Stand: März 2007


Nationaler Dialogprozess zu nachhaltigem Konsum

Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg im September 2002 wurde die Entwicklung eines Zehn-Jahres-Rahmenprogramms für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster beschlossen. Das Programm soll einen Rahmen für vielfältige Aktivitäten weltweit bilden, die das Ziel verfolgen, Produktion und Konsum stärker an den Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung zu orientieren. Eine Konkretisierung dieser Ziele wurde im Juni 2003 auf einer von den Vereinten Nationen organisierten internationalen Konferenz in Marrakesch vorgenommen. Die dort gefassten Beschlüsse stellen eine nachdrückliche Aufforderung dar, sowohl auf nationaler Ebene - also auch in Deutschland - aktiv zu werden als auch den internationalen Prozess mitzugestalten.

Die Bundesregierung hat sich dieser Aufforderung ausdrücklich gestellt. Auch bei den relevanten gesellschaftlichen Akteuren existiert ein Grundkonsens für einen nachhaltigen Konsum ("Tutzinger Erklärung"). Bislang gibt es jedoch nur wenige handlungsfähige Allianzen zwischen Herstellern, Handel, Umwelt- und Verbraucherorganisationen. Ursache für dieses Defizit sind die teilweise widersprüchlichen politischen Rahmenbedingungen, aber auch eine unzureichende Dialogkultur zwischen den beteiligten Akteuren. Hier setzt der nationale Dialogprozess an, um eine Verständigung über Ziele und innovative Ansätze, mit denen die Potenziale von Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren mobilisiert werden können, zu erreichen.

Deutschland kann für seinen Beitrag zu diesem internationalen Prozess auf eine Vielzahl einzelner bereits bestehender Ansätze und Initiativen für nachhaltige Produktions- und Konsummuster zurückgreifen. Allerdings müssen diese Ansätze gebündelt und fokussiert werden und es bedarf auch neuer Ideen, um Konsum und Produktion sowohl national als auch international nachhaltiger zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund wurde im Februar 2004 der nationale Dialogprozess für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster gestartet. Seitdem wurde er insbesondere durch eine Reihe von akteurs- und themenspezifischen Fachkonferenzen und Fachdialogen weitergeführt. Ziel dieser Veranstaltungen (Dokumentation, Teilnehmerliste und Programm zu allen Konferenzen/Dialogen unter www.dialogprozess-konsum.de) ist es, gemeinsam mit den Beteiligten Perspektiven zu erarbeiten, wie die bestehenden Ansätze fortentwickelt und durch neue Impulse ergänzt werden können.