• Titel: Innovative Naturschutzgroßprojekte fördern ländliche Entwicklung in Deutschland

  • Untertitel: Wettbewerb "idee.natur"
  • Redner/in: PSt'in Astrid Klug
  • Anlass: Prämierungsfeier
  • Datum/Ort: 23.06.2009, Bonn, La Redoute

- Es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Frau Parlamentarische Staatssekretärin Heinen,
liebe Frau Präsidentin Dr. Jessel,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gewinner-Teams,

ich begrüße Sie herzlich - auch im Namen von Herrn Bundesumweltminister Gabriel - zu dieser zweiten Prämierungsfeier im Rahmen des Bundeswettbewerbs "idee.natur - Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung". Heute ist für uns alle ein erfreulicher Tag, denn hier und heute werden die fünf Gewinnerprojekte gekürt und erhalten Ihre Förderzusagen. Dies ist zugleich die offizielle Schlussveranstaltung des Wettbewerbs "idee.natur" zu Naturschutzgroßprojekten, den wir erstmals und in Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium durchgeführt haben. Dass Sie so zahlreich erschienen sind, freut mich sehr - ganz besonders, dass auch der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf sowie einige Landräte sich die Zeit genommen haben, heute dabei zu sein.

Liebe Sieger-Teams,
Sie haben es geschafft! Ihre Projektanträge waren die besten! Dazu gratuliere ich Ihnen recht herzlich. Dass Sie dies innerhalb von nur 6 Monaten auf die Beine gestellt haben, ist wirklich eine bemerkenswerte Leistung.

Auch für uns waren die kurzen Fristen beim Wettbewerb eine Herausforderung. Ich möchte deshalb auch allen Beteiligten im Bundesamt für Naturschutz und im Bundeslandwirtschaftsministerium dafür danken, dass sie eine so rasche Bearbeitung bis zur Förderzusage möglich gemacht haben.

Was bisher alles passiert ist, wissen Sie viel besser als ich. Ihre Ideenskizzen zählten in der ersten Stufe des Wettbewerbs unter den insgesamt 122 eingereichten Visionen zu den 10 ausgezeichneten Vorschlägen, die im Mai letzen Jahres mit je 10.000 Euro belohnt wurden. Danach wurden bis Ende 2008 detaillierte Projektanträge übermittelt und von unseren Fachleuten fachlich sowie förderrechtlich geprüft. Die Entscheidung über die Gewinner hat am Ende, wie bei der ersten Wettbewerbsstufe auch, die unabhängige Jury am 20. Mai hier in der Redoute gefällt. Diese Entscheidung ist der Jury nicht leicht gefallen, da von allen Projekten ein sehr hohes Niveau gezeigt wurde. Im Endeffekt sind drei Waldprojekte, ein Moorprojekt und ein Projekt der Kategorie "Urbane/industrielle Landschaften" ausgewählt worden, die wir gleich hier einzeln und ausführlich würdigen werden.

An dieser Stelle möchte ich den Jurymitgliedern - alles hochkarätige Vertreter aus den Bereichen Kommunen, Naturschutzverbänden, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Medien – für ihre sehr intensive und kenntnisreiche Mitarbeit an diesem Wettbewerb herzlich danken!

Der Wettbewerb „idee.natur“ wird im Rahmen des seit 1979 bestehenden Bundesförderprogramms für Naturschutzgroßprojekte - kurz "chance.natur" - durchgeführt. Morgen feiern wir in einem feierlichen Festakt im Hotel Maritim in Bonn das 30-jährige Jubiläum dieses Förderprogramms. Sie als Gewinner von „idee.natur“ werden als unsere "jüngsten" Förderprojekte mit dabei sein. Mit „chance.natur“ unterstützt der Bund ausgewählte Regionen bei ihren Bemühungen, national besonders schützenswerte Naturräume und historisch gewachsene Naturlandschaften großräumig zu sichern. Es geht hier also nicht um normale Naturschutzprojekte, sondern bei diesem Bundesprogramm werden hohe Anforderungen gestellt. Für die bis 2008 geförderten 67 Projekte haben wir mehr als 390 Millionen Euro bereitgestellt. Dazu kommen nun Ihre fünf "idee.natur"-Projekte, so dass wir in diesem Jubiläumsjahr auf insgesamt 72 geförderte Naturschutzgroßprojekte kommen. Jährlich stehen derzeit 14 Millionen Euro zur Verfügung.

