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Herausforderung Verkehr und Umwelt
Stand: September 2007
Verkehr und Umwelt - Herausforderungen
Die Straße dominiert im Güterverkehr
Viele Umweltprobleme des Güterverkehrs resultieren aus dem Energieverbrauch und den Emissionen, die beim Betrieb eines Verkehrsmittels anfallen. Ist ein Verkehrsmittel besser ausgelastet, sind die so genannten spezifischen Umweltwirkungen geringer. Günstiger ist es auch, größere Verkehrsmittel statt kleinerer einzusetzen, wenn eine entsprechende Auslastung sichergestellt werden kann. Und günstiger ist es auch, Güter statt auf der Straße auf der Schiene zu befördern, weil hier der Reibungswiderstand geringer, der Verkehrsfluss gleichförmiger ist, und damit weniger Energie verbraucht wird.
Zudem weist die Schiene den prinzipiellen Vorteil der Stromnutzung auf. Zur Stromerzeugung können auch CO2-freie Energien wie Wasserkraft eingesetzt werden; die Emissionen der fossilen Verstromung werden effizient gefiltert. Die Lkw-Emissionen werden oft in unmittelbarer Nähe zu Menschen abgegeben.
Doch trotz solcher bekannten Unterschiede in der Umweltverträglichkeit lief die Entwicklung in allen Ländern Europas und auch in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immer zu Gunsten des Straßenverkehrs und gegen Schiene und Binnenschiff, also zu Lasten der Umwelt. So hat - wie zuvor gezeigt - die Transportleistung des Güterverkehrs in Deutschland nicht nur kontinuierlich zugenommen, sondern hat sich auch zunehmend auf die Straße verlagert.
Dies ist eine fast zwangsläufige Folge der in den vergangenen Dekaden veränderten Produktionsstrukturen und Konsumgewohnheiten: Weg von den Massengütern, die die Domäne von Bahn und Schiff sind, hin zu den kleinteiligen und teilweise hochwertigen Gütern, der Domäne des flexiblen, Just-in-Time anliefernden, zuverlässigen und hierfür preiswerten Straßentransports. Zwei Beispiele sollen das verdeutlichen: Der Kauf über das Internet nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Waren werden mit Speditionen und fast immer mit dem Lkw befördert. Geschäfte, deren hohe Mieten die Lagerhaltung sehr teuer machen, lassen ihre Waren häufiger anliefern. Sie sparen damit Lagerkosten, erzeugen jedoch mehr Lkw-Verkehr.
Wegen der beschriebenen Trends und gegen den damit verbundenen Nutzen war eine Verlagerung von der Straße in der Vergangenheit schwer zu erreichen, obwohl dies explizites Ziel der bundesdeutschen Verkehrs- und Umweltpolitik der letzten Dekaden war. Dennoch gebieten die ökologischen Gründe, weiterhin eine Stärkung des Verkehrs auf Schiene und Schiff und damit eine Änderung des Modal Splits anzustreben. Die Bundesregierung und die EU unterstützen diese Ziele mit zahlreichen Förderungsprogrammen auf nationaler und EU-Ebene. So ist es den Bahnen in den letzten Jahren gelungen, einige der zwischenzeitlich verlorenen Güterverkehre wieder an sich zu ziehen und auch vom wachsenden Markt zu profitieren. Zudem könnte eine stärkere Internalisierung der ökologischen und sozialen Kosten zu einem ökologisch günstigeren Modal Split beitragen.
Der Straßengüterverkehr wächst - absolut und anteilig
2006 erreichte die Gütertransportleistung einen neuen Rekord von 600 Mrd. tkm. Knapp ¾ davon fielen auf die Straße.
Allerdings ist auch unbestritten, dass sich die generellen Umweltvorteile von Bahn und Binnenschiff nur dann realisieren lassen, wenn die verkehrlichen Randbedingungen wie eine hinreichende Auslastung, eine vernünftige Routenalternative oder geeignete Vor- und Nachlaufverkehre gegeben sind. Diese Einschränkungen erschweren eine prinzipielle Bewertung einer konkreten Beförderungssituation. Hinzu kommen die nach wie vor bestehenden Probleme des internationalen Bahntransportes: Während Güter auf der Straße barrierefrei befördert werden, gibt es auf der Schiene z.B. unterschiedliche Spurweiten sowie verschiedenartige Elektrizitäts- und Sicherheitssysteme.
So kann in der Praxis eine Verlagerung auf Bahn und Schiff nur einen Teil der Umweltprobleme beseitigen. Umso wichtiger ist es daher, dass alle Verkehrsmittel mit jeweils größtmöglicher Umweltverträglichkeit betrieben werden.
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