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Stand: Juni 2009

Gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung

Die gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung ist der Teil der Umweltbeobachtung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Das Umweltbundesamt nutzte dazu bisher zwei Instrumente: den Umwelt-Survey und den Humanteil der Umweltprobenbank des Bundes.

Der Umwelt-Survey dient der Ermittlung und Aktualisierung von repräsentativen Daten über die innere Schadstoffbelastung des Menschen und die Schadstoffbelastung im häuslichen Bereich. Dazu werden Blut und Urin und in der Wohnung unter anderem Innenraumluft oder Hausstaub auf bestimmte Schadstoffe untersucht. Die teilnehmenden Personen werden ergänzend befragt. Die Fragen beziehen sich beispielsweise auch auf die Wohnverhältnisse und umweltrelevante Verhaltensweisen. Alle am Umwelt-Survey beteiligten Personen nehmen zugleich am Bundes-Gesundheitssurvey des Robert Koch-Institutes teil. Es wurden vier Erhebungen durchgeführt:

Die Umweltprobenbank des Bundes archiviert tiefgekühlt Umwelt- und Humanproben, die vor ihrer Einlagerung auf umweltrelevante Schadstoffe analysiert werden. Dadurch sind Aussagen zu zeitlichen Veränderungen der Schadstoffbelastung möglich. In den eingelagerten Proben können zudem rückwirkend Stoffe oder deren Metabolite ermittelt werden, die zum Zeitpunkt der Einlagerung noch nicht als Umweltschadstoffe bekannt oder analysierbar waren. Für den Humanbereich werden jährlich junge Erwachsene (meist Studenten) der Universitäten Münster (seit 1984), Halle/Saale (seit 1995), Greifswald (seit 1996) und Ulm (seit 1997) untersucht. Die Probenahme wird durch eine Fragebogenerhebung zu soziodemografischen Angaben, umweltrelevanten Verhaltensweisen und belastungsrelevanten Bedingungen ergänzt.

Was ist Human-Biomonitoring?

Als Human-Biomonitoring (HBM) bezeichnet man die Untersuchung von Blut, Urin, Frauenmilch und anderen Körpermedien auf Schadstoffe oder ihre Stoffwechselprodukte (Metabolite). Es gibt Auskunft darüber, welche Schadstoffe in welchen Mengen aus der Umwelt in den menschlichen Körper gelangt sind.

Es sagt im Allgemeinen aber nichts über Zeitpunkt und Belastungsquelle (Luft, Wasser, Lebensmittel und ähnlichem) aus. Manche Schadstoffe können sich bei fortgesetzter Aufnahme in verschiedenen Organen anreichern. Teilweise sind weitergehende Untersuchungen erforderlich, um Aufnahmepfade und Belastungsquellen zu identifizieren und gegebenenfalls Maßnahmen zur Minimierung einzuleiten.

Die Human-Biomonitoring-Kommission hat für eine Reihe von Schadstoffen in Körpermedien Referenzwerte und Human-Biomonitoring-Werte festgelegt. Ein Referenzwert ist statistisch ermittelt und sagt etwas über den Ist-Zustand der körperlichen Belastung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt aus, eine gesundheitliche Bedeutung kommt ihm nicht zu. Human-Biomonitoring-Werte sind demgegenüber toxikologisch begründet abgeleitet und daher gesundheitlich bedeutsam. Der HBM-I-Wert ist als Prüf- oder Kontrollwert und der HBM-II-Wert als Interventions- und Maßnahmenwert anzusehen. Denn bei dessen Überschreitung ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich. Es besteht akuter Handlungsbedarf zur Verminderung der Belastung und zu einer umweltmedizinischen Betreuung.

Das umweltbezogenene Human-Biomonitoring ist ein unverzichtbares Kontrollinstrument für den Erfolg umweltpolitischer Maßnahmen. Künftige Ergebnisse werden zeigen, ob sich das europäische Regelwerk zur Chemikalienpolitik REACH bewährt. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt sind bemüht, zukünftig im Rahmen des Human-Biomonitoring auch solche Schadstoffe messen zu können, für die es bisher keine geeigneten Analysemethoden gibt. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Konferenz Human-Biomonitoring - Möglichkeiten und Grenzen für Politik und Gesellschaft, die gemeinsam mit dem Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) organisiert wurde. Um das umweltbezogene Human-Biomonitoring an REACH anzupassen, sollen zeitnah die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden.

Deutschland nimmt mit seinen Human-Biomonitoring-Aktivitäten eine Vorreiterrolle in Europa ein und engagiert sich deshalb sehr bei den laufenden Aktivitäten zur Etablierung eines europaweiten Human-Biomonitoring, das derzeit von der EU-Kommission koordiniert wird.

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