Nationaler Verbraucherschutz vor Umweltkontaminanten in Lebensmitteln
In Deutschland angebautes Obst, Gemüse und Getreide sind weitestgehend frei von den gesundheitsschädlichen Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB). Das ist das Ergebnis einer mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums durchgeführten bundesweiten Untersuchung von 100 Obst-, Gemüse- und Getreideproben, und zwar unabhängig von der Probenahmeregion und von deren Siedlungsdichte. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren damit ein hohes Niveau im umweltbezogenen gesundheitlichen Verbraucherschutz in Deutschland. Die in den letzten 20 Jahren auf den Weg gebrachten Umweltschutzmaßnahmen sind erfolgreich: Die allgemeine Belastung der Umwelt mit Dioxinen und PCB, die so genannte Hintergrundbelastung, ist seit Jahren abnehmend und inzwischen sehr gering. Dies bestätigen Untersuchungsergebnisse der Obst-, Gemüse- und Getreideproben.
Für Obst, Gemüse und Getreide gelten weder in Deutschland noch europaweit Höchstgehalte (Grenzwerte) für Dioxine und PCB. Im Jahr 2002 wurden jedoch auf europäischer Ebene sogenannte Auslösewerte für Dioxine und im Jahr 2006 für PCB in Obst, Gemüse und Getreide festgesetzt: Der Auslösewert beträgt für Dioxine 0,4 ng WHO-Dioxinäquivalente je Kilogramm Erzeugnis und für dioxinähnliche PCB 0,2 ng WHO Dioxinäquivalente je Kilogramm. Die Auslösewerte dienen als Frühwarnsystem. Auslösewerte sollen überdurchschnittlich hohe Belastungen in Lebensmitteln finden helfen. Sie dienen als Hilfsmittel, um Kontaminationsquellen ausfindig zu machen und diese einzuschränken oder zu beseitigen. Dioxine und dioxinähnliche PCB werden von unterschiedlichen Quellen emittiert. Daher gelten Auslösewerte sowohl für die Stoffgruppe der Dioxine als auch die der PCB. Die Untersuchung der 100 Obst-, Gemüse- und Getreideproben hat gezeigt, dass die Auslösewerte für beide Schadstoffgruppen deutlich unterschritten werden.