Stand: März 2013
Das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gliedert sich hydrologisch in die Stromsysteme Donau, Rhein, Ems, Weser, Elbe, Oder sowie die Zuflüsse der Maas und in die Küstengebiete von Nord- und Ostsee. Zur Erhaltung und Verbesserung der deutschen Gewässer ist ein aktiver Gewässerschutz notwendig.
Jeweils 28 % und 27 % der Fläche der Bundesrepublik umfassen die Einzugsgebiete von Rhein und Elbe. Sie gehören wie die Weser zum Einzugsgebiet der Nordsee. Das Gebiet der Oder ist ein Teileinzugsgebiet der Ostsee. Die Bundesrepublik Deutschland hat am Oder-Einzugsgebiet nur einen Anteil von rund 5 % (Karte der Flussgebietseinheiten / Quelle: Umweltbundesamt).
Das Abflussgeschehen der Flüsse ist u.a. stark vom Niederschlag abhängig. Die Niederschlagsmenge in Deutschland nimmt von West nach Ost ab. Eine Trennlinie bilden die Mittelgebirge Thüringer Wald und Harz, in deren "Regenschatten" im langjährigen Mittel weniger als 500 mm Niederschlag fallen. In den Alpen und teilweise in den Mittelgebirgen liegen die langjährigen mittleren Niederschlagshöhen hingegen bei über 1.600 mm im Jahr (Niederschlagskarte Deutschland / Quelle: Deutscher Wetterdienst).
Ziel des Gewässerschutzes in Deutschland ist, alle Binnengewässer mit guter ökologischer Qualität zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Es muss verhindert werden, dass schädigende Stoffe in die Gewässer gelangen. Daneben müssen die Gewässer, ihre Ufer und Auen so erhalten bzw. umgestaltet werden, dass sich die für den jeweiligen Naturraum typischen Lebensgemeinschaften dort entwickeln können.
Rechtliche Grundlagen und Zuständigkeiten
Die wesentliche Regelung für die Bewirtschaftung oberirdischer Gewässer finden sich in den §25-44 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). Damit sind die Regelungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) in deutsches Recht umgesetzt. Die EU_WRRL spielt eine große Rolle in der Planung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität. Für die Umsetzung der wasserrechtlichen Maßnahmen und den Gewässerschutz sind die Länder zuständig.
Die aktuelle Situation in Deutschland
Die hydrologischen Bedingungen prägen die chemischen und biologischen Verhältnisse in den Fließgewässern entscheidend. So führen Niederschläge zur Abschwemmung aus der Fläche (diffuse Quellen, z.B. Landwirtschaft), gleichzeitig bewirkt die erhöhte Wasserführung eine Verdünnung der Stoffkonzentrationen aus punktförmigen Einleitungen.
Neben dem Abfluss wirken sich die unterschiedlichen Nutzungen im Einzugsgebiet und die strukturellen Gegebenheiten der Gewässer auf die Gewässergüte aus: Flüsse nehmen die Abwasserlast industrieller und kommunaler Einleiter auf, sie sind diffusen Einträgen aus der landwirtschaftlich genutzten Fläche ausgesetzt und dienen ferner als Verkehrsweg (Schifffahrt) und der Energiegewinnung (Wasserkraft).
Der Belastungszustand von Flüssen und Seen hat sich während der letzten 25 Jahre wesentlich verbessert. Es ist ein insgesamt deutlicher Rückgang der stofflichen Belastung der Gewässer und damit verbunden ein für die Fischfauna lebenswichtiger Anstieg der Sauerstoffkonzentrationen festzustellen:
Allerdings gibt es bei den deutschen Oberflächengewässern im Bezug auf die Gewässergüte noch immer große Verbesserungspotentiale. Die im Zuge der EU-WRRL durchgeführten nationalen Bewertungen des ökologischen und chemischen Zustands der Gewässer haben ergeben, dass lediglich 10% aller Oberflächenwasserkörper einen "sehr guten" oder "guten" ökologischen Zustand erreichen, während der chemische Zustand bei 88% der Wasserkörper als "gut" bewertet werden kann.
Zukünftig werden sich die Anstrengungen zur Gewässerreinhaltung vermehrt darauf beziehen, sogenannte diffuse Belastungsquellen zu verringern und die Struktur der Gewässer zu verbessern. Zu den diffusen Einträgen gehören stoffliche Belastungen aus der Landwirtschaft, Regenabläufe sowie Einträge aus dem Verkehr und von anderen Luftverschmutzern
Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität