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Stand: Dezember 2009


IPCC bereitet 5. Sachstandsbericht vor

Die Arbeit am 5. Sachstandbericht des IPCC hat begonnen. Er soll 2013/2014 veröffentlicht werden. IPCC (deutsch: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimafragen) wurde 1988 von der World Meteorological Organisation (WMO) und United Nation Environmental Programme (UNEP) gegründet. Das Panel ist ein wissenschaftliches Gremium, leistet jedoch selbst keine wissenschaftliche Forschungsarbeit. Seine Rolle besteht darin, die neuesten Ergebnisse der weltweiten Klimaforschung zu sammeln und einzuschätzen. Dazu erstellt das IPCC vor allem die Sachstandsberichte (Assessment Reports), die mit einem Abstand von 6-7 Jahren erscheinen, aber auch Sonderberichte (Special Reports) und Technische Papiere (Technical Papers). Der letzte Sachstandsbericht (Assessment Report 4, kurz: AR4), mit seinen drei Arbeitsgruppeberichten und einem zusammenfassenden Synthesebericht, wurde im Jahr 2007 veröffentlicht.

Im Oktober 2009 wurde bei der 31. Plenarsitzung des IPCC die Struktur der drei Arbeitsgruppenberichte des 5. Sachstandberichtes verabschiedet. Somit fehlt für die Beschließung der endgültigen Struktur des AR5 nur noch die Beschließung der Struktur des Syntheseberichtes, die bei der nächsten Plenarsitzung des IPCC in 2010 ansteht.

Der nächste Schritt für die Erarbeitung des 5. Sachstandberichtes (AR5) ist die Nominierung und die Wahl von Autoren für die drei Arbeitsgruppeberichte. Alle 194 Mitgliedsstaaten des IPCC haben die Möglichkeit, Wissenschaftler als Autoren für den Sachstandbericht zu nominieren. Zum Schluss werden die Autoren für die jeweiligen Arbeitsgruppeberichte von den relevanten Arbeitsgruppen ausgewählt. Es gibt für jedes Kapitel in allen Arbeitsgruppenberichten unterschiedliche Hauptautoren, koordinierende Hauptautoren und Gutachter. Die Zusammensetzung der Autoren für ein Kapitel soll eine breit umfassende Spanne von Sichtweisen und Expertise sicherstellen. Zusätzlich sollen Wissenschaftler von sowohl Industrie- als auch von Entwicklungsländer ausreichend repräsentiert werden. Nachdem die Auswahl der Autoren und Gutachter feststeht, kann die tatsächliche Arbeit mit den Arbeitsgruppeberichten und dem Synthesebericht beginnen.

Für den Zeitraum des AR5 hat IPCC die Erstellung von zwei Sonderberichten beschlossen. Der eine Bericht behandelt die erneuerbaren Energien und ihre Rolle im Klimaschutz und wird im Februar 2011 veröffentlicht. Der Sonderbericht zu "Risikomanagement von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ wird voraussichtlich Ende 2011 veröffentlicht.

Änderungen gegenüber dem 4. Sachstandsbericht

Die Hauptgliederung und inhaltliche Ausrichtung der drei Arbeitsgruppen bleibt im 5. Sachstandsbericht im Wesentlichen erhalten. Der erste Arbeitsgruppenbericht behandelt die naturwissenschaftlichen Aspekte der Klimaforschung und der zweite stellt die zukünftige und bereits stattfindende Auswirkungen des Klimawandels dar, sowie die Möglichkeiten, uns an den Klimawandel anzupassen. Der dritte Arbeitsgruppenbericht soll die unterschiedlichen Lösungsstrategien für die Bewältigung des Klimawandels zeigen. Hierbei geht es vor allem um politische und technologische Maßnahmen für die Minderung der Treibhausgasemissionen. Die dritte Arbeitsgruppe wird von dem deutschen Ökonom Herr Prof. Ottmar Edenhofer am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet. Der Vorsitz der Arbeitsgruppe umfasst den Zeitraum der Erstellung des fünften IPCC-Sachstandsberichtes (2008-2014).

Neu gegenüber vorherigen Sachstandsberichten ist im Bericht der Arbeitsgruppe I die verstärkte Betrachtung von Klimaänderungen auf der regionalen Skala, verstärkt durch elektronisches Kartenmaterial. Es gibt erstmalig eigene Kapitel zu Aerosolen und Wolken, zu Änderungen des Meeresspiegels, zum Kohlenstoffzyklus und zu kurz- und längerfristigen Projektionen.

Die vorgeschlagene Struktur des Arbeitsgruppe II-Berichtes hat sich gegenüber dem AR4 deutlich fortentwickelt: Das Inhaltverzeichnis weist eine bessere Integration der wissenschaftlichen Grundlagen von Klimaänderungen und ihrer Auswirkungen auf. Letztere sind breiter gefasst, Extrema und Katastrophen stärker berücksichtigt und Fragen der Anpassung besser integriert. Regionale Aspekte von Klimaänderung finden eine umfassendere Behandlung in einem eigenen Teilband und die Ozeansysteme und sozialen Aspekte werden besser berücksichtigt.

Der Bericht der dritten Arbeitsgruppe zeigt wesentliche Verbesserungen im Vergleich zum AR4: Ein ganzes Kapitel ist den sozialen, ökonomischen und ethischen Aspekten des Klimawandels gewidmet, die hier übergreifend diskutiert werden sollen. Darüber hinaus wird den politischen, institutionellen und finanziellen Themen deutlich größere Bedeutung zugemessen. Auch im Arbeitsgruppe III-Bericht sollen regionale Aspekte stärker berücksichtigt werden, vor allem in Bezug auf Entwicklung.


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