IPBES

Internationales wissenschaftliches Beratungsgremium zur biologischen Vielfalt

Was genau ist IPBES?

IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt - vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC. Dieses Biodiversitätsgremium soll politischen Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige, glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zur Verfügung stellen, damit diese gut informierte Entscheidungen zu ihrem Schutz treffen können.

Die internationale Gemeinschaft hatte bei einer Regierungskonferenz im Juni 2010 in Busan/Südkorea die Einrichtung von IPBES beschlossen. Im Dezember 2010 hatte die UN-Generalversammlung diesen Beschluss bestätigt. Bei der 26. Sitzung des UNEP Verwaltungsrates im Februar 2011 wurden weitere wichtige Festlegungen zu IPBES getroffen.

Ein erstes IPBES-Plenumstreffen fand vom 3. – 7. Oktober 2011 auf Einladung von UNEP in Nairobi statt. Bei dieser Sitzung wurden weitere wichtige Entscheidungen zum Aufbau des internationalen wissenschaftlichen Beratungsgremiums und seiner Strukturen getroffen.

Während der zweiten Plenarsitzung vom 16.-21. April 2012 in Panama wurde IPBES von der Staatengemeinschaft schließlich formell gegründet. Alle offen gebliebenen Punkte, wie z. B. das inhaltliche Arbeitsprogramm von IPBES und einige Verfahrensregelungen, sollen während der ersten offiziellen IPBES Plenarsitzung behandelt und final entschieden werden. Diese findet vom 21. bis 26. Januar 2013 in Bonn statt


Die deutsche IPBES Kandidatur

In Panama wurde ebenfalls über den Sitz des Sekretariates von IPBES entschieden. Die Bundesrepublik Deutschland hatte sich mit Bonn, der deutschen Stadt der Vereinten Nationen, beworben. Weitere Mitbewerber waren neben Deutschland außerdem Südkorea, Kenia, Indien und Frankreich. Die Entscheidung für Bonn honorierte letztendlich das anhaltende Engagement Deutschlands für die Erhaltung der Biodiversität weltweit.

Deutschland setzt sich nun engagiert für einen schnellen und sorgfältig abgestimmten Aufbau von IPBES sowie den reibungslosen und effizienten Betrieb der Plattform ein, der die vollständige und wirkungsvolle Beteiligung von Vertretern aus Entwicklungsländern ermöglicht. Für die Zentrale des Gremiums stellt die Bundesregierung Räumlichkeiten in bester geografischer und infrastruktureller Lage zur Verfügung, von denen aus die Vernetzung und die weltweiten Arbeiten von IPBES bestmöglich unterstützt und koordiniert werden können.

Anhand von Elementen für die Auswahl des Gastlandes des IPBES Sekretariates, die bei der ersten Plenumssitzung im Oktober 2011 festgelegt wurden, wurde ein entsprechendes Angebot der deutschen Bundesregierung erarbeitet. Dieses Angebot wurde beim Vorsitzenden des IPBES Bureaus sowie beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP fristgerecht zum 15. Januar 2012 eingereicht.

Eine im Frühjahr 2011 erstellte Werbebroschüre, mit der Deutschland sein grundsätzliches Interesse bereits vorab kommuniziert hat, steht Ihnen zum Download zur Verfügung.


Internationaler Expertenworkshop zur IPBES Politikberatung

An einem von Deutschland in Absprache mit UNEP vom 7.- 9. Dezember 2011 in Bonn ausgerichteten Workshop zum IPBES-Spezialthema Politikberatung/Politikrelevanz haben ca. 80 internationale Experten aus 41 Ländern teilgenommen. Dieser Workshop diente der Vorbereitung der zweiten IPBES Plenarsitzung, die vom 16. bis 20. April 2012 auf Einladung von UNEP in Panama stattfinden wird.

Das Thema IPBES Politikberatung ist aus deutscher Sicht von besonderem Interesse. Es gilt sicherzustellen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse von IPBES einerseits konkret Nachfrage-basiert und andererseits "Politik-gerecht" aufbereitet und nutzbar sind und damit wichtige Entscheidungsgrundlagen für die tägliche Arbeit von Politikern darstellen. Mit der Ausrichtung dieses internationalen Workshops möchte Deutschland ein wichtiges inhaltliches Thema befördern und damit einen weiteren Beitrag zum internationalen Prozess leisten.

Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat den geplanten Workshop fachlich, inhaltlich wie auch organisatorisch vorbereitet und durchgeführt.

Weitere Informationen über den Workshop
(ausschließlich in englischer Sprache)


Erste IPBES Plenumssitzung vom 3. - 7. Oktober in Nairobi

Bei der diesjährigen Sitzung des UNEP Verwaltungsrates im Februar 2011 wurde der UNEP Exekutivdirektor aufgefordert, ein erstes IPBES-Plenumstreffen in 2011 durchzuführen, das über Modalitäten von IPBES entscheiden soll. Dieses erste IPBES-Plenumstreffen hat nunmehr vom 3. bis 7. Oktober 2011 in Nairobi/Kenia stattgefunden.

Etwa 350 Vertreter aus 112 Staaten und zahlreiche internationale wissenschaftliche Organisationen, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen u.a. diskutierten eine Woche lang über die Rechtsgrundlage, Verfahrensregelungen sowie die Verwaltungsstruktur von IPBES. Außerdem legten sie Kriterien für die Auswahl der Gastorganisation(en) und des Gastlandes des IPBES Sekretariates fest.

Eine zweite Sitzung im April 2012 soll die offen gebliebenen Punkte, insbesondere das inhaltliche Arbeitsprogramm von IPBES und Verfahrensregelungen zu allen wichtigen internen Prozessen, z.B. zur Nominierung und Auswahl von führenden Wissenschaftlern, behandeln und final entscheiden, wo IPBES angesiedelt wird und wer die Gastorganisationen sein werden.

Den Abschlussbericht der Sitzung sowie weitere Informationen finden Sie unter www.ipbes.net/plenary-sessions/first-session-of-plenary


BMU/BMBF Workshop zur Einbindung der deutschen Wissenschaft in IPBES

Am 7. und 8. Juli tauschten sich in Bonn ca. 100 Expertinnen und Experten aus Forschung, Verwaltung und Zivilgesellschaft über ihre Erwartungen an IPBES aus und diskutierten, wie die in Deutschland vorhandene breite wissenschaftliche Expertise in die Arbeit und Strukturen von IPBES eingebracht werden kann.

Die Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und Bildung und Forschung (BMBF) organisierten gemeinsam mit Hilfe des Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung diesen zweitägigen Workshop, um mit einem starken Bekenntnis und konkreten Vorschlägen von deutscher Forschungsseite in die im Oktober anstehenden IPBES Gründungsverhandlungen gehen zu können.

Abschlussdokument der Veranstaltung
deutsche Fassung (PDF, extern, 73 KB)
englische Fassung (PDF, extern, 43 KB)

Weitere Informationen zum Workshop: www.biodiversity.de

Artikel und Pressemitteilungen


20.04.2012, Pressemitteilung: Neues UN-Sekretariat zur Biodiversität geht nach Bonn
14.06.2010, Pressemitteilung: Einrichtung eines Wissenschaftlergremiums für Biodiversität beschlossen
August 2010: Einrichtung eines Wissenschaftlergremiums für Biodiversität beschlossen
November 2009: Biodiversität: Internationale Konferenz in Nairobi, Kenia
13.11.2008, Pressemitteilung: Erste Schritte auf dem Weg zum Weltnaturschutzrat