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Internationaler Naturschutz
Trilaterale WattenmeerZusammenarbeit
Stand: 15.03.2010
11. Trilaterale Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres
17. - 19. März 2010 in Westerland auf Sylt
Die Konferenz findet vom 17. - 19. März 2010 auf der Insel Sylt statt. Konferenzort ist das Congress Centrum Westerland.
Am Abend des 17. März 2010 wird feierlich im Alten Rathaussaal in Westerland das erneuerte Gründungsdokument der Kooperation, die Gemeinsame Erklärung 2010 (Joint Declaration 2010) unterzeichnet.
Die Beratungen der Konferenz finden am 18. März 2010 statt. Für 14.15 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt. Begleitend zur Konferenz wird die Ausstellung "A Vision for the Wadden Sea" (am 17. März von 16.30 - 18.30 Uhr und am 18. März von 8.30 - 15.00 Uhr) im Congress Centrum Westerland gezeigt.
Allgemeines zur Konferenz:
Die "Trilaterale Regierungskooperation zum Schutz des Wattenmeeres" zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden (kurz: Trilaterale Wattenmeerkooperation), besteht seit 1978. Sie basiert auf der gemeinsamen Überzeugung, dass das Wattenmeer ein einzigartiger Naturraum von internationaler Bedeutung ist. Das 1991 gemeinsam definierte Leitbild ("guiding principle") für das Wattenmeer sieht die natürliche Entwicklung des Ökosystems vor, in dem so weit wie möglich natürliche Prozesse ungestört ablaufen können. Kernstück der Trilateralen Wattenmeerkooperation sind die alle 3 bis 4 Jahre stattfindenden Regierungskonferenzen, auf denen die zuständigen Minister eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.
Innerhalb der Trilateralen Wattenmeerkooperation wechselt der Vorsitz zwischen den drei Staaten im 3 bis 4jährigen Turnus, der jeweils mit der Regierungskonferenz endet. Derzeit hat Deutschland den Vorsitz, den es 2006 übernommen hat, der Kooperation inne. Die Konferenz auf Sylt schließt die deutsche Präsidentschaft ab. Danach übernimmt Dänemark den Vorsitz.
Nach der ersten Veranstaltung dieser Art in Den Haag in den Niederlanden 1978 ist die Sylter Konferenz bereits die elfte Wattenmeerkonferenz. An der Konferenz nehmen auch Umweltverbände, Wissenschaftler, Nationalparkbeiräte und das Wattenmeerforum teil. Insgesamt werden bis zu 130 internationale Gäste erwartet.
Ziel der Konferenz ist es, das Vorgehen zum Schutz des Wattenmeeres international zwischen den Wattenmeer-Anrainerstaaten weiter abzustimmen.
Zentrales Dokument einer jeden Ministerkonferenz ist die Ministererklärung, die das Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre festlegt. Schwerpunkte der Ministererklärung zu dieser Regierungskonferenz werden sein: Folgeaktivitäten der Einschreibung des Wattenmeeres in die Welterbeliste, Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, Umgang mit eingeschleppten Arten und Verbesserung der Schiffssicherheit. Außerdem soll der überarbeitete Wattenmeerplan 2010 verabschiedet werden.
Mit der Sylter Konferenz wird auch ein Reformprozess der Kooperation abgeschlossen. Eine Analyse der Strukturen und Inhalte der Kooperation begann 2007 und führte zu der Erarbeitung eines neuen Gründungsdokuments, um sich den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können.
Allgemeines zur Trilateralen Wattenmeerkooperation:
Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit
Das Wattenmeer ist wegen seiner im europäischen und weltweiten Maßstab herausragenden ökologischen Bedeutung eine besonders schützenswerte Großlandschaft in Europa. Zugleich ist es hochgradig gefährdet. So werden über 75 Prozent der im Wattenmeer vorkommenden Biotoptypen und Biotopkomplexe zumindest als gefährdet eingestuft. Vor dem Hintergrund zunehmender Gefährdungspotentiale für die Natur (z.B. Fischerei, Tourismus, technischer Küstenschutz) haben die drei Wattenmeeranrainerstaaten Dänemark, die Niederlande und Deutschland koordinierte Schutz- und Managementmaßnahmen ergriffen.
