Komposte und Gärrückstände aus getrennt erfassten Bioabfällen haben unter ökologischen Aspekten handfeste Vorteile. Dies gilt nicht allein für die sog. "Eigenkompostierung", also die Kompostherstellung auf dem eigenen Grundstück, sondern auch für die zentrale Erfassung und Verarbeitung von Bioabfällen, die z.B. über die Biotonne eingesammelt werden. Dabei trifft die Verwertung "sortenrein" erfasster Bioabfälle nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich, den Niederlanden und Belgien auf Befürworter, sondern verstärkt auch in südlichen und östlichen EU-Mitgliedstaaten.
Komposte können aber nicht nur aus getrennt erfassten Bioabfällen ("Bioabfallkomposte") hergestellt werden, sondern auch aus vermischten Abfällen ("Mischmüllkomposte"). Bioabfallkomposte weisen deutlich niedrigere Schadstoffgehalte als Mischmüllkomposte auf. Der Schutz der Böden vor unnötigen Schadstoffeinträgen gebietet es, dass nur qualitativ hochwertige Bioabfallkomposte auf Flächen aufgebracht werden sollten – insbesondere , wenn es um Flächen geht, die zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte dienen. In diese Richtung zielt die Initiative der vier Mitgliedstaaten Spanien, Portugal, Österreich und Deutschland gegenüber der EU-Kommission und den übrigen Mitgliedstaaten.
Um hier zu einem Meinungsaustausch und zu abgestimmtem weiteren Vorgehen mit Kommission, Mitgliedstaaten, Verbänden und Wissenschaft zu kommen, organisierten die vier genannten Staaten am 31.5./1.6.2006 eine Fachtagung in Brüssel.