Stand: 08.04.2008


  • Titel: Herausforderungen für den Naturschutz im Klimawandel

  • Redner/in: Parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug
  • Anlass: NABU-Konferenz "Klimawandel und Biodiversität"
  • Datum/Ort: 08.04.2008, Berlin, Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus

- Es gilt das gesprochene Wort -

Anrede

Zunächst einmal möchte ich dem NABU für die Informationskampagne zum Thema "Klimawandel und Naturschutz" danken. Die Gefahren des Klimawandels für die biologische Vielfalt und die sich daraus ergebenden Nachteile für die Menschheit, aber auch die positiven Beiträge des Naturschutzes für den Klimaschutz müssen verstärkt bekannt gemacht werden. Die NABU-Kampagne zielt ja vor allem auf die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschutzverbände. Die auf dieser Konferenz zur Diskussion stehende Kommunikationsstrategie ist ein wichtiges Instrument zur Bewusstseinsbildung und Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements. Ohne den Naturschutzsachverstand vor Ort von mehr als 5 Millionen Mitgliedern der Naturschutzverbände in Deutschland wäre ein wirkungsvoller Naturschutz gar nicht leistbar.

Wir alle wissen es: Der Klimawandel ist bereits grausame Realität. Mitte Januar wurde der Klimaatlas der europäischen Brutvögel in Brüssel vorgestellt. In diesem Atlas wird prognostiziert, dass einige Wärme liebende Arten wie Bienenfresser, Wiedehopf und Zwergohreule, die sich bereits jetzt nordwärts ausbreiten, gegen Ende des 21. Jahrhunderts in weiten Teilen Deutschlands vorkommen könnten. Umgekehrt wird es aber auch Verlierer geben wie den noch heute bei uns häufigen Fitis, den Trauerschnäpper oder die Bekassine, deren potenzielle Brutgebiete deutlich schrumpfen werden. Damit wird deutlich: Der Klimawandel hat auch dramatische Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.

Der Weltklimarat warnt vor dem Risiko des Verlustes eines Drittels aller heute lebenden Arten schon bei einer globalen Erwärmung um etwa 2 Grad Celsius. In Bergregionen, Korallenriffen und Feuchtgebieten müssen wir mit einem Artensterben großen Ausmaßes rechnen – das sind ebenso unwiederbringliche Verluste wie geschmolzene Gletscher, die nicht mehr funktionierende Kraft des Golfstroms oder vernichtete bzw. ausgetrocknete Amazonaswälder.

Eine Studie des WWF hat ermittelt, dass insgesamt 38% aller europäischen Vogelarten klimawandelbedingt aufgrund der unterschiedlichsten Zusammenhänge aussterben könnten, wenn die weltweite globale Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten um mehr als 2 Grad ansteigt. Eine besonders durch den Klimawandel bedrohte Vogelart ist zum Beispiel der Trauerschnäpper. Als Zugvogel erreicht er wegen der jahreszeitlichen Schwankungen Europa erst dann, wenn das Nahrungsangebot in Form von Insekten größtenteils seinen saisonalen Höhepunkt überschritten hat. Die WWF-Studie hat gezeigt, dass dieses Phänomen in den letzten 20 Jahren zu einer 90%igen Abnahme in den Populationen der Trauerschnäpper geführt hat. Außerdem werden die natürlichen Feinde des Trauerschnäppers durch den Klimawandel auch noch begünstigt. Dies zeigt eine Studie aus Hessen, die nachgewiesen hat, dass die Siebenschläfer jetzt früher aufwachen und entsprechend früher in die Nistkästen einziehen. Sie fressen die Eier oder Jungvögel, manchmal sogar die Altvögel.

Es gibt Menschen, die sagen werden: "Was kümmert mich der Trauerschnäpper?!". Diese Haltung ist fatal. Abgesehen von seinem Eigenwert und seiner Funktion als Teil eines ökologischen Gesamtgefüges - wer will denn entscheiden, ob wir nicht genau diesen Vogel als Garant für die Entwicklungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen brauchen. Wir haben genügend Beispiele, bei denen bisher unscheinbare Arten plötzlich große medizinische Bedeutung erlangt haben. Und daraus folgt: Wir müssen die biologische Vielfalt, also die Arten in ihrer genetischen Vielfalt und in der Vielfalt ihrer Lebensräume, erhalten, auch wenn ihre jeweiligen Funktionen im Naturhaushalt und ihr Nutzen für die Menschen in allen Details heute noch nicht erkannt sind.

Dies ist die Kernaussage der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die die Bundesregierung im November vergangenen Jahres beschlossen hat. Diese Strategie ist die deutsche Antwort auf die Herausforderung des weltweiten Biodiversitätsverlustes und zeigt die zukünftige nationale Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Deutschland auf. Es ist wichtig, zu betonen, dass dies keine Strategie des Bundesumweltministeriums ist, sondern der gesamten Regierung. Das heißt, dass die in dieser Strategie beschriebenen Ziele und Maßnahmen nicht nur das BMU verpflichten, sondern auch alle anderen Bundesressorts, also die Regierung insgesamt. Mehr noch: Auch künftige Bundesregierungen, die Länderregierungen und alle gesellschaftlichen Akteure – auch die Naturschutzverbände - werden in die Pflicht genommen.

Selbstverständlich haben wir in die Strategie das international vereinbarte 2010-Biodiversitätsziel aufgenommen. Wir haben uns verpflichtet, bis zum Jahr 2010 den Verlust an biologischer Vielfalt in Deutschland entscheidend zu verringern. Da wird die Zeit knapp: Bereits in gut 2 Jahren haben wir 2010. Die Umsetzung der Strategie insgesamt muss sicherstellen, dass wir das internationale 2010-Ziel erreichen.

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt zeigt sehr deutlich die Synergieeffekte zwischen Naturschutz und Klimaschutz. Ich will nur ein Beispiel herausgreifen. Wir haben als Ziel beschlossen, bis zum Jahre 2020 die natürliche CO2-Speicherkapazität der Landlebensräume zu erhöhen, z. B. durch die Zunahme naturnaher Wälder um 10% und durch Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren. Zur Erreichung dieses Ziels sollen bis 2010 Moorentwicklungskonzepte in allen Bundesländern erarbeitet und bis 2025 umgesetzt werden. Es soll z.B. außerdem eine deutliche Reduzierung des Torfabbaus erfolgen, und – damit der Torf nicht aufgrund deutschen Bedarfs aus intakten Mooren in ferneren Ländern gewonnen wird – muss bei uns gleichzeitig die Verwendung von Torfersatzstoffen im Gartenbau gesteigert werden.

Der Klimawandel ist für die biologische Vielfalt eine Zeitbombe. Bei einem Anstieg der globalen Erwärmung um mehr als 1,5 bis etwa 2,5 Grad gegenüber heutigen Werten wären 20 bis 30 Prozent der Arten weltweit vom Aussterben bedroht. Ebenso muss klar gesehen werden, dass die Vernichtung von CO2-speichernden Ökosystemen die Klimaprobleme verschärfen. Wir müssen deshalb die Synergieeffekte zwischen Naturschutz und Klimaschutz nutzen. Auf Betreiben von Bundesumweltminister Gabriel wurde im Bundeshaushalt 2008 eine neue Klimaschutzinitiative gebilligt. 280 Millionen Euro aus der Veräußerung von Emissionszertifikaten werden künftig für nationale und 120 Millionen Euro für internationale Klimaschutzmaßnahmen verwendet. Hier stehen der Schutz natürlicher Lebensräume und ihre Anpassung an den Klimawandel sowie nachhaltige Energieversorgungssysteme gleichermaßen im Mittelpunkt.

