geringfügig zu. Sehr hohe Zuwächse verzeichnete der Personenflugverkehr.
Bekanntlich ist auch bei der Personenbeförderung der gemeinschaftliche Verkehr in Bussen und Bahnen umweltverträglicher als der Pkw-Verkehr, wenn die Passagierzahlen eine hinreichende Auslastung der gemeinschaftlichen Verkehrsmittel sicherstellen und dort auch anspruchsvolle Umweltstandards eingehalten werden. Der Luftverkehr weist den höchsten spezifischen Energieverbrauch auf. Seinen Emissionen kommt in großen Höhen zudem eine erhöhte Klimaschädlichkeit zu.
Daher ist es aus Umweltsicht erfreulich, wenn es Beispiele für einen florierenden Personenverkehr mit Bussen und Bahnen gibt. Denn er ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Mobilitäts- und Alltagskultur. Die Lebensqualität der Städte ist unmittelbar verbunden mit einem attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Personenverkehr.
Dennoch zeigen die nach wie vor hohe Personenverkehrsleistung, der hohe Anteil des Pkw-Verkehrs und die Steigerungsraten des Flugverkehrs das weiterhin bestehende Dilemma zwischen dem Gut (oder auch der Notwendigkeit) der hohen individuellen Mobilität und der Umweltbeeinträchtigung auf. Auch hier gibt es keinen Königsweg, mit dem alle Probleme lösbar sind.
Es gibt jedoch Ansätze, die von der Technik am Fahrzeug und den Eigenschaften der Kraftstoffe über die Fahrzeugbesetzung und die Attraktivitätssteigerung des gemeinschaftlichen Verkehrs bis hin zu einer höheren Bepreisung der Umweltfolgen und zur verträglicheren Regionalentwicklung reichen.
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