Stand: Dezember 2009


Die Schleiereule ist Pilz des Jahres 2010

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat die Schleiereule zum Pilz des Jahres 2010 gekürt. Der auch Blaugestiefelter Schleimkopf genannte Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen Cortinarius praestans gehört zur in Mitteleuropa mit über 700 Arten vertretenen Gattung der Haarschleierlinge. Die Schleiereule ist in weiten Gebieten Deutschlands recht selten - in NRW zum Beispiel in der Roten Liste als "stark gefährdet" geführt - und fehlt in Norddeutschland völlig.

Mit mehr als 20 Zentimetern Hutbreite ist Cortinarius praestans die größte Art ihrer Gattung. Sie gilt als recht wohlschmeckend, vor allem aber ist sie sehr ertragreich. Große Exemplare können leicht drei Pfund wiegen. In der Schweiz und in Frankreich ist die Schleiereule deshalb ein beliebter Marktpilz. Das Sammeln zu Speisezwecken empfiehlt sich trotzdem nicht. Ein Grund ist die neben der relativen Seltenheit in unseren Breiten die mögliche Schwermetallbelastung der Fruchtkörper, ein zweiter, noch gravierender, die Verwechslungsgefahr mit anderen stark giftigen bis tödlichen Schleierlingsarten.

Die Schleiereule ist vor allem durch die moderne Forstwirtschaft gefährdet . Der stark zunehmende Einsatz schwerer Maschinen bei der Holzernte bringt die empfindlichen Waldböden nachhaltig durcheinander. Damit haben diese seltenen, in einer engen Lebensgemeinschaft mit ihrem Baumpartner lebenden Mykorrhizapilze langfristig keine Überlebenschancen mehr.


Nahaufnahme von PilzenSchleiereule (Foto: DGfM / Edmund Garnweidner)
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