Wie teuer wird der Ausbau der Stromtrassen und wie lange wird er dauern?
Die vier Übertragungsnetzbetreiber werden erstmals gemeinsam auf der Grundlage aktueller energiewirtschaftlicher Szenarien einen Netzentwicklungsplan entwerfen und damit den Ausbaubedarf bis 2022 darstellen. Dieser Entwurf soll am 01. Juni 2012 zuerst der Öffentlichkeit präsentiert und danach der Bundesnetzagentur zur Prüfung überreicht werden. Erst nach Vorliegen des abschließenden Netzentwicklungsplans lassen sich seriöse Aussagen über die entstehenden Kosten treffen.
Wie sollen neue Stromtrassen gegen den lokalen Widerstand der Bevölkerung durchgesetzt werden?
Die Bundesregierung setzt auf einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung. Alle sollen verstehen, warum wir neue Stromleitungen brauchen. Klar ist: Wir müssen den Netzausbau so konfliktfrei wie möglich also gemeinsam mit der Bevölkerung planen und realisieren. Klar ist aber auch: Wir können nicht immer nur "Nein" sagen. Mehr erneuerbare Energien im Netz, neue konventionelle Kraftwerke und ein verstärkter Stromhandel in Europa brauchen den Um- und Ausbau der Netze. Um Akzeptanz und Unterstützung bei der Bevölkerung für den dringend erforderlichen Netzausbau zu fördern, wird die Bundesregierung eine Informationsoffensive starten. Schon heute unterstützt das Bundesumweltministerium das Forum zum Stromnetzumbau der Deutschen Umwelthilfe, das Politik und Netzbetreiber, Naturschützer und Energieexperten, Wissenschaftler und Bürgerinitiativen zusammenbringt. Hier werden Wege für einen konfliktärmeren Umbau der Stromnetze erarbeitet.
Was genau ist mit "verbesserten Rahmenbedingungen für den Ausbau der Speicherkapazitäten" gemeint?
Die Bundesregierung will Energiespeicher auf längere Sicht von Netzentgelten befreien, um stärkere Investitionsanreize zu setzen. Die Entwicklung neuer Speichertechnologien soll gezielt gefördert werden. Es geht aber auch um die Akzeptanz von Speichern. Sie sind Teil der Energiewende und nötig, um ein zukunftsfähiges Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien zu schaffen. Die Bundesregierung appelliert an Länder und Kommunen, solche Projekte politisch zu flankieren und offensiv für den Speicherausbau zu werben.