Stand: Dezember 2010

Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung

Abb.: Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung

Quelle: BMU, Februar 2008

Radioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung von Kernkraftwerken sind bis zu ihrer Verbringung in ein Endlager in Einrichtungen zwischen zu lagern, die entsprechend dem Verursacherprinzip durch den Betreiber zu errichten und zu betreiben sind. Gegenwärtig stehen für diese Abfälle neben Einrichtungen an den Standorten, die externe Lagerhalle Unterweser, das dezentrale Standortzwischenlager Biblis, das Abfalllager Gorleben (ALG), die EVU-Halle des Zwischenlagers Mitterteich, das Zwischenlager der Fa. Nuclear + Cargo Service GmbH (NCS) in Hanau, das Zwischenlager Nord (ZLN) bei Greifswald sowie das Zwischenlager der Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe (HDB) des Forschungszentrums Karlsruhe zur Verfügung. In der Genehmigung für diese Zwischenlager sind Einschränkungen bei der Anlieferung radioaktiver Abfälle festgeschrieben. So dürfen z. B. nach Mitterteich nur Abfälle aus bayerischen kerntechnischen Anlagen, in das Zwischenlager Nord in der Regel nur Abfälle aus den im Abbau befindlichen Kernkraftwerken in Greifswald und Rheinsberg und in die HDB nur Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung der Anlagen des Forschungszentrums Karlsruhe und des Kernkraftwerks Niederaichbach zur längerfristigen Zwischenlagerung verbracht werden. Radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland können in dem zentralen Zwischenlager in Gorleben (verglaste hochradioaktive Abfälle) und Ahaus (beantragt für hochdruckkompaktierte radioaktive Abfälle wie beispielsweise Hülsen- und Strukturteile von wiederaufgearbeiteten Brennelementen) gelagert werden.

Radioaktive Abfälle aus den Großforschungseinrichtungen werden in der Regel an ihrem Entstehungsort konditioniert und zwischengelagert.

Radioaktive Abfälle aus Forschung, Industrie und Medizin können an elf Landessammelstellen abgegeben werden. Die Abfälle werden entweder als Rohabfälle angenommen und werden dann vor Ort konditioniert oder sie werden bereits in lagergerecht konditionierter Form angenommen. Für radioaktive Abfälle aus Forschung, Medizin und Industrie gibt es darüber hinaus private Konditionierungs- und Entsorgungsfirmen, die bundesweit radioaktive Reststoffe abholen, lagergerecht konditionieren und ggf. auch zwischenlagern.

Abfälle aus der kerntechnischen Industrie wie beispielsweise aus dem ehemaligen Betrieb und Rückbau der Brennelementefertigungsanlagen in Hanau werden in der Regel vor Ort lagergerecht konditioniert und in diesem Beispiel im Zwischenlager der NCS in Hanau zwischengelagert.

Tab.: Genehmigten Mengen und zulässigen Abfallarten für Sammelstellen (keine bestrahlten Brennelementen und verglaste hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufbereitung)

Bezeichnung der Anlage und StandortZweck der AnlageLagerkapazität laut Genehmigung
Abfalllager Gorleben (Fasslager), NiedersachsenLagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus KKW, Medizin, Forschung und Gewerbe200-l-, 400-l-Fässer, Betonbehälter Typ III, Gussbehälter Typ I-II, Container Typ I-IV mit einer Gesamtaktivität bis 5x1018 Bq
Abfalllager Esenshamm, NiedersachsenLagerung von schwach-radioaktiven Abfällen aus den KKW Unterweser und Stade200-l- und 400-l-Fässer, Betonbehälter, Stahlblechcontainer, Betoncontainer, Gussbehälter mit einer Gesamtaktivität bis 1,85x1015 Bq
Sammelstelle der EVU Mitterteich, BayernZwischenlagerung von Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung aus bayerischen kerntechnischen Anlagen40.000 Abfallgebinde
(200-l-, 400-l-Fässer oder Gussbehälter)
Zwischenlager Nord (ZLN) Rubenow, Mecklenburg-VorpommernZwischenlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen der KKW Greifswald und Rheinsberg mit Zwischenlagerung der abgebauten Großkomponenten 200.000 m3
Zwischenlager Ahaus, Nordrhein-WestfalenZwischenlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen aus KKWBeton-/Gussbehälter, Beton-/Stahlblechcontainer
Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe, Karlsruhe (WAK GmbH)1. vernachlässigbar Wärme entwickelnde Abfälle,
2. Wärme entwickelnde Abfälle inkl. Abfälle einiger Kunden
1. 77.424 m3 (Lagervolumen)
2. 1.240 m3 (Lagervolumen)
Zwischenlager der NCS, Hanauvernachlässigbar Wärme entwickelnde konditionierte Abfälle, Betriebs- und Abbauabfälle von
1. Siemens,
2. NUKEM, AREVA NP, GNS u. a.
1. circa 9.000 m3
2. circa 4.000 m3
Landessammelstelle Baden-Württemberg, KarlsruheAbfälle aus Medizin, Forschung und Industriekeine Kapazitätsgrenze angegeben (Kapazität HDB: 78.276 m3)
Landessammelstelle Bayern, MitterteichAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie10.000 Gebinde
Landessammelstelle Berlin, BerlinAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie445 m3
Landessammelstelle Hessen, EbsdorfergrundAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie400 m3
Landessammelstelle Mecklenburg-Vorpommern, Rubenow/GreifswaldAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrieein 20`-Container (circa 80 Stück 70-l-Fässer)
Landessammelstelle Niedersachsen, JülichAbfälle aus Medizin, Forschung und IndustrieKapazität laut Genehmigung von circa 300 Stück 200-l-Fässern
Landessammelstelle Niedersachsen, Leese (Lager der Fa. Eckert & Ziegler nuclitec)Abfälle aus Medizin, Forschung und Industrie3.240 m3
Landessammelstelle Nordrhein-Westfalen, JülichAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie2.430 m3
Landessammelstelle Rheinland-Pfalz, EllweilerAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie500 m3
Landessammelstelle Saarland, Elm-DerlenAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie50 m3
Landessammelstelle Sachsen, Rossendorf/DresdenAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie570 m3
Landessammelstelle der vier norddeutschen Küstenländer, GeesthachtAbfälle aus Medizin, Forschung und Industrie68 m2 Stellfläche

Quelle: BMU, 2010