Stand: November 2006
Die Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 sind als "Green Games" in die Geschichte der großen Sportereignisse eingegangen. In Deutschland wurde mit dem Umweltkonzept "Green Goal" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die Bedeutung der ökologischen Ausrichtung einer Megaveranstaltung aufgezeigt. Und auch die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf kann auf ein Umweltkonzept zurückblicken. Veranstaltungen sind zunehmend auch unter dem Blickwinkel der von ihnen ausgehenden Umweltauswirkungen und der zu ihrer Begrenzung ergriffenen Maßnahmen zu sehen. Beispiele wie die Olympischen Spiele 2004 in Athen zeigen aber auch, dass es sich hierbei noch nicht um einen Automatismus handelt.
Der Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat in der vergangenen Berufungsperiode vor diesem Hintergrund "Sportgroßveranstaltungen" zum Thema des diesjährigen Kongresses "Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog" gemacht und ein Forschungsvorhaben angeregt, in dem "Stoffstromanalysen zur Beurteilung der Umweltbelastungen von Sportgroßveranstaltungen" mit Blick auf das Jahr 2005 erstellt werden. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Leitfadens zur umweltverträglichen Ausrichtung solcher Veranstaltungen.
2005 fanden in Deutschland 154 Sportgroßveranstaltungen statt. Darunter sind Veranstaltungen mit mindestens 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern oder mindestens 10.000 Besucherinnen und Besuchern an einem Veranstaltungstag sowie der Bedeutung wegen alle Welt- und Europameisterschaften zu verstehen. Diese Veranstaltungen wurden von 25,6 Millionen Zuschauern besucht. Hieran nahmen 530.000 Sportlerinnen und Sportler teil. In dieser Betrachtung sind die Ligen nicht einbezogen, die aber ebenfalls einen bedeutenden Anteil an den Sportveranstaltungen und ihren Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das zeigt ein Vergleich mit den Zahlen der Fußball-Bundesliga: In der Saison 2004/2005 besuchten 11,6 Millionen Zuschauer 306 Spiele.
Die Analyse der Ressourcenbeanspruchung anlässlich der FIFA-Fußball Weltmeisterschaft 2006 hat deutlich gemacht, dass diese noch höher ausgefallen wäre, hätten sich der DFB und das Organisationskomitee nicht für die Entwicklung und Durchführung des Umweltkonzepts Green Goal entschieden. Insbesondere im Energiebereich hätte sie aber auch noch niedriger ausfallen können, wenn die FIFA als Veranstalter verpflichtende Umweltstandards vorgegeben hätte.
Der Beirat für Umwelt und Sport fordert die Nationalen Sportorganisationen und mit ihm gemeinsam die Internationalen Sportorganisationen auf:
Der Beirat für Umwelt und Sport fordert den Deutschen Olympischen Sportbund und seine Mitglieder auf:
Der Beirat für Umwelt und Sport fordert die Betreiber von Sportstätten und Stadien sowie die für die Durchführung Verantwortlichen auf: