Stand: September 2012

Marrakesch-Prozess für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster

Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg im September 2002 wurde die Entwicklung eines Zehn-Jahres-Rahmenprogramms für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster beschlossen. Das Programm soll einen Rahmen für vielfältige Aktivitäten weltweit bilden, die das Ziel verfolgen, Produktion und Konsum stärker an den Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung zu orientieren. Eine Konkretisierung dieser Ziele wurde im Juni 2003 auf der von den Vereinten Nationen organisierten internationalen Startkonferenz zu diesem Rahmenprogramm in Marrakesch vorgenommen. Die dort gefassten Beschlüsse stellen eine nachdrückliche Aufforderung an alle Staaten dar, sowohl auf nationaler Ebene aktiv zu werden als auch den internationalen Prozess mitzugestalten.

Der internationale Prozess zu diesem Programm, Marrakesch-Prozess genannt, wird geleitet von UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) und UN-DESA (UN-Organisation für ökonomische und soziale Angelegenheiten). Er umfasst insbesondere Programme zu verschiedenen Themen von nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion (z.B. Lebenszyklusanalyse, Umweltzeichen, Ökodesign etc.). Diese Aktivitäten sollen gemäß dem Beschluss von Johannesburg von den Industrieländern angeführt und finanziell unterstützt werden. Die Ergebnisse der Aktivitäten werden alle zwei Jahre auf einer weltweiten Konferenz vorgestellt. Daneben gibt es eine Reihe von Regionalkonferenzen, die die verschiedenen Themen regionalspezifisch behandeln. Zentraler Bestandteil des Marrakesch-Prozesses sind die sieben Task-Forces, die die Nord-Süd-Kooperation stärken und konkrete Projekte auf nationaler und regionaler Ebene umsetzen sollen.

Der Marrakesch-Prozess steht seit einigen Jahren verstärkt im Zeichen der Vorbereitung des o.g. 10-Jahres Rahmens für Programme für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen, dessen Einrichtung auf dem WSSD in Johannesburg beschlossen wurde. Dieser 10-Jahres-Rahmen sollte zunächst im CSD-Zyklus 2010/11 (CSD-18 und 19, mit dem Schwerpunktthema "Sustainable Consumtion and Production (SCP)") verabschiedet werden. Das Scheitern eines formalen Beschlusses auf der CSD 19 machte es erforderlich, eine Beschlussfassung auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 (Rio+20) vorzusehen. Dort wurde der 10-Jahres Rahmen für Programme für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen in der Fassung der CSD 19 beschlossen.