Stand: März 2011
Die Bundesrepublik Deutschland bewirbt sich mit Bonn, der deutschen Stadt der Vereinten Nationen (United Nations, UN), um den Sitz des Sekretariates von IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), für dessen Einrichtung die UN-Generalversammlung am 21. Dezember 2010 in New York grünes Licht gegeben hat. Mit diesem zwischenstaatlichen UN-Ausschuss soll ein wirksames Gremium der wissenschaftlichen Politikberatung für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt aufgebaut werden. Bonn mit seinen Sekretariaten der Vereinten Nationen im Bereich Umwelt-, Klima- und Naturschutz sowie zahlreichen weiteren internationalen Einrichtungen und nationalen wie lokalen Akteuren der Nachhaltigkeit ist ein idealer Standort für das IPBES-Sekretariat.
Deutschland setzt sich engagiert für einen unverzüglichen, sorgfältig abgestimmten und erfolgreichen Aufbau von IPBES ein und möchte auch den reibungslosen und effizienten Betrieb der Plattform sicherstellen. Für die Zentrale des Gremiums stellt die Bundesregierung Räumlichkeiten in bester geografischer und infrastruktureller Lage zur Verfügung, von denen aus die Vernetzung und die weltweiten Arbeiten von IPBES bestmöglich unterstützt und koordiniert werden können.
Deutschland war von Beginn an davon überzeugt, dass ein internationales wissenschaftliches Beratungsgremium, das der Politik Informationen über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt und über die Dienstleistungen der Natur als Entscheidungshilfe zur Verfügung stellt, einen unverzichtbaren Beitrag zum globalen Biodiversitätsschutz leisten kann. Die Bundesregierung hat den Prozess zur Einrichtung eines zwischenstaatlichen Gremiums, das der wissenschaftlichen Politikberatung zur biologischen Vielfalt dienen soll, daher bereits in der Entstehungsphase unterstützt und im Jahr 2007 unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und der G8-Präsidentschaft mit der "Potsdam Initiative zur biologischen Vielfalt 2010" vorangebracht.
Unter dem deutschen Vorsitz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in den Jahren 2008 bis 2010 erhielt dieser Prozess die entscheidenden Impulse zu seiner Realisierung. Die UN-Stadt Bonn bringt erfolgreich diplomatischeund internationale Erfahrungen in den Aufbau von IPBES ein. Von Bonn aus kann IPBES künftig die Weichen für den globalen Biodiversitätsschutz stellen, politische Perspektiven anbieten und die breite Öffentlichkeit für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen gewinnen.
Die Bundesregierung wird den schnellen und erfolgreichen Aufbau von IPBES insgesamt unterstützen und bei einer Entscheidung für den Standort Bonn die zügige und sorgfältige Errichtung der Sekretariatsstrukturen finanziell sicherstellen. Dafür stellt sie IPBES ab 2011 großzügige finanzielle Mittel für Organisation, Personal und Arbeitsprogramm zur Verfügung. Bei der Gewinnung qualifizierter Fach- und Bürokräfte kann die Bundesregierung unterstützend tätig werden.
Die für das IPBES Sekretariat erforderlichen Räumlichkeiten würden der Organisation durch die Bundesregierung dauerhaft und ohne Einschränkung zur Verfügung gestellt werden. Die Bundesregierung würde alle Umzugskosten fürIPBES übernehmen, Mietfreiheit garantieren und die Gebäude- und Instandhaltungskosten sowie die Kosten der Ersteinrichtung der Büro- und Sitzungsräume tragen. Für die Räumlichkeiten und deren Ausstattung gilt als Maßstab die Unterbringung der Vereinten Nationen in Bonn.
Mit einer Entscheidung für Bonn könnte das IPBES-Sekretariat sofort und ohne Zeitverlust seine Arbeit aufnehmen. Als Standort sind Räumlichkeiten im ehemaligen Abgeordnetenhochhaus – dem heutigen Hauptgebäude des UN Campus – in exzellenter Lage direkt am Rhein vorgesehen. Das 30stöckige Hochhaus ist 117 Meter hoch und verfügt insgesamt über mehr als 500 moderne Büros sowie über Konferenzräume und Dolmetscherstudios. Es wurde nach dem Umzug des deutschen Parlaments von Bonn nach Berlin für die Organisationen der Vereinten Nationen nach ökologischen Kriterien technisch auf den neuesten Stand gebracht. Heute verbindet das denkmalgeschützte Haus modernste Infrastrukturmit klassischem Design in einer grünen Umgebung.
Seit 2007 wird es ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Die Lage der künftigen IPBES-Zentrale im internationalen Viertel ermöglicht ideale Arbeits- und Vernetzungsbedingungen. Die Wege zu politischen,wissenschaftlichen und sonstigen Ansprechpartnern aus dem Themenfeld Biodiversitäts- und Klimaschutz sind kurz. Auch die wichtigsten Konferenz- und Hotelstandorte liegen in unmittelbarer Nähe.
Deutschland ist bereit, IPBES als Mitglied der UN-Familie im üblichen Umfang Vorrechte und Immunitäten zu bieten, vor allem die Unverletzlichkeit von Räumen, Archiven und Unterlagen und die Befreiung von direkten Steuern und Einreisebeschränkungen. Das Auswärtige Amt hat in Bonn eine Verbindungsstelle für Internationale Organisationen eingerichtet, die als Ansprechpartner ständig zur Verfügung steht. Sie unterstützt bei Visafragen für Bedienstete,ihren Familien, Delegierten und Experten und vermittelt bei möglichen Problemen.
Die Stadt Bonn hat als Sitzort vieler internationaler und international tätiger Organisationen ein hohes Interesse daran, Neuankömmlinge in Bonn willkommen zu heißen und ihnen den Aufenthalt in der Stadt angenehm zu gestalten. Die Ansprechpartner des Vorstandsreferats Internationale Angelegenheiten und Repräsentation der Stadt Bonn und weitere städtische Stellen unterstützen IPBES darin, ihre Mitarbeiter zu informieren und ihnen das Einleben in Bonn zu erleichtern.