Stand: Mai 2012

Vom 18. - 19. April 2012 fand in Horsens (Dänemark) das informelle Umweltministertreffen unter dänischer EU-Ratspräsidentschaft statt. Neben den nächsten Schritten für den Emissionshandel mit Treibhausgasen ging es vor allem darum, wie unsere Wirtschaft grüner werden kann. Dies ist auch erklärtes Schwerpunktthema der dänischen Präsidentschaft. Die Teilnehmer stimmten voll und ganz darin überein, dass der Weg aus der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise sowie der global noch immer herrschenden Armut nur über eine grüne Wirtschaft, die ressourcenschonend und kohlenstoffarm produziert, führen kann. So wird nicht nur unsere Lebensgrundlage erhalten, es werden auch Millionen neuer Stellen geschaffen und die Wirtschaft Europas bleibt auf Dauer wettbewerbsfähig.
EU-intern stellt sich die Frage insbesondere bei der Ausgestaltung des kommenden 7. Umweltaktionsprogramms. Auf der globalen Ebene ist es zentrales Thema der VN-Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung, die vom 20.-22. Juni 2012 in Rio (Brasilien) stattfindet. Da die Konferenz 20 Jahre nach der ersten Konferenz zur Nachhaltigen Entwicklung in Rio stattfindet, wird sie allgemein kurz als Rio +20 bezeichnet.
Wegen des informellen Charakters konnten auf diesem Treffen keine förmlichen Ratsbeschlüsse gefasst werden; mit dem Treffen in Horsens wurden aber Grundlagen für "offizielle" Positionen geschaffen.
Die Sitzung leiteten Ministerin Ida Auken für den Umweltteil und Martin Lidegaard für den Klimateil. Deutschland wurde durch die Parlamentarische Staatssekretärin Katharina Reiche vertreten.
Neben den EU-Mitgliedstaaten und Kroatien, dessen EU-Beitritt für 2013 erwartet wird, nahmen die EU-Kommission, Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäische Umweltagentur, der Schweiz, Norwegens, Islands und der Türkei sowie zwei Vertreter von Nichtregierungsorganisationen teil.
Umweltaktionsprogramme gibt es seit den siebziger Jahren. Sie sind Mehrjahrespolitikplanungen im Umweltbereich. Das 6. Umweltaktionsprogramm läuft in diesem Sommer aus. Nach anfänglichem Zögern der Kommission besteht jetzt Einigkeit zwischen Kommission, Europäischem Parlament und Rat, dass es schnellstmöglich ein im Mitentscheidungsverfahren zu verabschiedendes 7. Umweltaktionsprogramm geben soll. Der Kommissionsentwurf wird für Ende 2012 erwartet.
In Vorbereitung dazu sollen im Juni 2012 förmliche Schlussfolgerungen des Umweltrats verabschiedet werden. Neben dem Weg zu einer grünen Wirtschaft stand mit Umsetzung von EU-Recht ein weiterer zentraler Bausteine dafür im Fokus der Debatte beim informellen Rat:
In Vorbereitung auf die VN-Konferenz in Rio besprachen die Teilnehmer die Bedeutung der anstehenden Transformation der globalen Wirtschaft dafür. Mitgliedstaaten und Kommission stimmten darin überein, dass eine inklusive (soziale) grüne Wirtschaft ein notwendiges Mittel zur langfristigen Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung ist. Die EU will in diesem Prozess eine Vorreiterrolle übernehmen und entsprechende konkrete Vorschläge insbesondere in den Bereichen Wasser, nachhaltige Energie, Ozeane, Landnutzung und Ökosystem und Ressourceneffizienz, hier vor allem im Abfallbereich, erarbeiten.
Dieses Thema wurde vertraulich während des Mittagessens von den Delegationsleitern der EU-Mitgliedstaaten, Kroatiens und der Kommission besprochen, so dass hier nur in allgemeiner Form berichtet werden kann:
Kommissarin Hedegaard kündigte an, dass die Kommission kurzfristig eine Prüfung vornehmen und einen Vorschlag vorlegen wolle.