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Stand: Jun. 2006

Biomassereststoffe ökologisch effizienter nutzen ifeu–Institut legt Ergebnisbericht "Stoffstrommanagement von Biomasseabfällen mit dem Ziel der Optimierung der Verwertung organischer Abfälle" vor

ifeu–Institut legt Ergebnisbericht "Stoffstrommanagement von Biomasseabfällen mit dem Ziel der Optimierung der Verwertung organischer Abfälle" vor

Um bisher noch ungenutzte Potenziale zum Klimaschutz und zur Schonung mineralischer Ressourcen bei der Biomassenutzung zu identifizieren, hatte das Bundesumweltministerium ein Forschungsvorhaben "Stoffstrommanagement von Biomasseabfällen mit dem Ziel der Optimierung der Verwertung organischer Abfälle" an das ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung vergeben. Der Forschungsnehmer hat nunmehr seinen Ergebnisbericht vorgelegt.

Erhebliche Potenziale bei der Biomassenutzung vorhanden

Ziel des vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes war es, mit Hilfe der Stoffstromanalyse aus Sicht des Ressourcenschutzes optimierungswürdige Biomasserestströme in der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft sowie im industriellen und Abfallbereich zu identifizieren. Für diejenigen Rest- und Abfallströme mit den größten Optimierungspotenzialen wurden anhand von Szenarien Optimierungsvorschläge der stofflichen und thermischen Nutzung erarbeitet und hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen und ihres Beitrages zum Ressourcenschutz bewertet.

Die Analyse der Biomasserest- und Abfallströme durch das ifeu-Institut ergab, dass bei der Verwertung von biogenen Reststoffen im industriellen Bereich, besonders in der Holz- und Papierindustrie, kein wesentliches Optimierungspotenzial mehr vorhanden ist. Ungenutzte Potenziale in Höhe von insgesamt ca. 26 Mio. t Trocken-substanz (TS) sind dagegen vor allem in der Landwirtschaft - insbesondere bei Gülle, Stroh und Pflanzenabfällen - zu finden. Waldrestholz und sonstiges Schwachholz in der Forstwirtschaft ist ein weiterer optimierungsfähiger Bereich mit einem ungenutzten technisch-ökologischen Potenzial von 4,1 - 6,6 Mio. t TS. Bei Reststoffen und Abfällen aus der Biotop- und Landschaftspflege wird ein ungenutztes Potenzial von ca. 2 Mio. t TS aufgezeigt. Bioabfälle weisen mit ca. 4,1 Mio. t TS die höchsten Optimierungspotenziale in der klassischen Abfallwirtschaft auf. Eine optimierte Lenkung und Behandlung verschiedener biogener Restströme kann auch zur Schonung der Ressource Phosphat beitragen. Kommunale Klärschlämme besitzen dabei mit ca. 2,2 Mio. t TS das größte Potenzial.

In verschiedenen Szenarien wurden vom ifeu-Institut Optimierungsvorschläge für die benannten größten Potenziale erarbeitet und anhand verschiedener Kriterien bewertet - umweltwirkungsbezogen anhand der Eutrophierung, der Versauerung und dem Feinstaubrisiko (PM10); ressourcenschutzseitig anhand des Treibhauseffektes (Klimaschutz) sowie der Schonung fossiler und mineralischer Ressourcen. Ökonomische Abschätzungen zu den Kosten der Szenarien wurden nicht durchgeführt.Folgende Ergebnisse wurden erhalten:

Ausbau der Holzpelletproduktion und Rohstoffsubstitution in der Holzwerkstoffindustrie bietet ökologische Vorteile

Durch eine Umlenkung der Sägespäne von ihrem Einsatz in der Holzwerkstoffindustrie in die Holzpelletherstellung zur Verbrennung in derzeit stark nachgefragten Pellet-Kleinfeuerungen können Öl- und Gasfeuerungen substituiert werden, während die Holzwerkstoffindustrie ihren Holzeinsatz aus der Forstwirtschaft steigert. Diese Vorgehensweise ist aus Sicht des Klimaschutzes und der Schonung fossiler und mineralischer Ressourcen sehr zu empfehlen.

Energetische Nutzung von Stroh aus Sicht des Klimaschutzes vorteilhaft

Die Berechnungen ergeben eine deutliche Einsparung an Treibhausgasemissionen, insbesondere bei der Kohlesubstitution mit ca. 6,1 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr, hinzukommt eine Entlastung bei der Inanspruchnahme fossiler Ressourcen

Nutzung des Phosphors aus Tiermehl und Klärschlamm schont Phosphat-ressourcen

Aus Sicht des Klimaschutzes wird die Mitverbrennung in Zementwerken durch die Substitution von Braun- und Steinkohle im Vergleich zu den anderen betrachteten Alternativen als günstig bewertet. Sollen jedoch möglichst hohe P-Rückgewinnungsquoten erreicht werden, muss man auf die Nutzung der Aschen aus Monoverbrennungsanlagen abzielen.

Die Option der Rückgewinnung des Phosphats aus dem Abwasser im Rahmen der Abwasserbehandlung ergäbe zwar geringere Ausbeuten in der P-Rückgewinnung, wäre jedoch mit relativ geringem verfahrenstechnischem Aufwand und im Vergleich zu anderen betrachteten Varianten geringeren Belastungen in den betrachteten Umweltwirkungskategorien verbunden.

Grafik zur Darstellung des Treibhauseffekts (Quelle: Ifeu-Institut)

"Vergleichende Betrachtung der Optimierungspotenziale von Biomasseströmen gegenüber dem Status Quo der Entsorgung bzw. dem zukünftig zu erwartenden Umgang".
(Quelle: "UFO-Plan-Bericht 205 33 313 - Ifeu-Institut 2006").

Fazit

In der Summe aller aufgezeigten Maßnahmen zur optimierten stofflichen bzw. energetischen Nutzung von Bioabfällen und bisher ungenutzten Biomasserestströmen wurde vom ifeu-Institut ein theoretisches Reduktionspotenzial von ca. 15 Mio. t CO2-Äquivalenten pro Jahr aufgezeigt. Dies entspricht ca. 1,5 % der Gesamtemissi-onen an CO2 in Deutschland oder ca. 6 % der von der Bundesregierung bis 2012 zugesagten Reduktion der Emission von Treibhausgasen.

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