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Stand: Oktober 2012

Geoinformationen

Informationen zu Fragen des Umwelt- und Naturschutzes haben in der Regel einen räumlichen Bezug:

Wo steht die chemische Fabrik und was befindet sich in ihrem Umfeld?

Wo liegen die Messstationen entlang des Rheins?

Was grenzt an das Naturschutzgebiet?

Die für den räumlichen Bezug grundlegenden topografischen Informationen nennt man "Geobasisinformationen", die mit einem räumlichen Bezug verknüpften Informationen "georeferenzierte Fachdaten". Unter dem Begriff "Geoinformationen" werden Geobasisdaten und georeferenzierte Fachdaten zusammengefasst. Sie sind Grundlage für Umweltinformationen.

Die Nutzung von Geoinformationen im staatlichen Handeln hat eine lange Tradition: in der Raumplanung und Bodenordnung ebenso wie im Umwelt- und Naturschutz, für die innere Sicherheit oder die Landesverteidigung und in vielen anderen Bereichen. Eine fachübergreifende Koordinierung über die verschiedenen Verwaltungsebenen hinweg, von den Kommunen über die Länder bis zur Bundesebene, ist daher Voraussetzung für einen effizienten und wirtschaftlichen Umgang mit dem Rohstoff "Geoinformation".

Koordinierung auf nationaler Ebene

Seit 1998 koordiniert der Interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen in der Bundesverwaltung ( IMAGI) die Aktivitäten des Bundes auf dem Gebiet der Geoinformation. Die Leitung des IMAGI obliegt dem Bundesministerium des Innern (BMI), das innerhalb der Bundesregierung federführend zuständig für Angelegenheiten der Geoinformation ist. An den Sitzungen des IMAGI nehmen regelmäßig neben den Bundesressorts auch je ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder sowie des Lenkungsgremiums Geodateninfrastruktur-Deutschland (LG GDI-DE) teil. Dies macht deutlich, dass das Thema auch im IMAGI als gemeinsame Aufgabe und Herausforderung für Bund, Länder und Kommunen angesehen wird.

Seit 2003 arbeiten Bund und Länder auf der Grundlage einer Vereinbarung und unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände am Aufbau und Betrieb der nationalen Geodateninfrastruktur Deutschland ( GDI-DE). BMU wirkt im Lenkungsgremium der GDI-DE (LG-GDI-DE) als ständiger Gast mit. Um den über Verwaltungsgrenzen hinweg wirkenden Ansatz der GDI-DE zu unterstreichen, wechselt der Vorsitz im LG GDI-DE turnusmäßig zwischen Bund und Ländern.

Diese Struktur bildet den nationalen Grundstein für die auf europäischer Ebene auf der Grundlage der so genannten INSPIRE-Richtlinie im Aufbau befindliche europäische Geodateninfrastruktur (INSPIRE).

Internationale Aktivitäten

Die Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rats vom 14. März 2007 zum Aufbau einer Geodateninfrastruktur in der europäischen Gemeinschaft (INSPIRE) schuf – zunächst auf europäischer Ebene – einen rechtlichen Rahmen für den Zugang und die Nutzung interoperabler Geodaten mit standardisierten Geodatendiensten. Bis Ende 2010 hatten der Bund mit dem Gesetz über den Zugang zu digitalen Geodaten – Geodatenzugangsgesetz (GeoZG) vom 10. Februar 2009 (BGBl. I S. 278) sowie die Länder mit entsprechenden Rechtsetzungen die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Konkretisiert wird die Richtlinie durch so genannte Durchführungsbestimmungen, die Einzelheiten zu Metadaten, Datenspezifikationen, Geodatendiensten sowie zum Monitoring und Reporting regeln. Die Durchführungsbestimmungen werden auf europäischer Ebene als Verordnungen kodifiziert und bedürfen keiner Umsetzung in deutsches Recht. Umfassende Informationen zum INSPIRE-Prozess findet man auf der INSPIRE - Website und auf der GDI-DE - Website.

Die gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) Global Monitoring for Environment and Security ( GMES) dient dem Aufbau einer eigenständigen europäischen Fazilität für die Umweltbeobachtung und für die Sicherheitsüberwachung. Daten aus satellitengestützten Beobachtungssystemen einerseits und so genannte in-situ Daten sollen über Dienste den potenziellen Nutzern zugänglich gemacht werden. Derzeit werden Dienste zu den Themen Landbedeckung und Landnutzung, Klima und Atmosphäre, Meeresbeobachtung sowie Katastrophenvorhersage und Katastrophenmanagement aufgebaut. Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) federführend für GMES zuständig.

GMES bildet ein Kernelement des europäischen Beitrags zum Global Earth Observation System of Systems ( GEOSS), das ausgehend von einer Initiative der G 8-Staaten aus dem Jahr 2003 unter Mitwirkung von derzeit 88 Staaten und internationaler Organisationen aufgebaut wird. Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) federführend für den GEOSS-Prozess zuständig.

Weitere Informationen
  • IMAGI- Interministerieller Ausschuss für Geoinformationswesen
  • INSPIRE - Infrastructure for Spatial Information in Europe
  • GMES - Global Monitoring for Environment and Security
  • GMES in Deutschland
  • GEOSS - Global Earth Observation System of Systems
{$website.social_icons.twitter.alttext}Schau dir Videos des BMU auf dem BMU-YouTube-Portal anAbonniere RSS-Feed des BMU

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