Meine Damen und Herren,
das bisher Gesagte kann man auch auf die Formel bringen: Naturschutz ist Klimaschutz und Klimaschutz ist Naturschutz.

Die Basis für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik sind ambitionierte, verbindliche Zielsetzungen. Unser Klimaschutzziel steht im Kontext der EU-Vorgaben:

  • Vor einem Jahr hat der Europäische Rat unter Vorsitz der Bundeskanzlerin weit reichende Beschlüsse gefasst: Ziel ist, die globalen Treibhausgasemissionen um mindestens 50 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Dies ist nötig, um die Erderwärmung auf 2°C einzudämmen und so die Folgen noch einigermaßen beherrschbar zu machen.
  • Bis 2020 will die EU die CO2-Emissionen um 30 % reduzieren, wenn andere Länder mitziehen. In jedem Fall aber wird die EU ihre Emissionen um mindestens 20 % reduzieren.
  • Deutschland hat angekündigt, noch mehr zu tun: Wir können 40 % schaffen. Damit stellt sich die Bundesregierung ihrer Verantwortung für den Schutz des Klimas.

Wir haben mittlerweile entscheidende Maßnahmen im Klimaschutz auf den Weg gebracht, die auch auf der Bali-Konferenz von anderen Staaten sehr begrüßt wurden:
Am 5. Dezember 2007 hat das Bundeskabinett ein integriertes Energie- und Klimaprogramm verabschiedet, bestehend aus 14 Rechtsetzungsvorhaben sowie einem umfassenden Bericht. In der Geschichte unseres Landes hat es ein solch weit reichendes Programm zum Schutz von Klima und Umwelt noch nicht gegeben – es ist auch weltweit einzigartig. Alle CO2-relevanten Aktionsfelder – von der Strom- und Wärmeproduktion bis zum Verkehr, von der Gebäudesanierung bis zur Energieeffizienz – werden mit dem neuen Maßnahmenpaket einen Schub erhalten und den Klimaschutz voranbringen. Sie werden aber auch für Beschäftigung und Wachstum in Deutschland sorgen.

Das Programm erreicht insgesamt eine Emissionsminderung von etwa 36 Prozent bis 2020, wenn es konsequent umgesetzt wird. Für die fehlenden 4 Prozent müssen wir noch arbeiten, besonders an der Energieeffizienz. Damit stellt sich die Bundesregierung ihrer Verantwortung, den Schutz des Klimas und der gesamten Biosphäre als größte politische Herausforderungen anzunehmen.

Auch auf internationaler Ebene sind wir auf der Klimaschutzkonferenz in Bali im Dezember wichtige Schritte vorangekommen. Die Naturschutzverbände haben ja die Ergebnisse von Bali eher zurückhaltend kommentiert. Das Ergebnis von Bali ist weniger, als Deutschland und die EU sich gewünscht hätten. Aber es ist weitaus besser als es angesichts der schwierigen Ausgangslage und der unterschiedlichen Interessen zu erwarten war. Denn wir haben in Bali das Fundament für die Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls gelegt.

Was haben wir konkret erreicht? Ich will nur einige Ergebnisse schlaglichtartig beleuchten:

