Reisen ist Lebensfreude, Sport hält fit und macht Spaß. Aber nicht immer stehen diese beiden Freizeitbereiche im Einklang mit dem Schutz unserer Umwelt. Und dies, obwohl der Tourismus, aber auch sportliche Betätigung in der Natur, auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Vom Meer bis ins Hochgebirge - überall ist erkennbar, wie sich die Umwelt wandelt. Freizeit- und Hotelanlagen verdrängen Dünenlandschaften und gefährden damit die biologische Vielfalt, der Klimawandel verschiebt Schneefallgrenzen. Rund 5 Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen gehen auf das Konto von Flugreisen. Durch viele Sportarten, etwa Klettern, Mountainbiking oder Tourenski, können Tiere in ihren Lebensräumen gestört werden.
Ziel muss sein, Ökologie mit Tourismus und Sport in Einklang zu bringen:
Die Bundesregierung setzt sich für einen Interessensausgleich zwischen Tourismus- und Sportindustrie einerseits und dem Naturschutz andererseits ein.
Beim Bundesumweltministerium besteht eigens ein Beirat für Umwelt und Sport, der unter anderem die Auswirkungen des Sports auf die Umwelt sowie die Verträglichkeit von Sportstätten und -geräten für die Umwelt erfasst und entsprechende Untersuchungen anregt und bewertet. Auf der Grundlage seiner Untersuchungen und Bewertungen erarbeitet der Beirat auch Handlungsempfehlungen und Stellungnahmen.
Das Bundesumweltministerium unterstützt unter anderem die Beratungsstelle für Tourismus und Biodiversität der Welttourismusorganisation (UNWTO). Die Beratungsstelle hatte zunächst in den vom Tsunami betroffenen Regionen Thailands und Indonesiens den Aufbau einer nachhaltigen Tourismusinfrastruktur befördert und gibt diese Erfahrungen inzwischen an alle UNWTO-Mitgiedstaaten weiter.
In Deutschland gibt es 15 Biosphärenreservate – Modellregionen, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird. Sie schützen Kulturlandschaften und sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen. Durch den Aufbau einer nachhaltigen regionalen Wirtschaftsentwicklung tragen sie zur besseren Wertschöpfung bei.
Ob bei der Wahl des Reiseziels, des Verkehrsmittels oder durch das Verhalten in der Natur vor Ort – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Natur zu schützen. Vor allem bei Flugreisen entstehen tonnenweise klimaschädliche Treibhausgase. Den Schaden, der dadurch für das Klima entsteht, können Reisende über Atmosfair, eine gemeinnützige Organisation, wieder ausgleichen: Ein Emissionsrechner ermittelt die Menge klimaschädlicher Gase und Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen einen Betrag, den Atmosfair an Klimaschutzprojekte weiterleitet. Ein Beispiel: Die Menge CO2 aus einem Hin- und Rückflug Berlin - Mallorca kann für 21 Euro in einem Klimaschutzprojekt eingespart werden.
Berührt "meine" Sportart Belange des Naturschutzes? In welchen Landschaften störe ich durch welche Sportart welche Tiere? Oft ist man sich nicht bewusst, dass man beim Sport in unberührten Landschaften in Lebensräume von Pflanzen und Tieren eingreift. Informationen zu den Auswirkungen von Sport- und Freizeitaktivitäten auf Flora und Fauna bietet NaturSportInfo, eine Service-Datenbank des Bundesamtes für Naturschutz.

Naturtourismus
Internetseite mit einem Überblick über Anbieter und Initiativen rund um nachhaltiges Reisen:
www.zukunft-reisen.de
natursportinfo.de
Das Informationssystem des Bundesamtes für Naturschutz bietet umfangreiche Informationen zum Thema "Auswirkungen von Sport- und Freizeitaktivitäten auf die Tier- und Pflanzenwelt":
www.natursportinfo.de