Stand: Dezember 2007
In der Europäischen Union wird derzeit eine EU-weite Bestandserhebung über den Zustand der biologischen Vielfalt erarbeitet. Berücksichtigt werden alle Arten und Lebensräume, die von der Naturschutzrichtlinie der EU (FFH-Richtlinie) erfasst sind, entsprechend den Vorgaben des Artikels 17 der FFH-Richtlinie. Sämtliche Mitgliedsstaaten erstellen dazu Berichte, in denen der Erhaltungszustand der jeweiligen Arten und Lebensräume in einem Ampelschema mit rot (schlecht), gelb (unzureichend) und grün (günstig) bewertet werden. Auf europäischer Ebene werden diese Daten dann zu einem Gesamtbild zusammengefügt, wie es um den Zustand der Natur in der EU bestellt ist.
Der nationale Bericht über den Zustand von Arten und Lebensräumen in Deutschland wurde in enger Zusammenarbeit von Bund und Ländern erarbeitet und im Dezember 2007 offiziell an die Europäische Kommission übermittelt. Mit diesem Bericht wird erstmalig ein umfassender, amtlicher Bericht über den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland verfasst und veröffentlicht.
Die Bewertung des Erhaltungszustandes der Arten und Lebensraumtypen erfolgte dabei auf der Ebene der europäischen Naturräume (sogenannte biogeographische Regionen). In Deutschland gibt es drei biogeographische Regionen (siehe Abbildung 1): Die atlantische Region im Nordwesten Deutschlands (Teile Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens, Schleswig-Holsteins und Sachsen-Anhalts sowie ganz Hamburg und Bremen, entsprechend 20% der Landfläche Deutschlands), die kontinentale Region (in der mit Ausnahme von Hamburg und Bremen alle Bundesländer ganz oder teilweise liegen, entsprechend 79% der Landfläche) und die alpine Region (die nur kleine Bereiche von Bayern beinhaltet, entsprechend 1% der Landfläche).

Abbildung 1: Karte der biogeographischen Regionen in Deutschland (Quelle: BfN)
Die folgenden Abbildungen geben einen Überblick über die Ergebnisse in den drei biogeographischen Regionen in Deutschland.

Abbildung 2: Übersicht der Ergebnisse in den drei biogeographischen Regionen (Quelle: BfN)
Es zeigt sich, dass sich in der atlantischen Region 28 Prozent der FFH-Lebensraumtypen in einem günstigen Erhaltungszustand befinden (Ampelbewertung "grün"). 25 Prozent aller Lebensraumtypen sind mit "gelb", also unzureichend, bewertet worden, 43 Prozent befinden sich in einem schlechten Erhaltungszustand (Ampelbewertung "rot"). Für 5 Prozent der Lebensraumtypen in der atlantischen Region fehlen ausreichend verlässliche Daten um eine eindeutige Schlussbewertung abzugeben, so dass im Gesamturteil ein "unbekannt" vergeben wurde.
In der kontinentalen Region werden 25 Prozent der Lebensraumtypen mit "grün" bewertet, 49 Prozent werden "gelb" eingestuft, während für 21 Prozent ein schlechter Zustand ("rot") festzustellen ist. Auch hier fehlen bei 5 Prozent der Lebensraumtypen die erforderlichen Kenntnisse, um eine verlässliche Einschätzung vornehmen zu können.
In der alpinen Region befinden sich 60 Prozent der Lebensraumtypen in einem günstigen Erhaltungszustand. Für 26 Prozent wird der Erhaltungszustand als unzureichend eingestuft. Lediglich bei 7 Prozent war eine Bewertung mit "rot" notwendig. Der Anteil der "unbekannt"-Einstufung liegt hier ebenfalls bei 7 Prozent.
Bei den Arten ergibt sich folgendes Bild: In der atlantischen Region werden 18 Prozent der dort vorkommenden Arten mit einem günstigen Erhaltungszustand bewertet. 26 Prozent der Arten befinden sich in einem unzureichenden Erhaltungszustand ("gelb"), während in einem Drittel der Fälle (33 Prozent) ein "rot" vergeben werden musste (schlechter Erhaltungszustand). Bei den Arten ist zusätzlich ein sehr hoher Anteil (23 Prozent) mit "unbekannt" bewertet worden, weil über diese Arten keine ausreichenden Kenntnisse für eine Gesamtbewertung vorliegen.
In der kontinentalen Region sind 17 Prozent der Arten mit einem günstigen Erhaltungszustand bewertet worden. 28 Prozent der Arten sind mit "gelb", also einem unzureichenden Erhaltungszustand, bewertet worden. "Rot" (schlechter Erhaltungszustand) musste in 29 Prozent aller Fälle vergeben werden. Auch in der kontinentalen Region gibt es einen sehr hohen Anteil von 26 Prozent, der mit "unbekannt" bewertet wurde.
In der alpinen Region können 53 Prozent der Arten mit "grün" bewertet werden. 15 Prozent befinden sich in einem unzureichenden und 7 Prozent in einem schlechten Erhaltungszustand. Der Anteil an Arten für die keine Gesamteinstufung vorgenommen werden konnte, beträgt in der alpinen Region 25 Prozent.
Dieses Gesamtbild für Deutschland stellt sich nicht überraschend dar: Bei den Arten und Lebensräumen, die von der EU-Naturschutzrichtlinie erfasst sind, handelt es sich eben genau um solche, für die es bei der Verabschiedung der Richtlinie 1994 einen Besorgnis erregenden Zustand gab. Insofern ist der Anteil der Arten und Lebensräume, die sich bereits im "grünen Bereich" befinden, durchaus beachtlich. Dies zeigt bereits erste Erfolge der Länder bei der Umsetzung der europäischen Naturschutzpolitik.
Hierzu Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir können heute feststellen, dass die schlimmsten Schäden an unserer natürlichen Umwelt in Deutschland bis in die 80er Jahre hinein stattgefunden haben, aber nicht mehr seit Inkrafttreten der FFH-Richtlinie im Jahr 1994. Das erklärt übrigens auch, warum die Ergebnisse des FFH-Berichts positiver ausfallen, als die Einstufungen der Roten Listen vermuten lassen, da diese die Zeit vor 1994 einbeziehen. Die Ergebnisse sollten uns daher ermutigen: wir sind in der Lage, negative Trends bei der biologischen Vielfalt umzukehren und mit unseren Bemühungen erfolgreich unsere natürliche Umwelt zu schützen und auch wiederherzustellen."
Die Ergebnisse des deutschen FFH-Berichts zeigen aber auch, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, da sich nach wie vor nur kleine Anteile der Arten und Lebensräume in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. Zudem gilt es immer zu berücksichtigen, dass der Zustand der biologischen Vielfalt im Referenzjahr 1994 kein Idealzustand war. Nicht zuletzt deswegen gab und gibt es die Notwendigkeit für die europäischen Naturschutzrichtlinien. Der größere Teil der Arbeit in Deutschland liegt daher noch vor uns.