  • Alle Staaten haben sich unter der Klimarahmenkonvention verpflichtet, über ihre Beiträge zu einem künftigen Klimaregime für die Zeit nach 2012 zu verhandeln. Für die Verhandlungen wurde eine ad hoc-Arbeitsgruppe eingesetzt. Ende 2009 auf der Klimakonferenz in Kopenhagen sollen die Verhandlungen abgeschlossen werden.
  • Der Bali-Konsens unterscheidet zwischen Minderungsverpflichtungen für Industriestaaten und Maßnahmen von Entwicklungsländern. Er sieht für beide im Vergleich zu bisher ein deutlich höheres Anspruchsniveau vor. Alle Beiträge müssen messbar, berichtbar und überprüfbar sein.
  • Die "Kyoto-Industriestaaten" haben in Übereinstimmung mit dem IPCC einen indikativen Minderungskorridor von -25 bis -40 % bis 2020 gegenüber 1990 für ihre Überlegungen über künftige Minderungsverpflichtungen in Aussicht genommen und darüber hinaus ein konkretes Arbeitsprogramm bis 2009 festgelegt. Die USA haben zugestimmt, dass es für alle Industriestaaten vergleichbare Verpflichtungen geben soll.
  • Die Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung in Entwicklungsländern soll in das künftige Klimaregime aufgenommen werden. Entwaldung ist in vielen Entwicklungsländern die größte Ursache für Treibhausgasemissionen. Sie trägt zu nahezu 20 % zu den globalen Emissionen bei. In den kommenden zwei Jahren sollen Methoden entwickelt und in Pilotprojekten getestet werden, um diese Emissionen zu messen. Deutschland unterstützt bereits solche Pilotaktivitäten, indem es 40 Millionen € zur "Forest Carbon Partnership Facility" der Weltbank beisteuert. Diese Initiative wurde im Rahmen der deutschen G8-Präsidentschaft im letzten Jahr auf den Weg gebracht.
  • Aber auch andere Ökosysteme speichern in hohem Maße CO2: Moore, Feuchtgebiete, Grasland. Wir müssen alles daran setzen, diese carbonspeichernden Ökosysteme dauerhaft zu erhalten. Das nutzt der Natur und es nutzt dem Klima.
  • Nach den Beschlüssen von Bali beginnt jetzt die eigentliche Arbeit. In nur 2 Jahren müssen die Details eines künftigen Klimaregimes ausgehandelt werden. Damit diese Zeit ausreicht, braucht der Prozess eine treibende Kraft. Die EU und auch wir haben auf Bali gezeigt, dass wir diese Kraft sein können. Wir haben große Erwartungen geweckt. Wir können und wir müssen ihnen gerecht werden.

    Damit komme ich zu einem weiteren Punkt, der in Bali intensiv diskutiert wurde, nämlich die notwendige Anpassung an den Klimawandel. Denn auch wenn es uns gelingt, national wie international die Emissionen von Treibhausgasen drastisch zu senken und den globalen Temperaturanstieg auf die Marke von 2 Grad Celsius zu begrenzen, werden wir mit Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert sein, auf die wir vorbereitet sein müssen. Dabei geht es nicht allein um die Auswirkungen auf die natürliche Umwelt und die menschliche Gesundheit, sondern auch um viele wirtschaftliche Aktivitäten. Die Bundesregierung erarbeitet deshalb eine "Nationale Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels". Die Erarbeitung der Strategie erfolgt – unter Einbeziehung der Länder – in zwei Phasen: Die erste Phase beinhaltet eine Bestandsaufnahme und anschließende Evaluierung des gegenwärtigen Wissens zu Risiken und Chancen, der möglichen Auswirkungen des Klimawandels sowie die Identifizierung von Wissenslücken und des weiteren Forschungsbedarfs. Als zweite Phase folgt die eigentliche Entwicklung eines ersten Strategieentwurfs mit der Beschreibung von Maßnahmenoptionen. Im Herbst dieses Jahres wird sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf befassen.

    Die Kabinettsbefassung wird einen wichtigen ersten Schritt in einem iterativen Prozess der weiteren Entwicklung einer Deutschen Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels darstellen.

