Stand: Juni 2009
Das Wattenmeer ist eine im weltweiten Maßstab einzigartige Naturlandschaft. Seine Einzigartigkeit spiegelt sich nicht allein in seiner besonderen Schönheit, sondern vor allem auch in seinem Reichtum an Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten. Das angemeldete Gebiet umfasst die beiden Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie das Schutzgebiet in den Niederlanden mit einer Fläche von knapp 9.684 Quadratkilometern.
Die Auszeichnung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe bietet für die Region große Chancen. Mit der Anerkennung gehört das Wattenmeer nun zum Kreis der anerkannten einmaligen Naturgebiete. Dazu zählen auch das Great Barrier Reef vor Australien und der Grand Canyon in den USA.
Im Januar 2008 hatten Deutschland und die Niederlande im Rahmen der trilateralen Wattenmeeerkooperation bei der UNESCO den Antrag gestellt, das deutsch-niederländische Wattenmeer als Weltnaturerbe anzuerkennen. Das angemeldete Gebiet umfasst nahezu die Flächen der beiden Wattenmeer-Nationalparks in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie des PKB-Schutzgebiets in den Niederlanden mit einer Fläche von zusammen knapp 9.684 Quadratkilometern (PKB: Planologische Kernbeslissing, das heißt "Planerische Kernentscheidung" - ein nationales Raumplanungsdokument, das in den Niederlanden den Status eines Gesetzes hat).
Das Wattenmeer wurde unter drei Kriterien als Weltnaturerbe angemeldet:
Der Antrag wurde von der Weltnaturschutzunion IUCN fachlich beurteilt. Bei der Prüfung der Kriterien legte die IUCN folgende zwei Maßstäbe an:
Das Internationale Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (kurz: Welterbe-Konvention) wurde 1972 verabschiedet. Derzeit gibt es 878 Welterbestätten, davon 679 Weltkulturerbe, 175 Weltnaturerbe und 25 gemischte Stätten (Stand: Mai 2009). Es ist damit das größte und wichtigste Übereinkommen der Völker der Welt zum Schutz des gemeinsamen kulturellen und natürlichen Erbes der Menschheit. Anträge für Weltnaturerbestätten werden von der UNESCO zur fachlichen Beurteilung an die Weltnaturschutzorganisation IUCN gegeben.