Die große Mehrheit der Deutschen ist für die Beibehaltung des Atomausstiegs oder sogar dessen Beschleunigung.
Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Störfalls im schwedischen AKW Forsmark ermittelte Forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums Meinungen zur Sicherheit von Atomkraftwerken und zum Ausstieg aus der Atomkraft (Erhebungszeitraum: 15./16.8.2006).
71 % der Deutschen ist das Unfallrisiko der Atomkraftwerke zu hoch. 18 % aller Bundesbürger halten die Gefahr, dass es heutzutage noch zu einem schweren Atomunfall wie z.B. vor 20 Jahren in Tschernobyl kommen könnte, heute für noch genauso groß wie damals. 53 % glauben, dass die Atomkraftwerke heute zwar weltweit sicherer seien, halten das Unfallrisiko persönlich jedoch weiterhin für zu hoch.
Lediglich 2 % glauben, dass Atomkraftwerke heute sicher seien und keine Unfallgefahr mehr besteht. 26 % sind der Meinung, dass die Unfallgefahr in den letzten 20 Jahren weltweit zumindest soweit zurückgegangen ist, dass man das Restrisiko heute in Kauf nehmen kann. Die unter 30-Jährigen – also diejenigen, die Tschernobyl nicht bewusst erlebt haben – sagen dies etwas häufiger als die älteren Bürger.
62 % der Bundesbürger finden, das Tempo des Atomausstiegs sollte beibehalten oder beschleunigt werden. Diese Einschätzung durchzieht alle Altersgruppen, nur bei den Befragten ab 60 Jahren sehen dies nur 55 % so.
Dass das Tempo des Atomausstiegs verlangsamt werden sollte, meinen 15 % der Deutschen. Weitere 18 % sind grundsätzlich gegen einen Ausstieg aus der Atomkraft. Die Mehrheit der Bevölkerung (51 %) sehen in der Atomkraft eine große Gefahr oder sogar eine sehr große Gefahr für sich und ihre Familien. 33 % aller Bundesbürger sind der Meinung, dass Atomkraftwerke, mögliche Anschläge auf Atomkraftwerke, Atomtransporte und radioaktiver Müll für sie und ihre Familien eine große Gefahr darstellen, weitere 18 % sehen sogar eine sehr große Gefahr. (Eine geringe Gefahr sehen 40 %, überhaupt keine Gefahr 8 %.) In allen Altersgruppen sieht die Mehrheit für sich und ihre Familien eine große oder sehr große Gefahr, nur in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen schätzen 44 % die Gefahr als sehr groß oder groß ein.