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205 45 130
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Feinstaub und NO2 - Entwicklung und Validierung einer Methode zur immissionsabhängigen dynamischen Verkehrssteuerung
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Im innerstädtischen Bereich ist der Kraftfahrzeugverkehr nach wie vor Hauptverursacher für die hohen Feinstaub (PM10 )- und Stickstoffdioxid (NO2)-Belastungen. Insbesondere an stark befahrenen Straßenabschnitten mit Straßenschluchtcharakter werden oftmals die gültigen Grenzwerte der EU-Luftqualitätsrichtlinie überschritten. Mit diesem Forschungsvorhaben wurde eine Methodik zur Steuerung des Schwerlastverkehrs entwickelt, um die Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Konzentrationen in der Stadt Hagen zu reduzieren. Die Stadt Hagen erwies sich aufgrund ihrer Straßen- und Verkehrsstruktur als besonders geeignet für die Untersuchung. Darüber hinaus sollten mit der Studie elementare Fragen geklärt werden, die die Effektivität und Reichweite des dynamischen Verkehrskonzepts betreffen. So wurde untersucht, ob dieses Verkehrskonzept auch in der Lage ist, die Feinstaubbelastung zu reduzieren und welchen Einfluss eine dynamische Verkehrsverlagerung auf andere Orte der Stadt hat. Abschließend wird die Frage diskutiert, ob das Konzept auch für andere Städte von Interesse sein könnte.
Abschluss des Vorhabens: 31.3.2008
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3707 67 407
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Chemikalienleasing als Modell zur nachhaltigen Entwicklung mit Prüfprozeduren und Qualitätskontrollen anhand von Pilotprojekten in Deutschland
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Chemikalienleasing ist ein innovatives Geschäftsmodell, bei dem die klassische mengenbezogene Bezahlung (€/t) von Chemikalien durch eine nutzenorientierte Bezahlung (z.B. €/m2 gereinigte Fläche) ersetzt wird. Dadurch ändert sich der Chemikalienverbrauch für den Chemikalienhersteller von einem Erlös- zu einem Kostenfaktor. Dadurch wird Kooperation zwischen beiden Parteien angeregt, die in der Konsequenz zu wirtschaftlichen Vorteilen für beide Partner, insbesondere zur Ressourcenschonung, und Verringerung von Umweltbelastungen führt. Im Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes wurden auf der Basis von acht initiierten und begleiteten Pilotprojekten Qualitätskriterien entwickelt, die helfen sollen, ein hohes Niveau des Geschäftsmodells im Hinblick auf Umwelt- und Gesundheitsgesichtspunkte zu gewährleisten. Neben der Entwicklung von Qualitätskriterien wurden die Pilotprojekte dazu verwendet, Hemm- und Förderfaktoren für eine erfolgreiche Implementierung von Chemikalienleasing zu analysieren. Darüber hinaus wurden Vorschläge erarbeitet, um Anreize und geeignete Kommunikationsmaßnahmen zur weiteren Verbreitung des Geschäftsmodells zu entwickeln.
Abschluss des Vorhabens: 01.03.2010
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3707 51 101
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Risikofaktor nächtlicher Fluglärm - Fall-Kontroll-Studie zu kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen im Umfeld des Flughafens Köln-Bonn
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Die Erkenntnis, dass Fluglärm zu einem erhöhten Krankheitsrisiko führen kann, hat sich in den letzten Jahren durch zahlreiche Studien gefestigt. In dieser Fall-Kontroll-Studie war es das Ziel, den möglichen Einfluss von Fluglärm, insbesondere von nächtlichem Fluglärm auf das Risiko von Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs und von psychischen Erkrankungen zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurden die Daten von mehr als 1 Million Versicherten gesetzlicher Krankenkassen mit Hauptwohnsitz im Umland des Flughafens Köln-Bonn (Stadt Köln, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis) mit Daten des Umgebungslärms (Fluglärm, Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm) zusammengeführt. Die Auswertung erfolgte für Versicherte ab dem 40. Lebensjahr. Es sollte überprüft werden, ob und in welchem Ausmaß nächtlicher Fluglärm das Risiko für psychische und kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht. Die Studienergebnisse zeigen für Herz- und Kreislauferkrankungen einen linearen Anstieg des Erkrankungsrisikos bei beiden Geschlechtern, schon beginnend bei niedrigen Dauerschallpegeln. Diese Ergebnisse zeigten sich nicht beim akuten Herzinfarkt. Auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen ergaben sich - mit Ausnahme einer statistisch signifikanten Erhöhung des Erkrankungsrisikos für Depressionen bei Frauen - keine relevanten Befunde. Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass Herz- und Kreislauferkrankungen in einem möglichen Zusammenhang mit Fluglärm stehen, besonders wenn die Personen kein Schallschutzprogramm in Anspruch nehmen konnten.