Für Deutschland wurden insgesamt die 91 Lebensraumtypen und 230 Arten der FFH-Richtlinie untersucht; Es sind also nicht alle in Deutschland vorkommenden Lebensraumtypen und Arten bewertet worden, sondern nur die, die tatsächlich unter den Schutz der FFH-Richtlinie gestellt wurden, weil sie bei der Verabschiedung der Richtlinie entweder als besonders gefährdet angesehen wurden oder weil Europa bzw. einzelne Mitgliedstaaten eine besondere, zum Teil sogar weltweite Verantwortung für diese Lebensräume oder Arten tragen;
Für jede dieser Lebensraumtypen und Arten wurde differenziert nach den oben erwähnten biogeographischen Regionen eine Einstufung nach dem so genannten "Ampelschema" in intensiven Diskussionen zwischen Bund und Ländern erarbeitet. "Rot" bedeutet, das der Erhaltungszustand als schlecht eingestuft wird; "gelb" heißt, dass der Erhaltungszustand als unzureichend bewertet wird, während "grün" signalisiert, dass der Erhaltungszustand günstig ist. Diesem sehr einfachen und plakativen Schema unterliegen diverse Teilparameter und auf europäischer Ebene genau abgestimmte Kriterien, die in der Zusammenschau für jeden Lebensraumtyp und jede Art die oben genannte Ampeleinstufung als Gesamtbewertung ergibt. Wenn zu viele dieser Teilparameter nicht ausreichend sicher bestimmt werden können, erfolgt zwangsläufig eine Einstufung der Art oder des Lebensraumtyps als "unbekannt". Dies bedeutet also nicht, dass man über keine Erkenntnisse zu der Art oder dem Lebensraumtyp verfügt, sondern dass diese Kenntnisse lückenhaft und daher ergänzungsbedürftig sind (dies gilt bei den Arten insbesondere für rund 30 Torfmoose, deren Nutzung nachhaltig gestaltet werden soll; dies ist der Grund für den hohen Anteil "unbekannter" Arten).
| Biogeographische Regionen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Deutscher Name | atlantisch | kontinental | alpin |
| Canis Lupus | Wolf | - | schlecht | - |
| Castor fiber | Biber | unzureichend | unzureichend | günstig |
| Phoca vitulina | Seehund | günstig | schlecht | - |
Der Wolf ist erst in jüngster Zeit wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Derzeit leben drei Rudel in der Lausitz in Sachsen, die der kontinentalen biogeographischen Region zuzuordnen ist. Dies ist eine zu geringe Anzahl, um das langfristige Überleben der Art in Deutschland zu sichern. Zwar geht man einerseits davon aus, dass seine Verbreitung zunehmen wird, aber aufgrund seiner großen Raumansprüche ist nicht sicher, ob er und wie rasch er sich in Deutschland zu einer größeren Population entwickelt. Der Erhaltungszustand des Wolfes in der kontinentalen Region wird daher noch als schlecht, also "rot" eingestuft. In den beiden anderen biogeographischen Regionen kommt der Wolf nicht vor, so dass hier über den Wolf nicht berichtet wird.
Der Biber ist in Deutschland in der Ausbreitung begriffen und hat in vielen Gebieten im Süden Deutschlands bereits einen günstigen Erhaltungszustand erreicht. Dementsprechend wird er in der alpinen Region bereits mit "grün" bewertet. In einigen Gegenden Deutschlands fehlt er jedoch noch ganz, so dass aufgrund dieser unzureichenden Verbreitung die Gesamtbewertung in der atlantischen und der kontinentalen Region nicht "grün" sondern "gelb" (unzureichend) ist.
Der Seehund wird in der Nordsee (und damit in der atlantischen Region Deutschlands) grün eingestuft, d.h. sein Erhaltungszustand ist günstig. Die Art nimmt ihr natürliches Verbreitungsgebiet ein, es existiert eine ausreichend große Anzahl von Tieren, deren Altersstruktur keinerlei Anlass zur Besorgnis gibt und es sind keine strukturellen Rückgänge zu erkennen, die Anlass zur Sorge geben müssten. Anders ist dies in der deutschen kontinentalen Region, also der Ostsee. Hier gibt es vereinzelte Sichtungen in der Wismarer Bucht, aber bisher gibt es noch keine stabile Population, die sich im gesamten potentiellen Verbreitungsgebiet ausgebreitet hat. Daher wird der Seehund in der kontinentalen Region mit "rot" bewertet.
