Stand: August 2009

Die Finanzierung von Natura 2000

Überblick

In Deutschland sind für die Umsetzung und die Finanzierung des Naturschutzes und damit auch des europaweiten ökologischen Netzes Natura 2000 (außer in der AWZ) grundsätzlich die Länder zuständig. Struktur und Höhe der Fördermittel ist von Land zu Land unterschiedlich. Verbreitet sind insbesondere Programme für Agrarumweltmaßnahmen und spezifische Artenschutzprogramme.

Gemäß Art. 8 der FFH-Richtlinie gibt es die Möglichkeit, für Maßnahmen zur Umsetzung von Natura 2000 Zuschüsse von der EU zu erhalten – als Ergänzung der Ländermittel (sog. Kofinanzierung). Entsprechend der „Integrationsstrategie“ der Europäischen Kommission soll dabei vor allem auf bestehende EU-Finanzinstrumente zurückgegriffen werden. Deshalb gibt es für Natura 2000 kein eigenes EU-Finanzinstrument. Einzig das EU-Umweltförderprogramm LIFE+ dient ausschließlich Umweltmaßnahmen und muss mindestens 50% seiner Projektmittel dem Naturschutz widmen.

Überwiegend soll die Implementierung von Natura 2000 durch die großen EU-Finanzinstrumente, die in erster Linie anderen Politikbereichen dienen, gefördert werden. Für Deutschland sind hier insbesondere der Fonds für Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von Bedeutung. Die in der ELER-VO genannten Fördermöglichkeiten des Naturschutzes sind durchaus breit angelegt: Natura 2000-Ausgleichszahlungen für Land- und Forstwirte, Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen bzw. Waldumweltmaßnahmen, die Erstellung von Natura 2000-Managementpläne, Investitionen zur Erhaltung des natürliche Erbes sowie Maßnahmen zur Umweltsensibilisierung. Eine Kofinanzierung von Naturschutzmaßnahmen durch den EFRE ist - vereinfacht gesagt - gekoppelt an konkrete positive wirtschaftliche Auswirkungen, was z.B. für Naturschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Ökotourismus interessant ist.

Weitere Möglichkeiten zur Naturschutzförderung durch EU-Finanzinstrumente bestehen neben LIFE+ aber auch durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie den Europäischen Fischereifonds (EFF), wenngleich in begrenztem Umfang.

Die Finanzvolumen dieser EU-Finanzinstrumente sind sehr unterschiedlich: So stehen Deutschland für den Zeitraum 2007-2013 ELER-Mittel in Höhe von rund 8 Mrd. € und EFRE-Mittel in Höhe von rund 25 Mrd. € zur Verfügung, während aus LIFE+ weniger als 0,2 Mrd. Euro zu erwarten sind. Bei den großen EU-Fonds konkurriert Natura 2000 allerdings mit vielen anderen Belangen um die Mittel – was die Lage für den Naturschutz nicht vereinfacht.

Letztlich entscheidend für die Frage, in welchem Umfang und für welche Naturschutzmaßnahmen tatsächlich EU-Kofinanzierungsmittel zur Verfügung stehen, sind die operationellen Programme zur ländlichen Entwicklung bzw. die Entwicklungsprogramme zum EFRE der Länder.

Broschüre

Im Rahmen eines aus Mitteln des BMU geförderten Verbändeprojekts hat der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) im Jahr 2008 einen Leitfaden mit dem Titel "Wege zur Finanzierung von Natura 2000" erarbeitet. Neben einer kurzen Beschreibung der relevanten EU-Finanzierungsinstrumente werden in dem Leitfaden 27 vorbildliche Praxisbeispiele für die EU-Kofinanzierung von Naturschutzmaßnahmen beschrieben.

Broschüre herunterladen (PDF-Dokument, 4,7 MB)

Links

EU-Kommission:

Bund:

  • Internetseite zu Fördermöglichkeiten im Naturschutz des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
  • Internetseiten des Deutschen Verbands für Landschaftspflege, mit den einschlägigen EU-Verordnungen, nationalen Strategien, Länderprogrammen, Hintergrundinformationen und Hinweisen auf aktuelle Entwicklungen: www.eu-natur.de

Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten im Naturschutzbereich auf den Internetseiten der Länder:

Bundesland ELER EFRE LIFE+
Baden-Württembergwww.landwirtschaft-bw.info
Bayern www.stmug.bayern.de
Berlin www.berlin.de/sen/
umwelt/umweltentlastungs-
programm
www.berlin.de/sen/
umwelt/
foerderprogramme
Brandenburgwww.mluv.brandenburg.de
Bremen www.efre-bremen.de www.umwelt-unternehmen.bremen.de
Hamburg www.hamburg.de/eu-foerdermittel www.hamburg.de/
aktionsprogramme
Hessen www.hmulv.
hessen.de
Mecklenburg-Vorpommern www.regierung-
mv.de
europa-mv.de
Niedersachsen www.umwelt.niedersachsen.de
Nordrhein-Westfalen www.umwelt.nrw.de
Rheinland-Pfalz
Saarland www.saarland.de
Sachsen www.smul.sachsen.de/foerderung/index www.smul.sachsen.de/
foerderung/48
Sachsen-Anhalt www.sachsen-anhalt.de/LPSA
www.sachsen-anhalt.de/LPSA
www.sachsen-anhalt.de/LPSA
Schleswig-Holstein www.schleswig-holstein.de/
UmweltLandwirtschaft
www.schleswig-holstein.de/MWV
Thüringen www.thueringen.de