Ziel des Wettbewerbs war es, zu den drei Themenschwerpunkten "Wälder", "Moore" und "Urbane/industrielle Landschaften" neue Naturschutzgroßprojekte zu gewinnen, die gleichzeitig zur Integration von Naturschutz und ländlicher Entwicklung beitragen. Hierfür wurden innovative Projekte gesucht. Mich freut es sehr, dass wir mit diesem Wettbewerb eine Menge neuer Allianzen zwischen Naturschützern und Naturnutzern initiieren konnten. Die rege Beteiligung hat verdeutlicht, wie groß das Engagement für neue Naturschutzgroßprojekte ist, die sowohl Chancen für den Schutz der Natur als auch für die wirtschaftlichen Perspektiven vor Ort bieten. Insofern hatte idee.natur eine Katalysatorfunktion.

Liebe Gewinner, Sie haben die Ziele von "idee.natur" erfolgreich aufgegriffen:

  • Sie haben eine Konzeption für ein großes, repräsentatives und anspruchsvolles Naturschutzprojekt erarbeitet!
  • Sie haben die ökologischen und die wirtschaftlichen Potenziale Ihrer Region aufgezeigt!
  • Sie haben sich Partner ins Boot geholt!
  • Sie haben die einmalige Chance einer parallelen Förderung durch zwei Bundesministerien genutzt!

Sie können mit Recht stolz auf Ihre Leistung sein und sich darüber freuen, als Beste ausgewählt worden zu sein. Heute wollen wir das gebührend feiern. Bereits im Juli startet dann die eigentliche Projektarbeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den nächsten Jahren bei der Projektumsetzung weiterhin so erfolgreich sind wie bisher und sich Ihre fachliche Kompetenz, aber auch Ihr Teamgeist bewährt. Allen Siegerteams drücke ich die Daumen!

Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und Erfahrungen der Siegerprojekte von idee.natur. Das Thema "urbane/industrielle Landschaften" ist ja auch für uns Neuland; gleiches gilt für die sehr fruchtbare und angenehme Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

Für die Laufzeit der fünf Gewinnerprojekte von 10-12 Jahren beträgt das gesamte Mittelvolumen für den Naturschutzteil 48,5 Mio. €. Hiervon übernimmt das Bundesumweltministerium 75 Prozent in Höhe von 36,4 Mio. €. Davon sind für die erste Phase zur Erarbeitung der Pflege- und Entwicklungspläne bis 2011 unsererseits knapp 4 Mio. € eingeplant; für die zweite Phase zur Umsetzung der Maßnahmen sind 32,4 Mio. € vorgesehen. Mit Ausnahme des urbanen Projekts kommen noch die Mittel des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Förderung der regionalen Entwicklung für eine Laufzeit von 5 Jahren hinzu.

Die Tatsache, dass heute bei dieser Feier auch Vertreter der Regionen dabei sind, die nur in der ersten Wettbewerbsstufe gewonnen haben, freut mich besonders. Denn auch Sie haben ihren Applaus verdient! Lassen Sie in Ihren Anstrengungen nicht nach und halten Sie Kontakt. Ich hoffe, dass es auch diesen Projektteams gelingt, ihre Ideen ganz oder teilweise realisieren zu können. Lassen Sie uns wissen, was aus Ihren Ideen wird! Ich würde mich freuen, wenn unser Wettbewerb dazu beitragen konnte, auch in diesen Regionen nicht nur Ideen reifen zu lassen, sondern diese auch über den einen oder anderen Weg Wirklichkeit werden zu lassen. Denn es sind alles konkrete Projekte und Konzepte, um den Naturschutz in Deutschland voran zu bringen und Naturschutz als Chance für die Regionen zu begreifen. Und genau das ist unser übergreifendes Ziel mit dem Bundesförderprogramm für Naturschutzgroßprojekte "chance.natur": aus Ideen konkrete Chancen werden zu lassen.

Insofern wünsche ich allen heute hier vertretenen Projektregionen viel Glück bei ihren weiteren Arbeiten - für einen erfolgreichen Naturschutz in Deutschland.