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Essen und Klimaschutz

Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 500 kg Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke) und verursacht dadurch auch Treibhausgase. Insgesamt trägt die Ernährung jährlich mit rund 2,1 t an klimarelevanten Emissionen pro Person zu den Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum bei und liegt damit ungefähr in derselben Größenordnung wie bei den Emissionen durch Mobilität in Deutschland.

Etwa 45% der Treibhausgase durch Ernährung entstehen bei der Erzeugung der Lebensmittel (einschließlich der Transporte), also z.B. auf dem Acker, im Kuhstall, aber auch bei der Verarbeitung oder durch den Supermarkt. Ein großer Teil entsteht weiterhin durch den Energieverbrauch zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln sowie anteilige Raumwärme (Küche) und Einkaufsfahrten.

Doch unsere Ernährung trägt nicht nur zum Klimawandel, sondern auch zu zahlreichen anderen Umweltproblemen bei, wie z.B. Überdüngung und Versauerung. Futtermittelanbau in weniger entwickelten Ländern kann zudem u.a. Wassermangel verschärfen und die Ernährungssituation verschlechtern.

Im Hinblick auf die Lebensmittelwahl gilt grundsätzlich, dass von Tieren stammende Nahrungsmittel, wie Fleisch, Butter und Eier erheblich umweltaufwändiger herzustellen sind, wie die gleiche Menge pflanzlicher Nahrung, z.B. Obst, Gemüse, Brot und eifreie Nudeln.

So werden 60% unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche als Weide oder zum Abbau von Viehfutter genutzt. Der Verbrauch an Wasser und Energie ist z.B. für Fleisch und Butter viel höher als für pflanzliche Lebensmittel. Pflanzliche Kost verursacht erheblich weniger an schädlichen Klimagasen im Vergleich zu Fleisch (insbesondere Rindfleisch), Butter und Milchprodukten.

Beim Vergleich landwirtschaftlich produzierter Lebensmittel schneiden Produkte aus ökologischer Landwirtschaft insgesamt besser ab als Produkte aus konventionellem Anbau:

Klimabilanz für Nahrungsmittel aus konventioneller und ökologischer Landwirtschaft beim Einkauf im Handel

NahrungsmittelCO2-Äquivalente in g je kg Produkt nach Anbauweise
konventionellÖkologisch
Geflügel3.5083.039
Geflügel-TK4.5384.069
Rind13.31111.374
Rind-TK14.34112.402
Schwein3.2523.039
Schwein-TK4.2824.069
Gemüse-frisch153130
Gemüse-Konserven511479
Gemüse-TK415378
Kartoffeln-frisch199138
Kartoffeln-trocken3.7763.354
Pommes-frites-TK5.7285.568
Tomaten-frisch339228
Brötchen, Weißbrot661553
Brot-misch768653
Feinbackwaren938838
Teigwaren919770
Butter23.79422.089
Joghurt1.2311.159
Käse8.5127.951
Milch940883
Quark, Frischkäse1.9291.804
Sahne7.6317.106
Eier1.9311.542

Quelle: GEMIS 4.4 (vgl. ÖKO 2007; dort auch Detaillierung der Prozessketten); TK = Tiefkühlprodukt

Was können Konsumentinnen und Konsumenten tun?

Weniger Fleisch und Milchprodukte

Durch eine bewusste Ernährung kann auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden: Ein geringerer Fleischkonsum, viel Teigwaren und Kartoffeln, ein hoher Anteil an Obst und Gemüse und nicht so viele bzw. fettarme Milchprodukte tragen zu mehr Umwelt- und Klimaschutz bei. Weniger, dafür hochwertigeres Fleisch muss keinen Verzicht bedeuten, zumal eine solche Ernährungsweise auch gesünder ist und Erkrankungen vorbeugen kann.

Lebensmittel: ökologisch, saisonal und regional

Werden die Lebensmittel dann noch aus ökologischem Anbau bezogen, verbessert das die Bilanz noch einmal. Sowohl ein regional, als auch ein saisonal orientierter Einkauf ist gut für die Umwelt, aber auch für die Gesundheit und den Geldbeutel.

Denn Obst und Gemüse der Saison sind nährstoffreicher und in der Regel preiswerter, oft ist auch die Schadstoffbelastung geringer. Regionale Produkte sind in der Regel frischer, da sie nicht weit transportiert werden müssen. Verringerte Transportwege und Lagernotwendigkeiten schützen auch das Klima. Zudem werden lokale Anbieter unterstützt.

Auf Kennzeichnungen achten

Die Kennzeichnung mit dem EU-Biosiegel oder dem Deutschen Biosiegel weist auf den ökologischen Anbau hin und kann die Kaufentscheidung unterstützen.

Kennzeichen von Anbauverbänden, wie "demeter" oder "Naturland" u.a., haben teilweise noch höhere Standards (zur Bewertung von Labels: siehe www.label-online.de)

Das Auto stehen lassen

Wird der Einkauf zudem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV erledigt und werden bei der Lagerung und Zubereitung zu Hause effiziente Geräte eingesetzt (siehe www.blauer-engel-produktwelt.de und www.ecotopten.de), kann jeder einen guten Beitrag zum klimagerechten Verhalten in der Ernährung leisten.

Lebensmittelabfälle vermeiden

In Deutschland und in anderen Industrieländern werden viele Lebensmittel weggeworfen, im Einzelhandel, aber auch zu Hause. Eine Ursache dafür, dass Lebensmittel unnötig auf dem Müll landen, ist die falsche Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Es wird vom Verbraucher oft so verstanden, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar und daher wegzuwerfen ist. Eine gut geplante Vorratshaltung sowie kreative Resteverwertung, der Kauf kleiner Verpackungsgrößen sind weitere Möglichkeiten für die Konsumenten, Lebensmittelabfälle zu verringern. (vgl. BMELV-Kampagne www.jedes-mahl-wertvoll.de)

Die Bundesregierung unterstützt vielfältige Initiativen und Projekte, die den bewussten Umgang mit Lebensmitteln und eine Reduzierung der Umweltwirkungen der Ernährung zum Ziel haben.

Einen Beitrag leistet auch das vom Bundesumweltministerium derzeit mit dem Deutschen Vegetarierbund e.V. unterstützte Projekt des Deutschen Vegetarierbundes e.V. "Sustain Table", mit dem Gemeinschaftsverpfleger, wie Kantinen und Mensen, für Umweltaspekte von Produkten, Transport, Verarbeitung und Zubereitung von Nahrungsmitteln stärker sensibilisiert werden sollen.

Der vom BMU geförderte KonsumCheck im Rahmen des Projektes "Klima sucht Schutz" gibt Auskunft zur Klimabilanz ausgewählter Lebensmittel (siehe www.klima-sucht-schutz.de).

(Quellen: Öko-Institut e.V.: "Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln"; aid infodienst: "Mein Essen - Unser Klima")

Weitere Informationen:

www.bmelv.bund.de
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Tel: 0228 99 5229-0
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin
Tel: 030 18 529-0

www.uba.de
Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau
Tel: 0340 2103-0

www.vebu.de
VEBU – Vegetarierbund Deutschland e.V.
Glatzer Straße 5
10247 Berlin
Tel: 030 20050799

www.klima-sucht-schutz.de
"KonsumCheck"
co2online gemeinnützige GmbH
Holzkirchstraße 9
10829 Berlin
Tel: 030 76 76 85-25

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