Die Gesamtbewertungen aller Arten finden sich: hier (PDF-Datei, 81 kByte).
| Biogeographische Regionen | ||||
|---|---|---|---|---|
| LRT-Nr. | Bezeichnung | atlantisch | kontinental | alpin |
| 8340 | Gletscher | - | - | schlecht |
| 9110 | Hainsimsen-Buchenwald | unzureichend | günstig | günstig |
| 9130 | Waldmeister-Buchenwald | unzureichend | günstig | günstig |
Gletscher kommen in Deutschland nur in der alpinen biogeographischen Region vor. Aufgrund des Klimawandels nimmt sowohl ihr Verbreitungsgebiet als auch ihre aktuelle Fläche ab, und es ist davon auszugehen, dass sich dieser Rückgang auch in Zukunft fortsetzen wird. Ihr Erhaltungszustand wird daher als schlecht ("rot") bewertet.
Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für bestimmte Buchenwaldtypen, da diese hier im Zentrum ihrer mitteleuropäischen Verbreitung sind. Dies sind insbesondere der Hainsimsen-Buchenwald und der Waldmeister-Buchenwald, die beide vorwiegend in der kontinentalen Region anzutreffen sind. (Die unter den Buchen wachsende charakterisierende Art Hainsimse steht für bodensaure Buchenwälder. Der Waldmeister charakterisiert die kalkhaltigen Standorte und die darauf wachsenden Buchenwälder.) Diese beiden Lebensraumtypen sind die mit Abstand am häufigsten vorhandenen deutschen FFH-Lebensraumtypen mit einer Fläche von jeweils deutlich über 6.000 km². Beide Buchenwaldtypen werden in der kontinentalen und der alpinen Region mit "grün", also einem günstigen Erhaltungszustand, bewertet. Die Lebensraumtypen sind hier in Ausbreitung begriffen und ihre Zukunftsaussichten werden als gut eingeschätzt. In der atlantischen Region werden die Zukunftsaussichten der beiden Buchenwaldtypen auch als gut betrachtet, allerdings ist ihre aktuelle Fläche in dieser Region noch nicht ausreichend. Daher wird der Erhaltungszustand hier als unzureichend ("gelb") eingestuft. Angesichts der besonderen deutschen Verantwortung für die Buchenwälder muss die "grüne" Einstufung in der kontinentalen und alpinen Region auch als Verpflichtung verstanden werden, dass diese günstige Situation auch auf Dauer erhalten bleibt. In der atlantischen Region hingegen sind die Anstrengungen, hier einen günstigen Erhaltungszustand zu erzielen, mit aller Kraft weiterzuführen.
Die Gesamtbewertungen aller Lebensraumtypen finden sich: hier (PDF-Datei, 60 kByte).
Die Bewertungen im Rahmen des deutschen FFH-Berichts stellen eine Bestandsaufnahme seit Inkrafttreten der Richtlinie 1994 dar. Sie geben Auskunft über den Trend der Entwicklung gefährdeter Arten und Lebensräume seit diesem Zeitpunkt und liefern damit eine solide Datenbasis für die zukünftigen Prioritätensetzungen des Naturschutzes in Bezug auf die unter die FFH-Richtlinie fallenden Arten und Lebensräume. Der FFH-Bericht ist jedoch keine "historische Abrechnung" über Entwicklungen, die vor dem Inkrafttreten der FFH-Richtlinie zu einem teilweise dramatischen Rückgang von Arten und Lebensraumtypen geführt haben , beispielsweise im Zuge der Industrialisierung oder in der Nachkriegszeit. Damit unterscheidet er sich beispielsweise von den Roten Listen, die auch die historischen Entwicklungen vor 1994 berücksichtigen und damit z.T. zu durchaus schlechteren Beurteilungen des Status von Biotopen und Arten kommen.
Im Unterschied zu den FFH-Berichten die einige Bundesländer derzeit vorbereiten oder z.T. schon veröffentlicht haben, beziehen sich die Bewertungen des nationalen FFH-Berichts immer auf die jeweilige biogeographische Region Deutschlands als Ganzes. Diese umfasst in der Regel mehrere Bundesländer. Innerhalb der biogeographischen Region kann der Erhaltungszustand von Arten und Lebensraumtypen durchaus variieren. So mag es in manchen Bundesländern einzelnen Lebensraumtypen oder Arten deutlich besser oder schlechter gehen, als es in der deutschen Bewertung zum Ausdruck kommt.
