• Titel: Natur hat einen neuen Namen: Nationale Naturlandschaften

  • Untertitel: Das Jahr der Naturparke - eine Bilanz
  • Redner/in: Parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug
  • Anlass: Parlamentarischer Abend
  • Datum/Ort: 23.11.2006, Hessische Landesvertretung


Anrede,

2006 ist ein gutes Jahr für die Naturparke, Biosphärenreservate und Nationalparke in Deutschland. Seit einem Jahr hat Natur einen neuen Namen: "Nationale Naturlandschaften" heißt die neue Dachmarke der Großschutzgebiete. Darüber hinaus können im Jahr 2006 die Naturparke auf 50 Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Viele Großschutzgebiete zählen Jahr für Jahr Tausende oder sogar Millionen Besucher. Das "Jahr der Naturparke" und die Schaffung der Dachmarke "Nationale Naturlandschaften" haben den Großschutzgebieten aber erstmals die Möglichkeit eröffnet, sich einem breiten Publikum als Einheit zu präsentieren.

Natürlich hat es immer schon Angebote auf der Ebene der Parke für Besucher oder im Rahmen der Umweltbildung gegeben. Das Jahr 2006 war aber erstmals ein Kampagnenjahr, das durch Veranstaltungen auf Bundes-, Länder- und Parkebene für die Nationalen Naturlandschaften geworben hat. Das Jahr hat vor allem die politische Unterstützung für die Großschutzgebiete deutlich verbessert. Ausdruck dieses Erfolgs sind die Schirmherrschaften des Bundespräsidenten und der Ministerpräsidenten der Länder über das Jahr der Naturparke. Der Bundespräsident und auch die Bundeskanzlerin haben darüber hinaus in Reden ihre Unterstützung für die Nationalen Naturlandschaften unterstrichen.

Über 28 Prozent der Landfläche Deutschlands nehmen die Großschutzgebiete ein.
Diese Landschaften stellen nicht nur unser nationales Naturerbe dar, sie tragen auch wesentlich zur Attraktivität des Tourismusstandorts Deutschland bei. Ich freue mich deshalb, dass die Koalitionsfraktionen auf Initiative unserer Tourismuspolitiker einen Antrag zur Förderung der Nationalen Naturlandschaften in den Deutschen Bundestag eingebracht haben. Auch das ist ein Ausdruck der gewachsenen politischen Unterstützung für die Parke und es unterstreicht den Stellenwert, den wir den Großschutzgebieten für den Naturschutz und den Tourismus beimessen.

Ich bin davon überzeugt, dass das Potenzial für den Naturtourismus in unserem Land noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Jährliche Erhebungen der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen belegen: Das Naturerlebnis zählt seit Jahren zu den wichtigen Urlaubsmotiven. Für über 30 Prozent der Befragten ist dies besonders wichtig, von den Inlandsurlaubern sagen dies sogar über 70 Prozent. Zwischen 1999 und 2004 ist der Anteil der Natururlaubsreisen von 18 auf 23 Prozent gestiegen. An Naturerlebnissen Interessierte besuchen besonders gerne Natur- und Nationalparke. Und, sie verbringen ihren Urlaub bevorzugt in Deutschland.

Am Beispiel des Tourismus lässt sich auch sehr gut belegen, welche Bedeutung die Großschutzgebiete heute schon für die regionale Entwicklung haben. Die Naturparke Altmühltal und Hoher Fläming sowie der Müritz-Nationalpark gehören zu den Gebieten, deren Bedeutung für den Tourismus und damit für die ökonomische Entwicklung in der Region in unserem Auftrag untersucht wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im Naturpark Altmühltal wurden 2004 Bruttoumsätze von 20,7 Mio. € durch landschaftsbezogenen Tourismus erzielt, im Naturpark Hoher Fläming waren es 6,2 Mio. €. Im Altmühltal entspricht dies Beschäftigungsäquivalenten von 483, im Hohen Fläming von 211 Arbeitsplätzen. Im Müritz-Nationalpark wurden Bruttoumsätze von rund 13,4 Mio. € erzielt. Die mit dem Nationalparktourismus verbundenen regionalökonomischen Effekte entsprechen dort rund 630 Arbeitsplätzen. Diese Zahlen unterstreichen, dass sich Investitionen in Großschutzgebiete rechnen. Sie zeigen aber auch, dass es sich lohnt, die Parke in das Tourismusmarketing zu integrieren.

Ich betrachte den heutigen Abend nicht als Schlusspunkt einer Kampagne. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren noch häufig von den Nationalen Naturlandschaften und ihren Angeboten hören werden, hoffentlich auch wieder im Rahmen eines Parlamentarischen Abends.