Stand: 08.06.2009


In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Umweltministerium Baden-Württemberg veranstaltete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) vom 24. - 26.03.2009 in Freiburg das


14. Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität

Das Thema des Fachgespräches war:

IMIS - Integrierendes System zur Umweltüberwachung und Notfallvorsorge

Seit der Betriebsaufnahme des Integrierten Mess- und InformationsSystems vor 15 Jahren, hat sich IMIS zur allgemein anerkannten zentralen Einrichtung der Umweltüberwachung und der Notfallvorsorge in Deutschland entwickelt. IMIS hat in diesem Zeitraum einige Wandlungen und Entwicklungen erlebt. Die Ergebnisse der Immissions- und Emissionsmessungen gemäß REI werden neuerdings mit Hilfe des IMIS erfasst. Zukünftig könnten z. B. auch die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung nach §7 Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) in IMIS aufgenommen werden. IMIS ist zwar noch immer ein nationales Instrument, das sich primär im Daten- und Informationsaustausch mit anderen nationalen Systemen (z. B. KfÜ, RODOS, ...), zunehmend aber auch auf internationaler Ebene bewähren muss.

Neben den fachlichen Anforderungen entwickelte sich vor allem die Informationstechnologie in den vergangenen 15 Jahren außerordentlich stürmisch und hatte einen deutlichen Einfluss auf die IMIS-Migration, die im März 2005 abgeschlossen wurde. Schon jetzt liegt ein neues Konzept für einen modularen Aufbau von IMIS unter verstärkter Nutzung frei verfügbarer Softwareprodukte vor.

Gleichzeitig haben Weiterentwicklungen bei den Analyse- und Messverfahren stattgefunden. Diese haben das Ziel, schnellere radiochemische Analysen sowie empfindlichere Messungen zu ermöglichen. Die Qualität der eingesetzten Analyse- und Messverfahren wurde und wird regelmäßig in Ringvergleichen überprüft, darüber hinaus wird von den Labors zunehmend die Akkreditierung einzelner Verfahren nach DIN EN ISO/IEC 17025 angestrebt. Die Zuverlässigkeit der automatisch arbeitenden Systeme in den Messnetzen und die zeitliche Verfügbarkeit der bereitgestellten Daten wurden verbessert.

Wie immer auch IMIS zukünftig gestaltet sein wird, für die Verantwortlichen ist die Zufriedenheit der Anwender des IMIS ein Punkt von zentraler Bedeutung. Ziel des diesjährigen Fachgespräches war es daher, ein Resumée zu ziehen und über die zukünftige Entwicklung zu diskutieren. Mehr als 200 Teilnehmer aus dem Inland und dem benachbarten Ausland haben 34 Plenarvorträge aus den Themenbereichen

  • Erfahrung bei Betrieb und Nutzung von IMIS: Übungen,
  • Technische Entwicklung in den Messnetzen,
  • Messung und Analyse,
  • Qualitätsmanagement und -sicherung,
  • Entscheidungshilfesysteme, Elektronische Lagedarstellung sowie
  • Internationaler Daten- und Informationsaustausch

mit Interesse verfolgt und die zu ausgewählten Themen angebotenen Workshops zu intensiver Diskussion genutzt. Weitere, als Poster präsentierte Beiträge sowie die in das Fachgespräch integrierte Industrieausstellung boten gern genutzte Möglichkeiten zur vertieften Diskussion. Der rege Zuspruch und der intensiven Erfahrungsaustausch zeigten, dass das gesetzte Ziel nicht verfehlt wurde.

Die Beiträge und Ergebnisse des 14. Fachgespräches werden in einem Tagungsband zusammengestellt und hier zum Download bereitgestellt werden.