Johann Heinrich von Thünen-Institut
Institut für Fischereiökologie
Marckmannstraße 129b, Haus 4, 20539 Hamburg
Internet: www.vti.bund.de
Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) ist eines von vier Bundesforschungsinstituten im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Die Leitstelle ist im Institut für Fischereiökologie in Hamburg angesiedelt. Primäre Basis ihrer Tätigkeit sind das Strahlenschutzvorsorgegesetz und die Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen.
Die Leitstelle nutzt Forschungsschiffe, um jährlich die Radioaktivität in Fischen und Fischnährtieren aus der Nordsee und Ostsee zu ermitteln. Für Messungen steht ein Laboratorium zur Durchführung der Gammaspektrometrie und radiochemischer Analysen von Sr-90, Pu-Isotopen und Am-241 zur Verfügung. Diese Messwerte werden auch zur Plausibilisierung entsprechender IMIS-Messdaten (StrVG) der amtlichen Messstellen herangezogen.
Es wird ein einfaches Kompartimentmodell des Nordostatlantiks zur Beschreibung der Ausbreitung von Radionukliden aus den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague und sich daraus ergebender Aktivitäten in den Biota eingesetzt. Dies dient in Verbindung mit den Messdaten als Grundlage für die Abschätzung der Strahlenexposition durch Verzehr von Fisch, Krusten- und Schalentieren ausNord- und Ostsee.
Seit 1986 nimmt die Leitstelle die Aufgabe wahr, für die internationale Arbeitsgruppe MORS-PRO der HELCOM jährlich Radioaktivitätsdaten von Biota aus der Ostsee zu erheben. Hinsichtlich möglicher Auswirkungen der Versenkungen von Radioaktivität in der Karasee und in der Barentssee wurden von 1992 bis 2006 in mehrjährigen Abständen Fischproben aus der Barentssee untersucht.
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Institut für Fischereiökologie, Hamburg (U. Rieth)