Struktur der Zusammenarbeit
Die trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit basiert auf der gemeinsamen Erklärung der Umweltminister (Joint Declaration), die im Zuge der dritten Regierungskonferenz der drei Anrainerstaaten 1982 in Kopenhagen verabschiedet wurde. Regierungskonferenzen zum Schutze des Wattenmeeres finden seit 1978 regelmäßig - derzeit im drei- bis vierjährigen Turnus - statt. Im Oktober 2003 konnte das 25-jährige Jubiläum der trilateralen Wattenmeer-Kooperation gefeiert werden. Das gemeinsame Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS) in Wilhelmshaven unterstützt die drei Staaten bei der Vorbereitung der Regierungskonferenzen und bei der fachlichen Arbeit.
Inhalte
Auf der 8. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Stade 1997 wurde der Trilaterale Wattenmeerplan verabschiedet, der Eckpunkte für ein gemeinsames Management enthält und von den drei Anrainerstaaten sowohl gemeinsam als auch eigenverantwortlich umgesetzt wird. Der geographische Bereich des Wattenmeerplanes entspricht dem Trilateralen Wattenmeerkooperationsgebiet (kurz "Wattenmeergebiet") und geht über das Gebiet der Wattenmeer-Nationalparke und -Schutzgebiete ("Trilaterales Schutzgebiet") hinaus. Auf der 9. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Esbjerg 2001 wurde die Beantragung der Anerkennung des Wattenmeeres als ein "Besonders empfindliches Meeresgebiet" (Particularly Sensitive Sea Area, PSSA) beschlossen. Die Anerkennung des Wattenmeeres als ein besonders bedeutsames und ökologisch empfindliches Gebiet durch die Internationale Schifffahrtsbehörde (IMO) ist mittlerweile (2002) erfolgt.
Unter deutschem Vorsitz (seit 2006) konnten die Arbeiten für die Nominierung des Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe abgeschlossen werden. Im Juni 2009 ist das Wattenmeer in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen worden. Das Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich über den deutschen und niederländischen Teil des Wattenmeeres. Es handelt sich dabei um ein Gebiet von fast 10.000 Quadratkilometern entlang der Küste mit einer Länge von rund 400 Kilometern. Mit der Auszeichnung wird gewürdigt, dass das Wattenmeer ein weltweit einzigartiges und unersetzliches Naturgebiet ist, das von herausragendem Wert für die gesamte Menschheit ist. Das Weltnaturerbe umfasst die Wattenmeer-Nationalparke in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie das Wattenmeer-Schutzgebiet in den Niederlanden.
Die Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit unterzieht sich derzeit einem inhaltlichen und administrativen Erneuerungsprozess auf der Grundlage einer Evaluierung durch externe Gutachter. Im Rahmen der UN-Naturschutzkonferenz im Mai 2008 in Bonn haben die drei für die Wattenmeer-Zusammenarbeit zuständigen Minister gemeinsam einen "Letter of Intent" unterzeichnet, der die Unterstützung für die Zusammenarbeit und den Modernisierungsprozess bekräftigt. Für die Sylter Konferenz sind nun die neuen Grundlagen - eine an zukünftige Aufgaben angepasste modernisierte Gemeinsame Erklärung, neue Strukturen sowie ein neues Verwaltungsübereinkommen - fertig gestellt und von den dort anwesenden Regierungsvertretern unterschrieben werden.
Ziele
Bei der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen, Projekte und Aktionen verfahren die drei Staaten nach dem Leitprinzip, "so weit wie möglich ein natürliches und sich selbst erhaltendes Ökosystem zu erreichen, in dem natürliche Prozesse ungestört ablaufen können". Ausdrücklich soll jedoch auch die Sicherheit der hier lebenden Menschen (Küstenschutz) gewährleistet sowie der partnerschaftliche Dialog mit allen Nutzer- und Interessengruppen aufrecht erhalten und intensiviert werden.
Monitoring
Für eine Bewertung der Umsetzung und des Erfolges der ergriffenen Maßnahmen wird das Trilaterale Monitoring- und Bewertungs-Programm durchgeführt. Detaillierte Berichte über den ökologischen Zustand des Wattenmeeres (Quality Status Report, QSR) wurden 1999 und 2004 veröffentlicht. Der neueste Bericht ist jetzt zur Sylter Konferenz fertig gestellt worden.
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Weitere Informationen:
- Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit [/naturschutz_biologische_vielfalt/internationaler_naturschutz/trilaterale_wattenmeer-zusammenarbeit/doc/print/36813.php]
- www.waddensea-secretariat.org [http://www.waddensea-secretariat.org]
- www.worldheritage-waddensea.org [http://www.worldheritage-waddensea.org]