Da dies der erste FFH-Bericht mit der Bewertung der Lebensraumtypen und Arten ist, ist seine Hauptaufgabe, eine Erstbestandsaufnahme zu liefern. Die Mitgliedsstaaten der EU sind verpflichtet, alle 6 Jahre erneut die Lebensraumtypen und Arten in Folgeberichten zu bewerten, so dass dann Trends zu erkennen sind. Damit wird erstmalig ein umfassendes Controllingsystem für die biologische Vielfalt in Europa aufgebaut.
Die Europäische Kommission plant innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre aus den Berichten der Mitgliedstaaten einen Gesamtüberblick über die Erhaltungssituation der Lebensraumtypen und Arten in ganz Europa zu erstellen. Dabei handelt es sich insgesamt um 230 Lebensraumtypen und über 1000 Arten, da der Naturreichtum der 27 Mitgliedstaaten natürlich mehr umfasst, als nur die in Deutschland vorhandenen Lebensraumtypen und Arten. Die Auswertungen auf europäischer Ebene werden auch wieder differenziert nach den unterschiedlichen biogeographischen Regionen erfolgen. Die europäische atlantische Region umfasst Teile von Deutschland, Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal und vor allem Großbritannien und Irland. Die europäische kontinentale Region besteht aus großen Teilen von Deutschland, ganz Polen, der gesamten Tschechischen Republik und den östlichen Teilen Frankreichs und Italiens. Die europäische alpine Region umfasst nicht nur die Alpen, sondern auch die anderen Hochgebirgsregionen in der EU (Pyrenäen, Apennin, Karpaten und das Skandinavische Gebirge), so dass neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, Spanien, Polen, die Slowakei, Rumänien, Schweden und Finnland Anteile an dieser biogeographischen Region besitzen. Die Zusammenfassung der nationalen Berichte auf europäischer Ebene wird daher einen sehr intensiven Austausch zwischen allen Beteiligten erfordern.
Weitere Informationen zu den FFH-Berichtspflichten auf europäischer Ebene finden Sie auf den Internetseiten der Europäischen Kommission.
Die Ergebnisse aus dem Bericht müssen im Sinne eines guten Controllings eine Orientierung bieten, wo im Naturschutz besondere Anstrengungen erforderlich sind, um den Rückgang der biologischen Vielfalt zum Stillstand zu bringen. Dort, wo das Netz Natura 2000 betroffen ist, existiert eine rechtliche Verpflichtung aus der Richtlinie, die allerdings nicht mit einem fixen Zeithorizont versehen ist. Diese Verpflichtung beinhaltet jedoch nicht, dass jedes einzelne FFH-Gebiet für jeden Lebensraumtyp und jede Art in einen günstigen Zustand zu bringen wäre; das wäre unter Umständen auch kein optimaler Einsatz von Ressourcen und bei teilweise widersprüchlichen naturschutzfachlichen Anforderungen von diversen Lebensraumtypen und Arten auch unmöglich. Vielmehr ist es wie bei jedem guten Controlling entscheidend, dass man die Ergebnisse des Berichts sehr sorgfältig analysiert und darauf hin überprüft, ob und wenn ja welche Maßnahmen genutzt werden können und sollen, um den Erhaltungszustand der einzelnen Arten und Lebensraumtypen insgesamt zu verbessern. Für diejenigen Arten und Lebensräume, die sich derzeit schon in einem günstigen Erhaltungszustand befinden, beinhaltet die "grüne" Einstufung eine Verpflichtung diesen positiven Zustand zu erhalten, um nicht beim nächsten Bericht eine Verschlechterung des Erhaltungszustands feststellen zu müssen.