Stand: Juni 2009
Sommersmog ist ein Gemisch von verschiedenen Schadstoffen, das sich an sonnigen Sommertagen in Bodennähe bildet. Die Schadstoffe entstehen unter dem Einfluss von Sonnenlicht aus verschiedenen Vorläufersubstanzen, zu denen vor allem Stickstoffoxide und flüchtige organische Kohlenwasserstoffe gehören. Die Leitsubstanz für Sommersmog ist Ozon. Ozon spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle. Bodennahes Ozon wirkt als starkes Reizgas. In den Luftschichten oberhalb von zehn Kilometern (Stratosphäre) hat Ozon die lebenswichtige Funktion eines Filters (Ozonschicht) zum Schutz vor dem schädlichen ultravioletten Anteil der Sonnenstrahlen.
Sommersmog führt zu Augenbrennen und Reizungen der Atemwege und schränkt die körperliche Leistungsfähigkeit ein. Infolge seiner starken Reizwirkung kann Ozon zu einer Krebsentstehung beitragen. Ozon schädigt auch die Pflanzenwelt. Das kann zu Ernteverlusten oder Veränderungen von Ökosystemen führen.
Seit 1990 gehen die Ozon-Spitzenwerte zurück. Es sind kaum noch Überschreitungen des sogenannten Informationsschwellenwertes, geschweige denn des sogenannten Alarmschwellenwertes aufgetreten, bei denen wegen gesundheitlicher Risiken die Bevölkerung zu unterrichten ist. Allerdings weist die durchschnittliche Ozon-Konzentration ein höheres Niveau auf, so dass derzeit der ab 2010 EU-weit geltende Zielwert, der national in der 33. Bundes-Immissionsschutzverordnung festgelegt ist, in Deutschland bisher nicht flächendeckend eingehalten werden kann. Um diese Situation zu verändern, hat die Bundesregierung ein Nationales Programm zur Verminderung der Ozonkonzentration und zur Einhaltung der Emissionshöchstmengen verabschiedet.