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Stand: März 2010

Tagung zum Weltklimarat IPCC in Eisenach

Hundert deutsche Klimaforscherinnen und forscher diskutieren über ihre zukünftige Arbeit

Am 22. und 23. Februar 2010 tagten etwa hundert deutsche Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Forschungsrichtungen in Eisenach, um sich über die Vorbereitung auf den 5. Sachstandsbericht sowie die aktuelle IPCC-Debatte auszutauschen. Die Tagung wurde von der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle im Auftrag der Bundesministerien für Umwelt (BMU) und Forschung (BMBF) veranstaltet.

 

Die anwesenden Wissenschaftler sowie Vertreter des BMU und BMBF bekräftigten ihre Unterstützung für den IPCC als solide wissenschaftliche Basis in Sachen Klimawandel. Es bestand Einigkeit, dass der Erfolg des IPCC auf der Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Wissenschaft und dem ausführlichen Überprüfungsprozess unter breiter Beteiligung von Experten weltweit beruht. Die Bundesregierung unterstützt deshalb die Schaffung ähnlicher Gremien zur Bewältigung anderer Umweltprobleme, etwa der Biodiversität.

Die Tagungsteilnehmer sahen die vom VN-Generalsekretär und vom IPCC in Auftrag gegebene unabhängige Untersuchung der Verfahrensregeln und Arbeitsweisen des Weltklimarats durch externe Wissenschaftler als Chance, den IPCC und seine Glaubwürdigkeit zu stärken. Sie diskutierten konkrete Vorschläge für Verbesserungen in der Arbeitsweise, zur Stärkung des Überprüfungsprozesses und zur Darstellung in der Öffentlichkeit. Wissenschaftler betonten jedoch, dass die sehr wenigen isolierten Fehler die Qualität und die Grundaussagen der IPCC-Berichte in keiner Weise in Frage stellen.

Die Vertreter von BMU und BMBF bekräftigten ihre Unterstützung und ihre Dankbarkeit für das Engagement der Wissenschaftler, deren Bereitschaft, sich am nächsten Sachstandsberichtes zu beteiligen, ungebrochen ist.

Hintergrund

Im von UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und WMO (Welt- Meteorologie-Organisation) eingerichteten Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) beschließen die Mitgliedsregierungen die Struktur der wissenschaftlichen Sachstandsberichte. Diese werden unter breiter Beteiligung von Wissenschaftlern weltweit nach verabschiedeten IPCC-Grundsätzen und –verfahren erstellt und in mehrfachen Überprüfungsschritten durch Experten und Regierungen begutachtet. Die Zusammenfassungen für Entscheidungsträger werden von den Mitgliedsregierungen im Konsens angenommen.

Nominierung von Autoren:

Die Leitautoren werden von den aus Wissenschaftlern aus allen Weltregionen zusammengesetzten Vorständen der Arbeitsgruppen des IPCC auf Grundlage von Nominierungen durch die Mitgliedsregierungen ausgewählt. Weitere Leitautoren, deren Expertise benötigt wird, können von den Vorständen berufen werden. Die Vorstandsmitglieder wurden 2009 von den Mitgliedsstaaten für den Zeitraum bis ein Jahr nach der Erstellung des 5. Sachstandsberichtes (bis 2015) gewählt. Die Vorstände wählen die Autoren gemäß den IPCC-Prinzipien und Prozeduren im Mai 2010 aus. Dabei berücksichtigen sie insbesondere die wissenschaftliche Expertise sowie zusätzlich andere Aspekte wie die geographische Verteilung. Deutschland ist über den Ökonomen Prof. Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung als Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe III („Minderung“) im Vorstand vertreten. Insgesamt werden etwa 600 bis 700 Wissenschaftler als Hauptautoren ausgewählt werden. Diese werden dann eine Vielzahl weiterer Wissenschaftler zu Beiträgen einladen. Die deutsche Regierung hat im Rahmen des Nominierungsprozesses etwa 100 Autoren aus allen Forschungsrichtungen als mögliche Hauptautoren des nächsten Sachstandsberichtes nominiert.

Die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle wurde 1998 am Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eingerichtet. Sie erfüllt folgende Aufgaben:

  • Zuarbeit für BMBF und BMU in IPCC-Angelegenheiten
  • Kontinuierliche Unterrichtung der deutschen Wissenschaftsgemeinde über die IPCC-Arbeit und das hierfür relevante Umfeld
  •  

  • Beratung von BMU und BMBF in fachlichen Fragen und Identifizierung von zusätzlichem Forschungsbedarf
  •  

  • Administrative und fachliche Unterstützung der von der Bundesregierung benannten und von IPCC ausgewählten Autoren und Gutachter
  • Unterrichtung der Öffentlichkeit über die IPCC-Arbeit, z.B. durch deutsche Übersetzungen von IPCC-Veröffentlichungen

Zur unabhängigen Überprüfung des IPCC:

VN-GS Ban Ki-moon und der Vorsitzende des IPCC, Dr. Rajendra Pachauri haben am 10. März die internationale Dachorganisation von Wissenschaftsakademien InterAcademy Council (IAC) mit der Aufstellung eines unabhängigen Expertenpanels zur Überprüfung der IPCC-Arbeitsweisen und –Verfahren beauftragt. Dieser soll bis zum Sommer (31. August) abgeschlossen und in der nächsten IPCC-Plenarsitzung im Oktober erörtert werden. Mit diesem Vorstoß soll die Qualität der Berichte weiter gesteigert und die Wiederherstellung des Vertrauens der Öffentlichkeit in den IPCC befördert werden.

Zum mit der Überprüfung des IPCC beauftragten IAC:

Das InterAcademy Council (IAC) wurde im Jahr 2000 von nationalen wissenschaftlichen Akademien der Welt gegründet. Ziel ist, unabhängige wissenschaftliche Beratung für internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und die Weltbank zu globalen Fragen bereitzustellen. Dem Vorstand des IAC gehören 18 Mitglieder an, darunter die Präsidenten von 15 nationalen Akademien und entsprechenden Wissenschaftsorganisationen. Das IAC Sekretariat hat seinen Sitz bei der Königlich Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften (KNAW) in Amsterdam. Für Deutschland ist Herr Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften im Vorstand vertreten.

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