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Naturschutz / Biologische Vielfalt
Tiere und Pflanzen
Tiere und Pflanzen 1998-2011
Stand: Dezember 2010
Der Dachs ist Tier des Jahres 2010
Auch wenn er in vielen Regionen Deutschlands weit verbreitet ist, haben den nachtaktiven Dachs wohl nur die wenigsten Naturfreunde schon leibhaftig zu Gesicht bekommen. Um den Dachs bekannter zu machen, hat ihn die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) nun zum "Tier des Jahres 2010" ausgerufen.
Zoologisch betrachtet, ist der Dachs der größte unserer heimischen Marder. Mit 80 bis 90 Zentimetern vom Kopf bis zur Schwanzspitze ist der grau gefärbte Dachs mit den typischen schwarzen Gesichtsstreifen nicht viel größer als der Rotfuchs. Der Körperbau ist aber breiter und gedrungener als beim Fuchs und so bringen gut genährte männliche Dachse bis zu 15 oder gar 20 Kilogramm auf die Waage, während Füchse nur auf sieben Kilo kommen.
Dachse leben vorzugsweise in Laub- und Mischwäldern, kommen aber auch in Parks und in heckenreichen Feldfluren vor. Wichtig für die Höhlenbauer ist der Boden, felsiger Untergrund oder lockerer Sand sind ebenso ungeeignet wie grundwasser- oder überflutungsgefährdete Regionen. Dachse haben an den Vorderpfoten lange Klauen, mit denen sie hervorragend graben können.
Bis zu fünf Meter tief reichen die über mehrere Eingänge zugänglichen Wohnkessel. Im Laufe der Zeit werden die unterirdischen Wohnungen von Dachsgeneration zu Dachsgeneration erweitert, so dass das System hunderte Meter lange Gänge und zig Wohnkessel umfassen kann. Neben mehreren Dachsfamilien finden dann auch Füchse im Dachsbau Platz.
Fast wäre dem Dachs die enge Verbindung mit dem Fuchs zum Verhängnis geworden. Als in den 70er Jahren zur Tollwutbekämpfung allerorten Fuchsbauten vergast wurden, fielen dem auch viele Dachse zum Opfer. Inzwischen haben sich die Dachse aber nicht nur in Deutschland wieder gut erholt. Unser heimischer Dachs mit dem wissenschaftlichen Namen Meles meles besiedelt das gesamte europäische Festland bis zum Polarkreis, außerdem die gemäßigten Breiten Asiens bis nach Japan.
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