Stand: Januar 2009
Die Radioaktivität in der Umwelt wird in der Bundesrepublik Deutschland flächendeckend überwacht. Der Reaktorunfall in Tschernobyl hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, über ein adäquates Frühwarn- und Messsystem zu verfügen, das es gestattet, eine sich entwickelnde Belastungslage rasch festzustellen und messtechnisch verfolgen zu können, um auf der Basis genauer und zeitgerechter Informationen ggf. Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.
Dieses führte zum Aufbau des "Integrierten Mess- und Informationssystems zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS)" das
Das System wurde nach mehrjähriger Entwicklung 1993 beim Bundesamt für Strahlenschutz in Betrieb genommen. Im April 2005 wurde das seither ständig laufende IT-System des IMIS durch ein neues, zeitgemäßes System ersetzt.
Nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz besteht hinsichtlich der Messaufgaben eine Aufgabenaufteilung zwischen Bund und Ländern. Die Umweltbereiche Luft und Wasser, in denen der großräumige Transport radioaktiver Stoffe erfolgt, werden durch ortsfeste, flächendeckende und kontinuierlich arbeitende Messnetze überwacht, wobei die Dichte der Messstationen in Abhängigkeit von den charakteristischen Gradienten der Messgröße gewählt wurde. Im Einzelnen sind dies:
Die Umweltbereiche, in denen sich radioaktive Stoffe ablagern und anreichern können, werden von so genannten Landesmessstellen überwacht. Hierzu zählen folgende Umweltbereiche:
Die Messungen erfolgen nach gezielten Probenentnahmen in den vorgenannten Landesmessstellen.
Alle Messdaten unterliegen grundsätzlich einer zweistufigen Plausibilitätskontrolle, die einerseits eine Plausibilitätsprüfung durch den Messwerterzeuger und andererseits eine synoptische Plausibilisierung durch die "Leitstellen des Bundes für die Überwachung der Umweltradioaktivität" vorsieht. Bei den Leitstellen wird die Plausibilität u. a. auf der Grundlage radioökologischer Zusammenhänge unter Hinzuziehung von Messwerten anderer Umweltbereiche geprüft. Leitstellen sind spezialisierte Labors bei oberen Fachbehörden des Bundes, die sich auf einzelne Umweltbereiche spezialisiert haben.

Abb. Integriertes Mess- und Informationssystem
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