Stand: Januar 2010
Die Vorteile der eigenständigen Mobilität sind bekannt: Zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein ist nicht nur umweltfreundlich, sondern fördert die Gesundheit und schont angesichts ständig steigender Benzinpreise den Geldbeutel. Das Problem: die Fakten sind bekannt, doch die Umsetzung vom Wissen zum Handeln stellt für viele eine unüberwindbare Hürde dar. Studien zeigen, dass in vielen Fällen das Image des Verkehrsträgers ein entscheidender Faktor der Nutzungswahl ist. Infrastruktur, Zeitgewinne und Kostenabschätzungen spielen zwar auch eine Rolle, geben jedoch keinen direkten Aufschluss auf die Wahl des Verkehrsmittels.
Am 1. Oktober 2008 gab das Bundesumweltministerium den Startschuss für das Projekt "Zero Emission Mobility" (kurz: ZEM). Das Projekt fördert die emissionsfreie Mobilität im Nahbereich, also im Fuß- und Radverkehr, mit Mitteln der Verbraucherinformation und Imageförderung. Die bundeseinheitliche Medienkampagne "Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken" soll in verschiedenen Städten Menschen animieren, öfter das Auto stehen zu lassen und sich emissionsfrei per Fuß und Fahrrad fortzubewegen. Das Projekt wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums durchgeführt und läuft bis Ende 2010. Projektpartner sind fairkehr GmbH und Velokonzept Saade GmbH.
Grundlage des Projektes sind die hohen CO2-Einsparpotentiale, die sich im Nahbereich erzielen lassen. Derzeit gehen Bundesbürger am Tag rund 600 Meter außer Haus zu Fuß und fahren im Schnitt einen Kilometer Fahrrad. Durch eine Verdoppelung der Fußmeter und der Fahrradkilometer könnten laut einer Untersuchung des Ifeu-Instituts in Heidelberg 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid beim Fußverkehr und über vier Millionen Tonnen beim Fahrradverkehr eingespart werden.
Die Kampagne wirkt auf kommunaler Ebene. Bei der Durchführung wird daher eng mit den Kommunen kooperiert sowie mit bestehenden Institutionen und Initiativen zusammengearbeitet. In einem bundesweiten Wettbewerb konnten sich Kommunen um die Durchführung der Kampagne bewerben. 2009 wurden die Städte Bamberg, Dortmund, Halle an der Saale und Karlsruhe ausgewählt. Berlin, Braunschweig, Freiburg im Breisgau, Herzogenaurach und Kiel haben die Kampagne für 2010 gewonnen.