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Meeresumweltschutz
Stand: Februar 2007
Zustand von Nord- und Ostsee
1. Aktueller Zustand von Nord- und Ostsee
Aktuelle Informationen zum Zustand von Nord- und Ostsee werden vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) aus mündlichen und schriftlichen Informationen von Einrichtungen im Nord- und Ostseebereich, vom Deutschen Wetterdienst, von den Anrainerstaaten (Dänemark, Schweden,
Norwegen, Finnland, Polen) und aus dem BSH selbst im Meeresumwelt-Reportsystem aus Nord- und Ostsee (
MURSYS) zusammengestellt. Dabei werden physikalische, chemische und biologische Parameter sowie
außergewöhnliche Ereignisse (z. B. "Schwarze Flecken", Seevogelsterben, Elbehochwasser) berücksichtigt.
Darüber hinaus hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine Berichtsserie über den Zustand der Nordsee begonnen, deren aktuellster Bericht im Jahre 2006 erschienen ist und den Zustand der Nordsee im Jahre 2004 darstellt. Der Internationale Rat für Meeresforschung hat im Auftrag des Bundesumweltministeriums im Jahre 2003 einen Bericht über den Zustand der Europäischen Meere erstellt, der auch Aussagen zum Zustand von Nord- und Ostsee enthält.
2. Überwachungsprogramme
Nationales Überwachungsprogramm
Daten zum Zustand von Nord- und Ostsee werden national im Rahmen des Bund/Länder-Messprogramms für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP) erhoben. Im BLMP kooperieren die für Fragen der Umwelt, des Verkehrs, der Forschung und der Fischerei zuständigen Bundesministerien und
ihre nachgeordneten Behörden zusammen mit den Küstenländern Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und deren nachgeordneten Behörden. Daneben werden ergänzende Untersuchungen durch Beiträge freier Forschungseinrichtungen erbracht. Das
Messprogramm umfasst Untersuchungen zur Hydrographie, zu Schadstoffen (Spurenmetalle, organische Schadstoffe) und deren Auswirkungen auf Organismen, zu Nährstoffen, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff sowie zu marinen Lebensgemeinschaften. Darüber hinaus stellen die Küstenländer
Ergebnisse ihrer Flussmessprogramme (z. B. Eintragsdaten) zur Verfügung. Die Daten des Messprogramms werden zentral in der Meeresumweltdatenbank (MUDAB) erfasst. Auswertungen des Zustandes von Nord- und Ostsee für zurückliegende größere Zeiträume stehen auf der
BLMP-Website zur Verfügung.
Das BLMP erfüllt darüber hinaus internationale Monitoring-Verpflichtungen, die sich aus den Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt von Nordsee/Nordostatlantik und Ostsee sowie aus Anforderungen der Europäischen Umweltagentur und aus Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft ergeben.
Internationale Überwachungsprogramme
Nordsee/Nordostatlantik
Als Grundlage für die Überwachung und Bewertung der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (einschließlich der Nordsee) unterhält die OSPAR-Kommission das Gemeinsame Bewertungs- und Überwachungsprogramm (JAMP) der Vertragsparteien, das alle für eine umfassende Bewertung des
Zustandes der Meeresumwelt des Nordostatlantiks notwendigen Messgrößen und Informationsgehalte anspricht. Neben dem JAMP, das auch eine Reihe von freiwilligen Messgrößen enthält, betreibt OSPAR das verpflichtende Koordinierte Umweltmessprogramm (CEMP) mit dem insbesondere
Stoffparameter im Meer erfasst werden. Komplementär dazu erstellt OSPAR eine umfassende Studie von Flusseinträgen und direkten Einleitungen (RID) und unterhält ein umfassendes Überwachungsprogramm von Einträgen über die Atmosphäre (CAMP). Die Auswertung all dieser
Programme wurde von OSPAR in Form des
Qualitätszustandsberichtes 2000 für den Nordostatlantik (Englisch) veröffentlicht, der auf Qualitätszustandsberichten für die fünf Regionen
des Nordostatlantiks (Arktische Gewässer, Nordsee, Keltische Meere, Biscaya und Iberische Küste, Atlantik) beruht. Für die Nordsee hatte die North Sea Task Force gesponsert von den Kommissionen von Oslo und Paris und dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) bereits
1993 einen ersten Qualitätszustandsbericht, den QSR 1993 erstellt, der auf 10 Regionalberichten basierte.
Die Überwachung radioaktiver Stoffe erfolgt durch das Radioactive Substances Committee.
Aus den Abfällen der Titandioxid-Produktion gibt es aufgrund des Verklappungsverbotes von Dünnsäure in Deutschland seit 1989 keine negativen Auswirkungen auf die Schwermetallbelastung der Deutschen Bucht. Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie
hier.
Wattenmeer
Neben dem Überwachungsprogramm der OSPAR-Kommission gibt es speziell für das
Wattenmeer das Trilaterale Überwachungs- und Bewertungsprogramm (TMAP) der Wattenmeeranrainer Dänemark, Deutschland und Niederlande. Das Überwachungsprogramm umfasst Schadstoffe wie Schwermetalle und Tributylzinn, Nährstoffe, eine Reihe biologischer Parameter (Salzmarschen,
Benthos, Plankton, Fisch, Vögel, Robben), den Zustand von Stränden und Dünen, allgemeine Parameter (Küstenschutz, Geomorphologie, Fluten, Landnutzung, Wetterbedingungen, Hydrologie) und Freizeitaktivitäten.
Eine umfassende Auswertung erfolgte mit den Wattenmeer Qualitätszustandsberichten 1993, 1999 und
2004. Ein aktueller Bericht wird derzeit erarbeitet.
Ostsee
Die Ostsee wird mittels des COMBINE-Programms der Helsinki-Kommission überwacht, das sich aus verschiedenen Unterprogrammen mit physikalischen, chemischen und biologischen Variablen zusammensetzt. Einleitungen und atmosphärische Deposition im Einzugsgebiet der Ostsee werden im Rahmen der
PLC-Wasser und PLC-Luft ermittelt. Auf der Basis der erhobenen Daten werden in regelmäßigen Abständen Bewertungen des Zustandes (Assessment) und der Belastung (Pollution Load Compilation) der Ostsee erstellt. Ein Bericht über die
Umwelt des Ostseegebiets 1994-1998 (PDF-Dokument, 148 KByte, Englisch) wurde anlässlich der HELCOM-Sitzung 2001 verabschiedet. Ein ergänzender Bericht
"The Baltic Marine Environment 1999-2002" (PDF-Dokument, 67 KByte, Englisch) wurde von HELCOM im Juni 2003 verabschiedet. Die radioaktive Belastung der Ostsee wird von der Arbeitsgruppe MORS erhoben.
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