Abschluss des Vorhabens: 2009
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3708 65 402
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Entwicklung von Kriterien und Methoden für nachhaltige Chemikalien
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Im Forschungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit Praktikern aus Unternehmen ein Leitfaden erarbeitet, wie nachhaltige Chemie konkret in Handels- und Wertschöpfungsketten umgesetzt werden kann. Der Leitfaden ist als Anwendungskonzept aufgebaut. Die wesentliche Aufgabe bestand hierbei darin aufzuzeigen, welche Informationen aus unterschiedlichen Quellen zukünftig miteinander zu kombinieren sind und wie Informationsgewinnung und -auswertung in der Praxis gelingen können. Darauf aufbauend kann der Anwender eine umfassende Einschätzung der Nachhaltigkeit von Chemikalien und ihren Anwendungen vornehmen.
Im ersten Arbeitsschritt wurden vorhandene Konzepte nachhaltiger Chemie verglichen. Dies geschah mit dem Ziel, einen Überblick über die Gesamtheit der wichtigsten Themenbereiche zu erhalten. Im zweiten Arbeitsschritt erfolgten dann auf der Grundlage dieser Auswertung die Erarbeitung von Nachhaltigkeitskriterien, die sich spezifisch auf Chemikalien beziehen, und die Darstellung in Form eines Leitfadens für Unternehmen.
Abschluss des Vorhabens: Januar 2010
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3709 72 228
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Expositionsbetrachtung und Beurteilung des Transfers von Dioxinen, dioxinähnlichen PCB und PCB - Literaturstudie
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Kausale Zusammenhänge zwischen einer Belastung von Umweltkompartimenten mit PCB und PCDD/F und der Nahrungskette konnten bislang nicht eindeutig ermittelt werden. Im Vorhaben wird der gegenwärtige Stand des Wissens zur Exposition und zum Transfer von "Dioxinen" und PCB in der Nahrungskette zusammengestellt. Besonders im Focus stehen dabei Angaben zu gegenwärtigen Emissionsquellen, zu Verteilungsprozessen und der daraus resultierenden Exposition für die Umwelt und letztlich über die Nahrungskette auch für den Verbraucher. Zu diesem Zweck wurde internationale Literatur ausgewertet, ergänzt durch nationale Publikationen und Berichte des Bundes und der Länder, sowie unveröffentlichte "graue" Literatur.
Abgeleitet vom derzeitigem Stand des Wissens ist der weitere Forschungsbedarf aufgeschlüsselt nach den relevanten Prozessen dargestellt. Es zeigt sich, dass Handlungsbedarf besteht, da gemäß aktueller Abschätzungen trotz des Verbots der Stoffe eine durchaus relevante Exposition für den Menschen besteht, die sich in einer Größenordnung bewegt, bei der biologische Effekte nicht ausgeschlossen werden können.
Abschluss des Vorhabens: Oktober 2010
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3708 61 400
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Medizin für Mensch und Umwelt? - Schärfung des Umweltbewusstseins im Umgang mit Arzneimitteln, Erarbeitung von Materialien für die Information von Verbrauchern, Ärzten, Apothekern zum nachhaltigen Umgang mit Arzneimitteln
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In Deutschland und in fast allen Industrieländern finden sich mittlerweile Medikamentenwirkstoffe in nahezu allen Gewässern und vereinzelt auch im Trinkwasser. Auch wenn die Konzentrationen in der Regel sehr gering sind, lassen sich erste Anzeichen für Auswirkungen auf Wasserlebewesen nachweisen. Akute Folgen für die menschliche Gesundheit sind bisher nicht erwiesen. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass sich Langzeitfolgen dieser Niedrigstkonzentrationen entwickeln und unerwartete Effekte durch die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Wirkstoffen (Cocktaileffekt) entstehen. Besonders gefährdet sind dabei sensible Bevölkerungsgruppen wie Kinder und chronisch Kranke. Es besteht daher nicht zuletzt aus Vorsorgegründen Handlungsbedarf.
Abschluss des Vorhabens: 2010
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206 61 202
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Identifizierung und Bewertung ausgewählter Arzneimittel und ihrer Metabolite im Wasserkreislauf
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Bis heute konnten zahlreiche Untersuchungen Arzneimittel in der aquatischen Umwelt nachweisen, wobei unter "Arzneimitteln" sowohl die unveränderten Wirkstoffe als auch die davon abgeleiteten Substanzen verstanden werden können. In diesem Projekt folgen wir der Nomenklatur, die alle im Arzneimittel enthaltenen Substanzen als Wirkstoffe bzw. Muttersubstanzen (MS) bezeichnet, alle innerhalb des menschlichen Körpers gebildeten Substanzen als Metabolite (ME) und alle nachfolgend entstehenden als Transformationsprodukte (TP), wobei bakterielle TP, abiotisch entstehende TP und beispielsweise durch die Trinkwasseraufbereitung erzeugte, technische TP möglich sind. Wir haben die Frage untersucht, inwieweit aus persistierenden MS und ME bei der Trinkwasseraufbereitung durch Ozonung mutagene / gentoxische TP entstehen können.
Abschluss des Vorhabens: 2009
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3708 61 205
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Synopse zu Wirkmechanismen von Spurenstoffen im Säugerorganismus als Grundlage der Bewertung des Wirkungspotenzials von Stoffsummen und der Erkennung neuer toxischer Endpunkte
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Die Studie behandelt die Frage der Integration von Erkenntnissen zu Wirkmechanismen von Chemikalien auf biochemischer oder zellulärer Ebene in die regulatorische Toxikologie, insbesondere in Hinblick auf Aussagen zu "neuen" Endpunkten und zu Fremstoffgemischen. Wichtige biochemische Prozesse im Säugerorganismus werden beschrieben (z.B. Transportprozesse, Signaltransduktion) und deren Störung durch Fremdstoffe erläutert. Solche Störungen physiologischer Prozesse werden als "Toxizitätspfad" charakterisiert.
Bei "neuen" toxikologischen Endpunkten handelt es sich um solche nachteilige Wirkungen, die in bestehenden klassischen OECD-Tests, wie sie derzeit in der Chemikalienprüfung vorgeschrieben sind, nicht oder nur unzureichend entdeckt werden können. An den Beispielen neurodegenerativer Erkrankungen, verzögerter immuntoxischer Effekte und Auswirkungen des Alterns werden solche "neuen" Endpunkte beschrieben, und Toxizitätspfade erläutert, die mit diesen Wirkungen in Verbindung stehen. Die Erkenntnisse ermöglichen die Hypothesenbildung, dass bestimmte Chemikalien analog über diese Toxizitätspfade wirken, ohne dass dies bisher in üblichen Stoffbewertungen geprüft worden wäre. Mittels eines solchen Screeningverfahrens können nachfolgend gezielte Testungen Aussagen zum Einfluss dieser Stoffe auf die neuen Endpunkte ermöglichen.
Mit dem gleichen Grundansatz (Beschreibung eines Toxizitätspfades durch ähnlich oder komplementär wirkende Stoffe) ist auch die gezieltere Diskussion von Kombinationswirkungen möglich. Die Studie liefert entsprechende Beispiele, wobei auch die Grenzen dieser Herangehensweise beschrieben werden.
