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Kurzinfo Meeresumweltschutz

Weltmeere, Nordsee und Ostsee:

Die Weltmeere bedecken 71% der Erdoberfläche und enthalten rund 96,5% der gesamten auf der Erde vorhandenen Wassermenge von rund 1,4 Milliarden km³.

Die "Hausmeere" der Bundesrepublik Deutschland sind die Nordsee und die Ostsee.

Die Nordsee umfasst eine Fläche von 745.950 km² und ein Volumen von rund 93.830 km³. Hiervon entfallen auf das Wattenmeer eine Fläche von 7.950 km² und ein Volumen von rund 15 km³ bei Niedrigwasser und 30 km³ bei Hochwasser. Das Einzugsgebiet der Nordsee (d.h. die Flächen an Land, die in die Nordsee entwässern) umfasst 841.500 km², das Einzugsgebiet des Wattenmeers 230.059 km². Im Einzugsgebiet der Nordsee leben rund 184 Millionen Menschen, davon rund 72,5 Millionen im deutschen Teil des Nordsee-einzugsgebiet.

Die Ostsee hat eine Fläche von 415.266 km² und ein Volumen von 21.721 km³. Das Einzugsgebiet der Ostsee umfasst 1.733.850 km² und ist somit mehr als doppelt so groß als das der Nordsee. Im Einzugsgebiet der Ostsee leben rund 85 Millionen Menschen, davon 3,1 Millionen im deutschen Teil des Einzugsgebiets.

Warum Meeresumweltschutz?

Angesichts der Größe der Weltmeere war deren Nutzung lange Zeit mit dem Irrglauben an die Unerschöpflichkeit der Ressourcen und eine grenzenlose Regenerationsfähigkeit verbunden. Die Folgen sind hohe ökologische Risiken und erhebliche negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt. Damit wird gleichzeitig die Nutzung der Meere durch den Menschen beeinträchtigt. Meeresumweltschutz dient dazu, Schädigungen des Ökosystems Meer zu verhindern und gleichzeitig das Potential für ihre nachhaltige Nutzung zu sichern. Dieses Ziel kann am besten durch die Integration meersschutzrelevanter Aspekte in andere Politikbereiche wie Fischerei, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr usw. erreicht werden.

Auch wenn die Vereinten Nationen (VN) das Jahr 1998 zum "Jahr der Ozeane" ausgerufen hatten, um der herausragenden Bedeutung der Ozeane für das globale Gleichgewicht Nachdruck zu verleihen, rücken die Meere oft nur dann ins Bewusstsein, wenn es wieder zu einem Unglück gekommen ist oder man in Urlaubslaune die Badesachen einpackt.

Gefährdungen der Meeresumwelt:

Sie ergeben sich vor allem durch Einträge persistenter - das heißt im Wasser nicht oder nur schwer abbaubarer - Schadstoffe und übermäßiger Nährstoffeinträge über die Flüsse, die zur Überdüngung ( Eutrophierung) führen, sowie den weiträumigen Transport von Schadstoffen über die Atmosphäre. So sind z. B. organische Schadstoffe wie polychlorierte Biphenyle (PCBs), die z. B. früher als Isolier-, Hydraulik-, und Kühlflüssigkeiten eingesetzt wurden, auch in den entferntesten Polarregionen festzustellen. Weitere Gefährdungen der Meeresumwelt werden unter anderem durch die Schifffahrt (z. B. illegale Entsorgung, Unfälle, problematische Anstriche), durch Öl- und Schadstoffeinträge aus dem Betrieb von Plattformen, durch Überfischung und andere negative Auswirkungen der Fischerei auf Arten und Lebensräume des Meeres verursacht.

Weitergehende Informationen über die Gefährdungen unserer "Hausmeere" können Sie unter der Rubrik " Zustand von Nord- und Ostsee" erhalten.

Deutsche Meeresumweltschutz-Politik im 21. Jahrhundert:

Da die Meere grenzenlos sind, lassen sich Erfolge im Meeresumweltschutz nur durch intensive internationale Zusammenarbeit auf regionaler, europäischer und weltweiter Ebene erreichen. Die Bundesrepublik Deutschland ist daher Vertragspartei aller einschlägigen internationalen Übereinkommen. Eine intensive Zusammenarbeit findet unter anderem im Rahmen der Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks, einschließlich der Nordsee (OSPAR-Übereinkommen)* und des Ostseegebiets (Helsinki-Übereinkommen), den Internationalen Nordseeschutz-Konferenzen (INK), der Trilateralen Regierungskonferenzen zum Schutz des Wattenmeeres und der Agenda 21 für den Ostseeraum (BALTIC 21) statt. Auf europäischer Ebene engagiert sich Deutschland im Zusammenhang mit der Europäischen Meeresschutzstrategie, die europaweit einheitlich ebenfalls auf der Grundlage des integrativen Politikansatzes eine Balance zwischen Schutz und Nutzung der Meere erstrebt.

*) OSPAR = Abkürzung für das aus den Übereinkommen von Oslo und Paris hervorgegangene Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks


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