Unsere Atmosphäre ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Sie enthält die sogenannten Treibhausgase, die wie ein Schutzschild den Erdball umgeben. Diese verhindern, dass die von der Erde kommende Wärme ins All entweicht. Dieser natürliche Schutzschild der Erde ist gefährdet. Denn Industrie, Haushalte und Verkehr erhöhen fortlaufend den Anteil der Treibhausgase, vor allem die des Kohlendioxids (CO2). Die Folge: Unsere Atmosphäre heizt sich unnatürlich stark auf. Wenn es nicht gelingt, die steigende Erwärmung zu begrenzen, wird das weltweit weit reichende Folgen haben: Der Meeresspiegel wird nach Expertenschätzungen bis zum Jahr 2100 um 10-90 cm ansteigen. Küstenregionen und tief gelegene Inselstaaten würden dann überflutet. Wüsten werden sich ausbreiten und Gletscher abschmelzen.
Die globale Klimaänderung zumindest in Schranken zu halten, ist Aufgabe und Ziel der gesamten Staatengemeinschaft. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur muss auf höchstens 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Schon auf dem Weltgipfel in Rio 1992 (nur englischer Sprache) wurde im Rahmen der Klimarahmenkonvention (PDF, 53 KB) vereinbart, die Treibhausgasemissionen weltweit zu stabilisieren. 1997 wurden im Protokoll von Kyoto (PDF, 82 KB) rechtsverbindliche Zusagen für die Treibhausgasemissionen der Industriestaaten festgehalten.
Darüber hinaus hat Deutschland zugesagt, seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 sogar um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken - und dies unabhängig von den notwendigen Anstrengungen anderer Staaten.
Um die ehrgeizigen deutschen Klimaschutzziele umzusetzen, hat die Bundesregierung ein umfassendes Integriertes Energie- und Klimaprogramm entwickelt. Es soll eine hochmoderne, sichere und klimaverträgliche Energieversorgung in Deutschland sicherstellen und umfasst Maßnahmen zugunsten von mehr Energieeffizienz und mehr erneuerbaren Energien.
Aus zusätzlichen Haushaltsmitteln aus dem Emissionshandel hat das Bundesumweltministerium im Jahr 2008 eine umfassende Klimaschutzinitiative gestartet. Sie soll vorhandene Potenziale zur Emissionsminderung kostengünstig erschließen helfen und innovative Modellprojekte für den Klimaschutz voranbringen. Konkret fördert das Bundesumweltministerium Klimaschutzmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien.
Selbst wenn es gelingt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werden Folgen des Klimawandels auftreten – auch in Deutschland. Hierauf muss man vorbereitet sein, hierfür ist Anpassung nötig. Deshalb hat die Bundesregierung im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Sie verfolgt das Ziel, die Verletzlichkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu vermindern beziehungsweise die Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Systeme zu erhalten oder zu steigern. In der Weiterentwicklung der Anpassungsstrategie wird bis Mitte 2011 ein mit den Ländern abgestimmter Aktionsplan Anpassung vorgelegt.
Darüber hinaus fördert das Bundesumweltministerium in Entwicklungs- und Schwellenländern Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Schutz klimarelevanter biologischer Vielfalt. Mit dieser internationalen Klimaschutzförderung unterstreicht das Bundesumweltministerium sein Ziel, ein neues, ambitioniertes internationales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 zu erreichen.
Klimaschutz beginnt im Alltag. Jeder Verzicht auf unnötige CO2-Emissionen ist eine Investition in unsere eigene Zukunft. Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer das Auto stehen lässt und auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, wer Fahrgemeinschaften bildet oder bei Kauf und Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik achtet. Schon das Abschalten von Stand-by-Geräten bei Nichtnutzung, wie Druckern oder Fernsehern, würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 und zudem in vielen Haushalten bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen.