Im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark, Block 1, fiel am 25.07.2006 in Folge einer elektrischen Transiente, die in einer Freiluftschaltanlage außerhalb des Kraftwerkgeländes ausgelöst wurde, die gesicherte Wechselstromversorgung in 2 von 4 Strängen aus. Dies führte im weiteren Ereignisablauf zur Unverfügbarkeit aller Wechselstromschienen in 2 von 4 Strängen der Notstromanlage.
Am Standort Forsmark befinden sich insgesamt 3 Kernkraftwerksblöcke. Zum Zeitpunkt des Ereignisses war Block 2 in Revision, Block 3 befand sich im ungestörten Leistungsbetrieb. Baubeginn des von dem Ereignis betroffenen Block 1 war am 01.06.1973. Der kommerzielle Leistungsbetrieb wurde am 10.12.1980 aufgenommen. Es handelt sich bei der Anlage um einen Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1011 MW, die von den zwei Turbosätzen TA11 und TA12 geliefert wird. Die Eigenbedarfs- und Notstromanlage von Forsmark 1 ist 4-strängig aufgebaut, wobei die Stränge A und C dem Turbosatz TA11 und die Stränge B und D dem Turbosatz TA12 zugeordnet sind.
Die bisherigen Informationen zum Ereignis in Forsmark 1 beruhten auf der Beschreibung des Ereignisablaufs in der INES-Meldung /1/ an die IAEA, Stellungnahmen von SKI /2/, /4/, /6/, einem Ereignisbericht des Betreibers /7/ sowie auf der vorläufigen Meldung des Ereignisses an das IRS /3/. Zusätzlich zu diesen Informationen liegt der GRS nun die endgültige Meldung des Ereignisses an das IRS /9/, eine detaillierte Ereignisanalyse des schwedischen Betreibers Vattenfall in deutscher Übersetzung /10/ sowie ein Untersuchungsbericht zur Abschaltung der Wechselrichter des Herstellers AEG /11/ vor. Außerdem fand am 01.09.2006 eine Besprechung /12/ zwischen Vertretern der GRS und Mitarbeitern der schwedischen Aufsichtsbehörde SKI statt, um sich über das Ereignis fachlich auszutauschen.