Die toxikologische Risikoabschätzung mittels der Betrachtung von Toxizitätspfaden ist ein Gedanke, der zurzeit auch in den USA von der amerikanischen Umweltbehörde EPA intensiv verfolgt wird. Die Herangehensweise setzt die Nutzung enormer Datenmengen über die jeweils relevanten biochemischen und zellulären Prozesse und deren Interaktion voraus, die z.B. über "High Troughput Screening" Verfahren wie "Genomics" generiert und mit stoffkinetischen sowie endpunktbezogenen Aussagen verknüpft werden. Beispiele werden unter anderem im Projekt TOXCAST berichtet. Die Nutzung von Software zur (quantitativen) Struktur-Wirkungsanalyse ((Q)SAR) kann hier einen Beitrag leisten, ist jedoch bei neuen Endpunkten noch nicht nutzbar, da keine validierten Datensätze (größere Anzahl abgesicherter Stoff-Wirkungszusammenhänge) für solche Wirkungen vorliegen.
In der Schlussfolgerung wird die Bedeutung dieses neuen Ansatzes in der regulatorischen Toxikologie hervorgehoben, konkrete Hinweise für die Testung von oben gewonnenen Hypothesen zu einzelnen neuen toxikologischen Endpunkten gegeben, und Schritte vorgeschlagen, mittels derer der hier geschilderte Ansatz besser in der Stoffbewertung verankert werden kann. Zugleich wird deutlich, dass das Denken in Toxizitäspfaden unter Nutzung von Tests auf biochemischer Ebene (z.B. in vitro-Verfahren) derzeit keinen vollständigen Ersatz für die erforderlichen tierexperimentellen Toxizitätstests darstellen kann.
Abschluss des Vorhabens: 2010
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3707 65 400
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Prüfstrategien für Humanarzneimittel mit Wirkungen bei niedrigen Konzentrationen
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In den letzten Jahren wurden dank verbesserter Analysemethoden eine Vielzahl von Medikamenten im Abwasser, im Oberflächenwasser und Grundwasser im Konzentrationsbereich von Nanogramm bis Mikrogramm pro Liter nachgewiesen. Mögliche Effekte dieser Stoffe auf die Umwelt sind bisher aber noch kaum bekannt. Seit 2006 ist die neue Richtlinie der European Medicines Agency (EMEA) zur Umweltbeurteilung von neuen Arzneimitteln in Kraft. Danach wird ihr Umweltrisiko in einem zweistufigen Verfahren bestimmt. In der ersten Stufe wird die potentielle Umweltkonzentration eines Medikamentes abgeschätzt. Liegt diese unter 0.01 Mikrogramm pro Liter, wird das Medikament als unbedenklich für die Umwelt eingestuft. Wenn die Konzentration den Schwellenwert von 10 Nanogramm pro Liter überschreitet, sind experimentelle Studien zum Verbleib und zur Wirkung des Arzneimittels in der Umwelt durchzuführen. Da es jedoch Medikamente wie Ethinylestradiol und Levonorgestrel gibt, die Effekte auf aquatische Organismen unterhalb des Schwellenwertes ausüben, müssen diese identifiziert werden. Bisher gibt es aber keine Kriterien, anhand derer solche Substanzen identifiziert werden können.
Ziel dieses Vorhaben ist es, solche hochaktiven Substanzen anhand vorhandener Daten und der wissenschaftlichen Literatur zu identifizieren. Des Weiteren wird ein neues Konzept erarbeitet, anhand dessen hochaktive Substanzen identifiziert werden können. Dabei werden Kriterien definiert. Das neue Konzept basiert auf dem Wirkmechanismus der Substanz. Zudem wird der Grad der Homologie zwischen dem Zielrezeptor beim Menschen und dem potentiellen Rezeptor bei Organismen in der Umwelt betrachtet. Ein weiteres Kriterium ist die Bedeutung des durch den beteiligten Rezeptor regulierten Signalwegs in der Zelle und des Stoffwechselwegs. Dabei werden wichtige biologische und physiologische Prozesse definiert. Zudem werden toxikologische Daten mit berücksichtigt. Das neue Konzept wird anhand von Beispielen verifiziert. Schließlich wird das neue Konzept mit Modellen wie dem Fisch-Plasma-Modell und einem QSAR-Modell verglichen. Die Analyse zeigt, dass mit dem neuen Konzept hochaktive Substanzen erkannt werden können.
Abschluss des Vorhabens: 2009
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UM08 67 200
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Internationale Quecksilberstrategie zum Verzicht auf Quecksilber bei industriellen Prozessen und Massenprodukten
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Quecksilber wird aufgrund seiner einmaligen Eigenschaften seit Jahrhunderten vielfältig in Produkten eingesetzt. So wird es z. B. wegen seiner Eigenschaft der Nichtbenetzung von Oberflächen in Thermometern und Blutdruckmessgeräten verwendet oder dient als Leuchtmittel in Energiesparlampen und als Bleichmittel in Kosmetika.
Quecksilber weist jedoch auch eine hohe Toxizität auf, weswegen der Einsatz von Quecksilber in der EU stark zurückgedrängt wurde. Insbesondere in Massenprodukten wie Batterien, Farben oder Thermometern ist der Einsatz von Quecksilber heute EUweit verboten bzw. auf ein Mindestmaß limitiert (Energiesparlampen, Knopfzellen). Leider ist jedoch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Quecksilber noch immer in vielen Produkten und in hoher Konzentration verbreitet, obwohl es quecksilberfreie oder -arme Alternativen gibt.
Auf globaler Ebene werden seit 2001 im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verstärkt Anstrengungen unternommen, um die anthropogen bedingten Emissionen von Quecksilber in die Umwelt und die damit verbundenen gesundheitlichen Gefährdungen zu reduzieren. Im Jahr 2009 hat der Verwaltungsrat beschlossen, Verhandlungen zu einem rechtlich verbindlichen Übereinkommen zu treffen, das alle Aspekte des Lebenszyklus von Quecksilber behandeln soll.
In Vorbereitung und Begleitung der Verhandlungen wurde durch die Europäische Union eine Machbarkeits- und Effektivitätsstudie zur Implementierung rechtlich bindender und freiwilliger Ansätze erstellt. Ein Ergebnis dieser auch mit Hilfe der GRS verfassten Studie war, dass bezüglich Anwendung, Verbreitung und Substitutionsmöglichkeiten von Massenprodukten in Schwellen- und Entwicklungsländern nur unzureichend Informationen vorliegen.
Um diese Kenntnislücken zu füllen, wurde im Rahmen dieses Vorhabens gemeinsam mit der international tätigen Nichtregierungsorganisation IPEN eine Marktanalyse zu Quecksilber in Massenprodukten in ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern durchgeführt.
Hierzu ergänzend und begleitend wurden Studien zu ausgewählten Fragestellungen erstellt, die sich mit der Verwendung von Quecksilber in Produkten und Prozessen sowie mit den Folgen (Emissionen, kontaminierte Flächen) beschäftigen. Dies erfolgte insbesondere im Hinblick auf die sich im Zuge der Verhandlungen auf UNEP-Ebene diskutierten Handlungsoptionen des in Entwicklung befindlichen Übereinkommens zu Quecksilber.
Der vorliegende Abschlussbericht stellt eine Zusammenstellung der im Verlauf des Vorhabens erarbeiteten Dokument und Studien dar.
Abschluss des Vorhabens: 2011
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UM09 65 815
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Assistenz bei der Evaluierung von Strategien zur Chemikaliensicherheit und Weiterentwicklung einer nachhaltigen Chemie in Deutschland
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Mit dem Bericht der Brundtland-Kommission von 1987 Our Common Future (World Commission on Environment and Development) hat die Politikstrategie der Nachhaltigen Entwicklung eine breite Anerkennung bei Regierungen und generell der Gesellschaft erfahren. Die auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (United Nations Conference on Environment and Development- UNCED) in Rio de Janeiro im Jahr 1992 verabschiedete Agenda 21 kann als der internationale Handlungsrahmen zur Förderung des Leitbildes einer Nachhaltigen Entwicklung gelten. Seit dieser Zeit haben vielfältige Aktivitäten zur Konkretisierung und Umsetzung des Leitbildes auf nationaler Ebene, auf lokaler Ebene und auch im Privatsektor geführt. Im Bereich der chemischen Industrie, gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten auf Verbandsebene aber auch auf der Ebene einzelner Unternehmen. Aufgrund des Risikopotenzials der Anlagen, der Auswirkungen von chemischen Substanzen auf Mensch und Umwelt und durch die oftmals umwälzenden Auswirkungen die neue chemische Grundstoffe und Produkte auf die Konsum und Produktwelt haben trägt die chemische Industrie für ein Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung eine besondere Verantwortung.
Die spezifische Situation der chemischen Industrie im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklung wurde auch von der internationalen Staatengemeinschaft aufgegriffen. Unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP wurde 2006 in Dubai von der International Conference on Chemicals Management der so genannte Strategic Approach to International Chemicals Management – SAICM ins Leben gerufen. In einem weltumspannenden Netzwerk verschiedener Länder und Akteure hat sich die Initiative ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm gegeben, mit dem Ziel bis zum Jahr 2020 Chemikalien auf umweltverträgliche und gesundheitsverträgliche Weise zu produzieren und zu nutzen. Deutschland ist an dem Netzwerk intensiv beteiligt und kann dazu auch in Zukunft weitereBeiträge leisten.
Abschluss des Vorhabens: 2011
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3707 61 300
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Karzinogene, mutagene, reproduktionstoxische (CMR) und andere problematische Stoffe in Produkten - Identifikation relevanter Stoffe und Erzeugnisse, Überprüfung durch Messungen, Regelungsbedarf im Chemikalienrecht
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Das vorliegende Projekt beschäftigt sich mit chemischen Stoffen in verbraucherrelevanten Erzeugnissen, die gesundheitlich oder für die Umwelt problematisch sind. Es wird der Istzustand untersucht (Welche problematischen Stoffe kommen derzeit in welchen Erzeugnissen vor?), und es werden die zu erwartenden Änderungen unter der neuen europäischen Chemikalienverordnung REACH analysiert. Der Begriff eines "problematischen Stoffs" wird zunächst definiert und auf dieser Basis eine differenzierte Liste von problematischen Stoffen erstellt („Masterliste“). Die Prüfung, welche problematischen Stoffe in welchen Erzeugnissen vorkommen, erfolgt für ausgewählte Branchen oder Erzeugnisgruppen oder Materialien mit einer Fokussierung auf: Spielzeuge, Elektro- und Elektronikgeräte, Boden- und Wandbeläge. Es werden jeweils spezifische Listen von problematischen Stoffen generiert, die für diese drei Beispielsbereiche branchen- oder produktgruppenbezogen wichtige problematische Stoffe enthalten. Viele problematische Stoffe kommen übergreifend in mehreren Branchen oder Erzeugnisgruppen vor, wenn gleiche Materialien Verwendung finden. Am Beispiel der "polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe" (PAK) wird eine vertiefte Analyse zu einer problematischen Gruppe von Stoffen vorgenommen, die in verschiedenen Branchen in Erzeugnissen auftritt und die bei Abschluss dieses Berichts unter REACH als ungenügend geregelt angesehen wird.
Abschluss des Vorhabens: 2010
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206 67 448 04
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Bewertung und Regulation von Umwelthormonen - Teil 4: Anwendung von Biotests zur Charakterisierung der Expositionspfade für Umwelthormone aus Kunststoffen
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Das vorliegende Projekte hat das Ziel, die Expositionspfade für Umwelthormone aus Kunststoffen zu charakterisieren. Zur Erfassung und Charakterisierung der endokrinen Aktivität wurden biologische Testverfahren (Biotests) eingesetzt. Migrationsstudien mit Lebensmittelverpackungen und Kunststoffvorformen belegen das Auslaugen von östrogen aktiven Substanzen aus verschiedenen Kunststoffen im Yeast Estrogen Screen (YES) und im E-Screen. Zudem dominieren antiöstrogen aktive Substanzen in einer Vielzahl von Proben. Es konnten komplexe Migrationsprofile detektiert werden, die wahrscheinlich aus der Migration verschiedener, endokrin aktiver Komponenten resultieren. In Extrakten von Kunststoffverpackungen ließen sich zudem Substanzen mit agonistischer Aktivität am Östrogenrezeptor, Retinoid-X-Rezeptor und Vitamin-D-Rezeptor nachweisen. Ein theoretisches Expositionsszenario für marine Mollusken gibt Hinweise darauf, dass Endokrine Disruptoren aus Kunststoffen in der Umwelt relevante Effekte auslösen können. Die modellhafte Untersuchung von Mineralwasser zeigte, dass 60% der untersuchten Produkte im YES und E-Screen östrogen aktiv sind. Die In-vitro-Daten deuten auf die Kunststoffverpackung als eine Quelle der östrogenen Kontamination hin. Ein In-vivo-Versuch mit dem östrogensensitiven Modellorganismus Potamopyrgus antipodarum unterstützt diese Hypothese. Mit verschiedenen Analytikverfahren (GC-MS, LC-MS/MS) konnten außerdem bekannte, endokrin aktive Substanzen in PET- und Mineralwasserextrakten identifiziert werden, u.a. diverse Phthalate und Phenole. Zudem wurden potente Antagonisten des Östrogen- und Androgenrezeptors aus Mineralwasser extrahiert. Eine non-target Analytik (Orbitrap-MS) zeigte, dass eine Substanz mit der Molekülmasse 363,1992 Da [M+H+] hochsignifikant mit der biologischen Aktivität korreliert ist. Anhand der im Projekt erprobten Verfahren wurde eine Reihe von methodischen Aspekten herausarbeitet, die für die Anwendung von Biotests für die Charakterisierung der endokrinen Aktivität komplexer Proben relevant sind.
Dass Kunststoffe eine ganze Reihe endokrin wirksamer Substanzen enthalten und freisetzen können, konnte im vorliegenden Projekt mit Hilfe von Biotests bestätigt werden. Somit sind Kunststoffe eine relevante und bisher unterschätzte Quelle für die Exposition von Mensch und Umwelt mit endokrin aktiven Substanzen. Bei der Identifizierung und Charakterisierung dieser Substanzen besteht nach wie vor erheblicher Forschungsbedarf.
Abschluss des Vorhabens: 2012
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3709 65 417
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Umweltrisiken von Nanomaterialien: Verhalten und Verbleib von TiO2 Nanomaterialien in der Umwelt, beeinflusst von ihrer Größe, Form und Oberflächengestaltung
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Es gibt noch große Wissenslücken im Hinblick auf das Verhalten und den Verbleib von Nanomaterialien in der Umwelt. Das Umweltbundesamt (UBA) adressierte diese Problematik und untersuchte in einem durch das Bundesumweltministerium finanzierten Vorhaben wie sich nano-Titandioxid in simulierten Kläranlagen und Böden verhält. Aufgrund der Ergebnisse erarbeitete das UBA Empfehlungen für die Anpassung der bestehenden OECD Test- und Messmethoden. Diese sind bisher für herkömmliche Chemikalien entwickelt worden. Eine Anpassung ist notwendig, um die bestehenden Lücken zu schließen.
Abschluss des Vorhabens: 2011
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3708 61 402
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Validierung eines Mollusken-Reproduktionstests (ValMol-Repro)
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Das Projekt „Validierung eines Mollusken-Reproduktionstests“ diente der Erarbeitung eines Detailed Review Paper (DRP), welches den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zusammenfasst und mögliche Ansätze für Molluskentests aufzeigt, sowie der Entwicklung einer Standardtestmethode mit einer ausgewählten Molluskenspezies nach den Vorgaben der OECD. Das DRP wurde im Projekt erarbeitet und ist seit 2010 auf der OECD-Internetseite abrufbar (OECD, 2010a). Es schlägt drei Molluskenspezies mit entsprechenden Testsystemen für Validierungsarbeiten vor.
Abschluss des Vorhabens: 2011
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