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Produkte und Umwelt
Kurzinfo
Kurzinfo Produkte und Umwelt
Produkte beeinflussen die Umwelt
Der Konsum von Produkten bestimmt unser tägliches Leben. Er ist ein Symbol unserer Gesellschaft. Das Konsumverhalten einschließlich Produktion und Bereitstellung der entsprechenden Güter und Dienste beeinflußt immer stärker nicht nur die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen, sondern auch den Zustand der Umwelt. Allein der Konsum der privaten Haushalte ist für mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Die Produktion der Konsumgüter ist dabei noch nicht einmal einbezogen. Jeder Bundesbürger besitzt etwa 10.000 Gegenstände, verbraucht pro Jahr etwa eine Tonne Material direkt und ist indirekt für 10 weitere Tonnen für die Produktion der Konsumgüter verantwortlich.
Der Gebrauch und die Herstellung von Produkten hat ein großes Potenzial zur Verringerung oder Erhöhung der Umweltbelastung. So verursacht beispielsweise eine fleischhaltige Mahlzeit mit hohem Anteil an Importprodukten bis zu 9 mal höhere Treibhausgasemissionen wie eine Mahlzeit aus vegetarischen Regionalprodukten. Nun will nicht jeder Vegetarier werden und sich von Gemüse aus dem eigenen Garten ernähren. Dennoch kann jeder Einzelne mit der Auswahl und Verwendung seiner Produkte etwas für eine geringere Belastung der Umwelt tun.
Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal von Produkten
Dabei geht es nicht um Konsumverzicht. Die Frage ist nicht, ob wir konsumieren, sondern vielmehr, wie und was wir konsumieren. Nachhaltiger Konsum ist auch eine Frage des Lebensstils. Nachhaltigkeit ist ein Wert für sich, ein Qualitätsmerkmal von Produkten.
Umweltschonende Produkte sollen daher nicht nur gekauft werden, um das Gewissen zu beruhigen. Die Umweltvorteile und die damit verbundenen Produkteigenschaften sollen als eigenständiger Wert wahrgenommen werden. Die Produkte hierfür sind vielfach schon vorhanden, nur die Nachfrage ist häufig noch verhalten.
Umweltbezogene Produktpolitik in Deutschland
Das bekannteste umweltpolitische Instrument im Produktbereich ist der
Blaue Engel. Er wird bereits seit mehr als 25 Jahren vergeben und bewertet etwa 10.000 Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel stellt eine paktische Orientierungshilfe dar, um dem Verbraucher Auswahl und Kaufentscheidung zu erleichtern. Der Blaue Engel garantiert ein umweltfreundliches und funktionales Produkt.
Ein weiteres wichtiges Instrument ist die umweltfreundliche öffentliche Beschaffung. Hier können die öffentlichen Stellen innerhalb eines festen rechtlichen Rahmens ihr Beschaffungswesen nutzen, um umweltfreundlichen Produkten zu einer größeren Verbreitung zu verhelfen. Eine Orientierungshilfe bietet dabei das von BMU und UBA geförderte Internetportal
www.beschaffung-info.de.
Zur Beurteilung der Produkte werden Lebenszyklusanalysen (auch Ökobilanzen genannt) durchgeführt, die die gesamten Umweltwirkungen eines Produktes "von der Wiege bis zur Bahre" untersuchen. Das
Umweltbundesamt unterhält hierfür die Datenbank PROBAS, die die Grunddaten für solche Untersuchungen enthält.
Anknüpfend an den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002 in Johannesburg haben BMU und UBA in 2004 in Deutschland einen nationalen Dialogprozess für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster gestartet. Dieser Prozess soll dazu dienen, bestehende Ansätze weiter zu entwickeln und neue, praxisbezogene Initiativen zu starten. Im Rahmen dieses Prozesses werden insbesondere Fachdialoge zu Schwerpunktthemen und eine Konferenz mit einem Themenschwerpunkt durchgeführt (
www.dialogprozess-konsum.de).
Umweltbezogene Produktpolitik international
Konsum und Produktion sind seit dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung verstärkt in den Fokus der internationalen Politik gelangt. Es wurde dort die Entwicklung eines 10-Jahres-Rahmenprogramms für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster beschlossen. Vor allem die Industriestaaten sind aufgefordert, nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion zu fördern und den internationalen Prozess anzuführen. Denn allein in Nordamerika und Westeuropa tätigen weniger als 12% der Weltbevölkerung mehr als 60% aller Konsumausgaben.
Auf globaler Ebene ist der sogenannte "Marrakesch-Prozess" gestartet worden, der die vielfältigen internationalen Initiativen zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion bündeln und neue Projekte initiieren soll. Dieser Prozess wird vom Umweltprogramm der
Vereinten Nationen (UNEP) und dem Department für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der
Vereinten Nationen (UN-DESA) geleitet. Er wird in allen Regionen der Welt geführt, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität.
BMU engagiert sich von deutscher Seite in diesem Prozess.
Auf europäischer Ebene hat die Europäische Kommission zahlreiche Initiativen zur umweltbezogenen Produktpolitik auf den Weg gebracht. Hierzu zählt u.a. die Mitteilung zur Integrierten Produktpolitik (IPP) vom Juni 2003, mit der ein Grundstein für die Berücksichtigung der Umweltwirkungen über den gesamten Lebensweg bei der Produktpolitik gelegt werden soll. Es wurde eine Rahmenrichtlinie für die Anforderungen an das Ökodesign für elektronisch betriebene Produkte in der EU verabschiedet. Daneben gibt es Initiativen wie das EU-Umweltzeichen, zur öffentlichen Beschaffung, zum Umweltmanagementsystem EMAS etc. Schließlich wurde von der Europäischen Kommission ein Vorschlag für eine langfristige Strategie zum schonenden Umgang mit Ressourcen vorgelegt.
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