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Stand: März 2007


G8-Umweltministertreffen 2007

Die deutsche Präsidentschaft in der G8 in diesem Jahr steht unter dem Leitmotiv "Wachstum und Verantwortung". Die Gewährleistung von verlässlichen und tragfähigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Weltwirtschaft, Klimaschutz und Energieeffizienz sowie der Ausbau einer Reformpartnerschaft mit den afrikanischen Staaten werden dabei im Mittelpunkt des G8-Gipfels in Heiligendamm stehen. Die G8-Präsidentschaft 2007 ist eine große Chance, um Weichen für die Lösung globaler Zukunftsfragen richtig zu stellen. Eine Verständigung der G8 und der wichtigsten Schwellenländer ist dafür ein zentraler Ansatzpunkt. Damit die Globalisierung zukunftstauglich wird, muss die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ins Zentrum der Politik rücken. Klimaschutz, nachhaltige Energiepolitik und der Erhalt der biologischen Vielfalt sind daher die Prioritäten auf der umweltpolitischen Agenda der deutschen Präsidentschaft.

Zum Umweltministertreffen (15. bis zum 17. März in Potsdam), hat Bundesumweltminister Gabriel neben den acht führenden Industrienationen erstmals auch die Umweltminister der fünf bedeutendsten Schwellenländer eingeladen: China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Strategien zur Bewältigung der wichtigsten ökologischen Herausforderungen für die Weltgemeinschaft - der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Kampf gegen den Klimawandel - stehen dabei im Mittelpunkt des Treffens.

In der internationalen Klimaforschung besteht kein Zweifel daran, dass der Klimawandel voranschreitet und sich beschleunigt. Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) bestätigte im Februar rückhaltlos die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die globale Erwärmung. Nach Ansicht des früheren Chefökonomen der Weltbank, Sir Nicholas Stern, ist der Klimawandel das "größte Marktversagen, das die Welt je gesehen hat". Unterlassener Klimaschutz verringert Wachstumschancen und führt zu massiven Wohlstandseinbußen. Wachstum und Verantwortung sind daher gerade im Bereich Klimaschutz eng miteinander verzahnt. Der G8-Gipfel widmet sich daher dieser Schlüsselfrage für die Weltwirtschaft und für das Wohlergehen künftiger Generationen. Neuer Schub für die weltweiten Anstrengungen zum Klimaschutz ist dringend erforderlich. 2007 ist ein entscheidendes Jahr für die internationalen Verhandlungen über ein Klimaschutzabkommen nach 2012.

Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur würde der globale Energiebedarf ohne Gegenmaßnahmen bis zum Jahr 2020 um ein Drittel anwachsen. Angesichts des Klimawandels liegt es jedoch im fundamentalen Eigeninteresse sowohl der Industrie- als auch der Schwellenländer, die Energienachfrage zu begrenzen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei vor allem darin, die Energieeffizienz zu steigern. Der richtige Ansatz für ambitionierten Klimaschutz ist zugleich die energiepolitisch richtige Strategie. Weltweit ist eine forcierte Steigerung der Energieeffizienz auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite sowie ein wirtschaftlich effizienter Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. Die G8 sollten hier eine Führungsrolle übernehmen und mit konkreten Maßnahmen ein Signal zum intelligenten Umgang mit Energie setzen.

Beim G8-Umweltministertreffen wird es zudem um wirkungsvolle Maßnahmen zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt gehen. Das Netz des Lebens, das uns alle trägt, zu schützen, ist eine Grundvoraussetzung für zukünftige Entwicklung. Eine zunehmende Zahl von Umweltflüchtlingen, die Afrika wegen Versteppung oder Überfischung der Meere verlassen müssen, oder die Folgen des Tsunami auf Grund ungeschützter Küsten verdeutlichen die globale Dimension dieses Themas auch für die Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. In der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt liegt daher ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung und zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Beim Erhalt der Biodiversität haben sich die Regierungschefs auf dem Weltgipfel in Johannesburg 2002 das Ziel gesetzt, den Verlust an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 erheblich zu reduzieren. Der deutsche G8-Vorsitz setzt sich für eine deutliche Erhöhung der Anstrengungen ein, damit dieses Ziel erreicht wird. Auf dem G8-Umweltministertreffen sollen deshalb gemeinsame Initiativen in den Bereichen Schutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, Wissenschaft, Wirtschaft und Finanzierung vereinbart werden.

Weitere Informationen zum G8-Umweltministertreffen 2007: