Stand: Dezember 2012

G8 - Die Gruppe der Acht

Aus Stärke folgt Verantwortung. Gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, das ist das Ziel der Gruppe der Acht (G8). Ihr gehören die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada sowie seit 1998 Russland an. Seit 1977 entsendet zudem auch die EU eine eigene Delegation zu den G8-Treffen. Die 1975 auf Schloss Rambouillet erstmals als G6 zusammengetretene Runde vereinigt damit die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands. Ihrem Status nach ist die G8 keine internationale Organisation mit eigenen Organen oder einem permanenten Sekretariat, sondern eine rein informelle Gesprächsrunde, in der Fragen der Weltwirtschaft und Außenpolitik im kleinen Kreise erörtert werden sollten. Den Charakter eines reinen Kamingesprächs hat die G8 inzwischen jedoch weit hinter sich gelassen. Mittlerweile finden in diesem Rahmen über das ganze Jahr verteilt Treffen auf verschiedenen Ebenen statt, in denen die G8-Staaten gemeinsame Positionen zu einer Vielzahl von Politikfeldern abstimmen. Der Vorsitz der G8 wechselt jährlich unter den Mitgliedern: das Jahr 2013 steht unter britischer Präsidentschaft.  Das einmal im Jahr auf der Agenda stehende Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs wird im Sommer 2013 in Lough Erne, Nordirland, stattfinden

Die G8-Aktivitäten in der Umweltpolitik

Die Umwelt hat schon seit Langem einen festen Platz auf der Politikagenda der G8. Dabei standen immer wieder aktuelle Fragestellungen wie etwa zu Klimaschutz, Biodiversität, Schutz der Wälder, Bekämpfung der Umweltkriminalität und Schutz der Weltmeere, vor allem aber unmittelbar wirtschaftsrelevante Themen im Mittelpunkt. Meilensteine der G8-Umweltpolitik waren die in Genua 2001 beschlossene und in der Folgezeit erfolgreich ergriffene Initiative, das Thema Handel und Umwelt als ein Schlüsselthema der Welthandelsrunde in Doha zu verankern. Das Thema Klimaschutz bildete erstmals einen Schwerpunkt des G8-Gipfels 2005 im schottischen Gleneagles. Als Ergebnis wurde der Aktionsplan "Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung" von den Staats- und Regierungschefs beraten. Unter der deutschen G8-Präsidentschaft wurde 2007 die Grundlage für das globale Klima-Langfristziel gelegt. Das Ziel sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 die globalen Treibhausgasemissionen mindestens halbiert werden. Ein zweiter großer Erfolg war die Aufstellung eines Fahrplans zur Erreichung eines VN-Klimaschutzabkommens. Während der deutschen G8-Präsidentschaft gelangte auch Biodiversität erstmals auf die G8-Agenda. Mit der "Potsdam Initiative zur biologischen Vielfalt 2010" wurden konkrete Aktivitäten in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Handel, Finanzierung und Schutz der Weltmeere auf den Weg gebracht. In Heiligendamm wurden auch erstmals die großen Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika - die sogenannten "G8+5-Staaten" - zum G8-Gipfel eingeladen. Im Rahmen des "Heiligendamm-Prozesses" beschlossen die G8-Staaten und die Schwellenländer, in verschiedenen Bereichen besonders eng zusammenzuarbeiten, u.a. im Bereich Energieeffizienz. Unter italienischer G8-Präsidentschaft konnte 2009 das Klima-Langfristziel um das Basisjahr 1990 ergänzt werden. Die G8-Staaten bekannten sich zudem zu der Notwendigkeit, die Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen. Auch in den darauffolgenden Jahren unterstützte die G8 immer wieder die Ziele und Aktivitäten in der internationalen Klimaschutzpolitik, zuletzt beim Gipfeltreffen der G8 Chefs in Camp David am 18./19. Mai 2012.

Neben den jährlichen Gipfeln der Staats- und Regierungschefs haben sich in den vergangenen Jahren unregelmäßig immer wieder auch die Umweltminister der G8 getroffen, um über zentrale umweltpolitische Themen zu beraten. Ferner fanden zwischen 2005 und 2008 Treffen der Energie- und Umweltminister der 20 größten Energieverbraucherländer und der Internationalen Energieagentur statt (sog. Gleneagles-Dialog).