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Stand: Jul. 2005

Strategie für die Zukunft der Siedlungsabfallentsorgung Ergebnisse eines Forschungsvorhabens: Vollständige Siedlungsabfallverwertung möglich

Ergebnisse eines Forschungsvorhabens: Vollständige Siedlungsabfallverwertung möglich

Eine vollständige Verwertung von Siedlungsabfällen ist bereits mit dem heutigen Stand der Technik erreichbar. Das ist das Ergebnis einer vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie "Strategie für die Zukunft der Siedlungsabfallentsorgung (Ziel 2020)". Sie legt damit die fachtechnische Grundlage für eine vollständige und umweltverträgliche Verwertung von Siedlungsabfällen in Deutschland (Ziel 2020).

Die Studie zeigt exemplarisch sieben Szenarien (Verfahrenskombinationen) auf, die eine möglichst hochwertige und vollständige Verwertung der Restabfallfraktion der Haushaltsabfälle gewährleisten können. Die heute angewandten Abfallbehandlungsverfahren wie die mechanisch-biologische Behandlung, die Verbrennung oder die Vergärung wurden untersucht und mit der energetischen Nutzung der Abfälle - etwa in Kraft- und Zementwerken - sowie der stofflichen Nutzung der Rückstände aus der Behandlung kombiniert. Für die Bewertung der für das Ziel 2020 relevanten Verfahren wurde anhand folgender Kriterien ausgewählt:

  1. Vollständige Verwertung des Primärabfalls im jeweiligen Szenario,
  2. Einhaltung aller schutzgutbezogenen Anforderungen,
  3. technische Machbarkeit bei zugleich wirtschaftlicher Zumutbarkeit und
  4. Anlehnung an die "beste verfügbare Technik" (BVT).

Die aus verschiedenen Verfahrenskombinationen gewählten Szenarien wurden dann aufgrund der erreichten Produktqualitäten, der Verhältnismäßigkeit, der Energieausbeute, der Emissionen und der technischen Zuverlässigkeit näher bewertet.

Mit der Darstellung der sieben Szenarien zeigt die Studie, dass die technische Machbarkeit des Ziels 2020 gegeben ist und durch Modifikationen bestehender Entsorgungssysteme relativ zeitnah umgesetzt werden könnte. Bei der Bewertung der ökonomischen Zumutbarkeit konnte ermittelt werden, dass die Umsetzung des Ziels 2020 nicht mit unzumutbar hohen Abfallgebühren einhergeht. Die geschätzten Behandlungskosten der verschiedenen Szenarien liegen zwischen 100 und 170 Euro pro Tonne Abfall.

Anschaulich wird belegt, dass die vollständige Siedlungsabfallverwertung auf verschiedenen Wegen erreicht werden kann, wobei die maximale stoffliche Nutzung und die maximale Inertisierung des Primärabfalls durch Verbrennung die äußeren Grenzen des Handlungsrahmens darstellen. Die Auswahl des für den jeweiligen Entsorgungsträger geeigneten Entsorgungssystems wird dann im Wesentlichen durch ökonomische Aspekte, durch die vorhandene Entsorgungsinfrastruktur aber auch durch die Vorgaben der Abfallpolitik entschieden.

Zur Umsetzung des Ziels 2020 müssen die Entsorgungsträger auf regionaler und lokaler Ebene ihre Abfallwirtschaftskonzepte bei größtmöglicher Wahlfreiheit der Behandlungswege anpassen. Die Abfallwirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung sollten zur Erreichung von Ziel 2020 bewährte Abfallbehandlungsverfahren optimieren und die Entwicklung neuer Verfahren vorantreiben.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass die Beendigung der Deponierung von Siedlungsabfällen eine logische Weiterentwicklung der bisherigen Abfallpolitik - besonders des Ablagerungsverbotes für unbehandelte Siedlungsabfälle seit 1. Juni diesen Jahres - darstellt.

Die Anforderungen des Ziels 2020 ermöglichen einen Wechsel weg von der Ablagerung von Abfällen auf Deponien, hin zu einer möglichst vollständigen Nutzung der in den Siedlungsabfällen vorhandenen Wertstoffe und Energien. Dabei wird es möglich, die im Abfall gebundenen Schadstoffe im Rahmen der Abfallbehandlung aufzukonzentrieren, aus der Biosphäre sowie dem Stoffkreislauf auszuschleusen und unter Tage zu verwerten.

Für eine konsequente Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaftspolitik dürfen aber auch die der Abfallbehandlung vorgelagerten Instrumente der Abfallvermeidung und des verbesserten Stoffstrommanagements nicht aus dem Auge verloren werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts identifiziert die Studie weitere politische Handlungsoptionen: So erfolgte auf der Ebene der Europäischen Union bisher keine klare Definition der Hochwertigkeit von Verwertungsmaßnahmen, noch fehlen EU weit einheitliche Umweltstandards für alle Behandlungs- und Verwertungsverfahren und Verwertungsquoten für viele Materialien.

Die wichtigsten Ergebnisse des F & E-Projektes sind in einer Kurzfassung zusammengefasst beim Umweltbundesamt erhältlich. Eine detaillierte Darstellung aller Ergebnisse kann einem Materialband entnommen werden, in dem 14 ausgewählte Abfallbehandlungsanlagen technisch beschrieben und eine Analyse der stofflichen und energetischen Bilanzen, der gewonnnen Sekundärprodukte und die dabei entstehenden Kosten ausführlich dargestellt sind. Dieser kann beim Umweltbundesamt eingesehen oder ausgeliehen werden und steht, ebenso wie die Kurzfassung, auch im Internet unter www.uba.de zur Verfügung.

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