Stand: Juni 2006


Europäisches Schadstoffemissionsregister

Ein Ziel der Aarhus-Konvention ist es, die Bürger und Bürgerinnen in die Lage zu versetzen, sich auf einfache Art und Weise über die Schadstoffemissionen, der sich in ihrer Nachbarschaft befindlichen Industrieanlagen zu informieren. Die Aarhus-Konvention fordert daher die Vertragsparteien dazu auf, entsprechende Datenbanken und Register aufzubauen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Europäische Kommission ist seit längerem von der Wichtigkeit eines solchen Instruments überzeugt. Sie hat daher gemeinsam mit den Mitgliedstaaten ein Europäisches Schadstoffemissionsregister (kurz EPER, aus dem Englischen: European Pollutant Emission Register) aufgebaut. Das EPER ist seit Februar 2004 der Öffentlichkeit zugänglich. Das EPER ist ein Register, das Emissionsdaten für eine Vielzahl industrieller Betriebseinrichtungen in Europa enthält. Es erfasst die Freisetzung von 50 Schadstoffen in die Luft und deren Einleitung in Gewässer. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann über die EPER-Datenbank Informationen über eine Vielzahl von einzelnen Industriestandorten in Europa abfragen.

Die Informationen der EPER-Datenbank für Deutschland sind auch auf einer deutschen Internetseite www.eper.de verfügbar.

Aus der Aarhus-Konvention ist das Protokoll zur Errichtung von Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregistern (kurz PRTR aus dem Englischen Pollutant Release and Transfer Register) hervorgegangen. Die Veröffentlichung der entsprechenden Emissionsdaten ist für 2009 vorgesehen. Dann wird das PRTR das EPER ablösen. Der Informationsumfang des PRTR ist gegenüber dem EPER erweitert. Neben Emissionen in Luft und Wasser sind auch Emissionen in den Boden zu berichten. Damit werden erstmals medienübergreifend Emissionen in alle Umweltmedien erfasst. Die Anzahl der berichtspflichtigen Betriebe und die Anzahl der zu berichtenden Schadstoffe werden steigen. Außerdem sind Verbringungen von Abfällen und von Schadstoffen in Abwasser zu berichten.

Zum PRTR gibt es bereits eine Internetseite www.prtr.de. Weiterhin wird auch die Europäische Kommission für ein europaweites PRTR eine entsprechende Internetseite einrichten.