    Anrede,br /> auch die Instrumente des Naturschutzes bieten Ansatzpunkte für Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutz. Dabei ist für mich die Erhaltung der Wälder von besonderer Bedeutung. Zum Schutz der Urwälder wird Bundesumweltminister Gabriel bis zur 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) im Mai in Bonn ein Paket von aufeinander abgestimmten Maßnahmen vorlegen: Die Ausweisung von Waldschutzgebieten muss in der CBD vorangebracht werden, und wir werden für die Erhaltung der Wälder auch mehr Finanzierungsmittel organisieren müssen. Wir erarbeiten zur Zeit Nachhaltigkeitsstandards für den Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung und werden damit ein Abholzen von Urwäldern, um Platz für Biomasseanbau zu schaffen, verhindern. Wir werden die EU-FLEGT-Verordnung gegen den Handel mit illegal geschlagenem Holz forciert umsetzen und – wenn nötig - auch eine Verschärfung dieser Verordnung durchsetzen.

    Langfristig sollten natürliche Ressourcen auch als Grundlage des unternehmerischen Handelns gesichert werden. Das von Greenpeace mit großen Sojaunternehmen vereinbarte Moratorium zum Schutz der Urwälder in Brasilien ist hier ein positives Beispiel. Wir haben eine Initiative gestartet, um größere Unternehmen zu bewegen, den Schutz der biologischen Vielfalt durch individuell angepasste Maßnahmen in Managementstrategien und Unternehmenszielen zu verankern.

    Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD nach Deutschland zu holen. Als Gastgeber des weltweiten Naturschutzes wollen wir auf der Konferenz effektive Maßnahmen durchsetzen, um den Rückgang der biologischen Vielfalt zu bremsen. Unser Ziel ist es, dem internationalen Naturschutz entscheidende Impulse zu geben.

    Wir werden diese Konferenz insbesondere auch nutzen, um die Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutzinstrumenten zu einem Top-Thema zu machen.

    Als zentrale Verhandlungspunkte für einen Erfolg der Konferenz sehe ich Fortschritte im Bereich Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing - ABS), damit die Arbeiten an einem internationalen Regelungswerk zu ABS bis 2010 abgeschlossen werden können, die Erarbeitung zusätzlicher innovativer Finanzierungsmechanismen für den globalen Naturschutz, den verbesserten Schutz der biologischen Vielfalt der Wälder und die Schaffung eines globalen Netzes von Schutzgebieten an Land und auf dem Meer.

    Die CBD umfasst nicht nur den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, sondern befasst sich auch mit entwicklungspolitischen Aspekten von Biodiversität, dem gerechten Vorteilsausgleich. Die gerechte Beteiligung der Herkunftsländer genetischer Ressourcen - zumeist Entwicklungs- und Schwellenländer - an den Vorteilen, die aus ihrer Nutzung entstehen, liegt mir besonders am Herzen. Gemeinsam mit den Ländern des Südens müssen wir den internationalen Biodiversitätsschutz voranbringen, um den Reichtum der Natur zu bewahren und die von ihr erbrachten Dienstleistungen - sie liefert z. B. Nahrung, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Brennstoffe und Medikamente, reguliert das globale Klima und schützt vor Naturkatastrophen - auch in Zukunft nutzen zu können.

    Die Zusammenhänge zwischen biologischer Vielfalt und den Auswirkungen des Klimawandels, die wechselseitigen Bedrohungen und gravierenden Folgen für verschiedene Ökosysteme – und letztlich auch für uns Menschen – können nicht oft genug betont werden. Wir müssen die Popularität des Themas Klimawandel nutzen, um auch die zentralen Botschaften des Biodiversitätsschutzes der Öffentlichkeit näher zu bringen und seine Akzeptanz zu fördern. Dies wird ja auch sehr erfolgreich mit der NABU-Informationskampagne geleistet.

    Naturschutz ist Aufgabe des Staates, aber sie ist nicht nur Staatsaufgabe. Natur- und Klimaschutz leben auch vom Engagement jedes Einzelnen. Mir ist daher sehr wichtig, dass Regierung und gesellschaftliche Gruppen in Deutschland im Naturschutz eng zusammenarbeiten. Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die Herausforderungen, die der Klimawandel auch für den Naturschutz bedeutet, zu meistern.