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Stoffliche Belastung des Bodens

Zahlreiche Stoffe werden in Böden eingetragen. Teilweise geschieht dieser Eintrag absichtlich, wie z. B. bei der landwirtschaftlichen Düngung mit dem Ziel die Nutzpflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen, teilweise unbeabsichtigt mit Schadstoffen, die neben den Nährstoffen in Düngern enthalten sein können oder die über die Luft in den Boden gelangen. Eine stoffliche Belastung sind der Eintrag bzw. das Vorhandensein chemischer Elemente oder Verbindungen in einer Menge, die eine Beeinträchtigung der Bodenfunktionen wahrscheinlich macht. Damit ist auch ein Überangebot von Pflanzennährstoffen durch nicht bedarfsgerechte Düngung, das zur Eutrophierung (Überversorgung) des Bodens führt, eine Belastung des Bodens.

Wichtige bodenrelevante Stoffe und Stoffgruppen

  1. Schwermetalle, wie Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg). Sie können sich bei langjährigen Einträgen im Boden anreichern und bei Überschreiten bestimmter Konzentrationen zu Beeinträchtigungen von Bodenleben und Pflanzenwachstum sowie zu einem überhöhten Übergang in Nahrungs- und Futterpflanzen führen.
  2. Persistente organische Umweltchemikalien, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und polychlorierte Dibenzo-Dioxine und -Furane (PCDD/F). Sie können sich aufgrund ihrer geringen Abbaubarkeit ähnlich wie Schwermetalle im Boden verhalten und anreichern.
  3. Radionuklide, wie Cäsium oder Strontium. Sie sind z.B. beim Tschernobyl-Unfall freigesetzt worden.
  4. Säurebildner, wie vor allem Schwefelverbindungen (SO2) aus der Kohleverbrennung und Stickstoffverbindungen (NOx) aus Straßenverkehr und landwirtschaftlichen Massentierhaltungen. Diese können vor allem in Wäldern eine Versauerung des Bodens verursachen, wodurch insbesondere die Löslichkeit und damit die Austragsgefährdung von Schwermetallen ins Grundwasser erhöht wird. Bei extremen Verhältnissen können darüber hinaus irreversible Veränderungen oder Zerstörungen von Tonmineralen auftreten.
  5. Nährstoffe, wie Stickstoff (N) und Phosphor (P). Bei einem über dem Pflanzenbedarf hinausgehenden Überangebot können sie schädliche Auswirkungen auf Grund- und Oberflächenwasser auslösen.
  6. Pflanzenschutzmittel-Rückstände, die nicht oder nur langsam abgebaut werden. Es handelt sich in der Regel um organische, synthetisch hergestellte Chemikalien, von denen - heute in der BRD überwiegend nicht mehr zugelassene - persistente Verbindungen (z.B. DDT oder 2,4,5-T) sich im Boden anreichern konnten.

Quelle: Böden und Schadstoffe, Bundesverband Boden e.V. (BVB), Materialien, Bd. 4, Erich Schmidt Verlag , 2000

Konzentration an Schwermetallen in landwirtschaftlich verwertetem Klärschlamm
(mg/kg Trockensubstanz)
Quelle: Daten zur Umwelt 2000 und deutscher Klärschlammbericht an die Kommission der EU gem. RL 86/278 - Periode 2001-2003
Parameter19951997200120022003
Blei 73 63 53 50 48
Cadmium 1,5 1,4 1,2 1,1 1,1
Chrom 52 46 45 45 42
Kupfer 277 274 304 306 305
Nickel 24 23 27 27 27
Quecksilber 1,3 1 0,8 0,7 0,7
Zink 863 809 794 750 746
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